Probefahrt
: Der Hyundai Ioniq 5 im Autotest

Unter dem Namen Ioniq etabliert Hyundai eine Elektroauto-Familie. Obwohl der Ioniq 5 erst seit 2021 erhältlich ist, bekam er nun bereits eine Überarbeitung spendiert, um ihn auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Das Ergebnis kann überzeugen.
Von
Hajo Zenker
Berlin
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Mutiges Design: Hyundai Ioniq 5

MOZ/Hajo Zenker

Hyundai konnte bei uns in diesem Jahr bisher ein Plus von 4,8 Prozent verbuchen (Gesamtmarkt: plus 13,5 Prozent). Neben Tucson, Kona, i30 und i20 hat mittlerweile auch der Ioniq 5 eine starke Position im Verkauf.

Motor

Den Ioniq 5 gibt es mit Heck- und Allradantrieb sowie verschiedenen Batteriegrößen. Der Hecktriebler bringt es auf 170 PS beziehungsweise 229 PS. Beim Allradmodell werden daraus 325 PS. Wem das noch nicht reicht, kann ab Frühjahr 2024 auf seine Kosten kommen, wenn die auf das Kürzel N hörende Sportvariante mit stolzen 609 PS zur Verfügung steht. Bis dahin ist der von uns gefahrene 325-PS-Antrieb die stärkste Motorisierung. Und das merkt man unzweifelhaft. Sofort stürmt der Wagen voran und auf Wunsch auch in 5,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Da macht Überholen Spaß. Auf der Autobahn wird bei 185 km/h abgeregelt. Damit darf man schneller unterwegs sein als bei vielen anderen Elektroautos, aber das verkürzt bei ausgiebigem Gebrauch natürlich die Reichweite spürbar. Schön allerdings ist, dass sich dank der von Hyundai eingesetzten 800-Volt-Technik der Ioniq 5 wirklich schnell nachladen lässt, an einer Schnellladestation braucht man von zehn auf 80 Prozent unter 20 Minuten.

Karosserie/Ausstattung

Unter dem Namen Ioniq etabliert Hyundai eine Elektroauto-Familie. So soll sich zu Ioniq 5 und Ioniq 6 bald der Ioniq 7 gesellen. Obwohl der Ioniq 5 erst seit 2021 erhältlich ist, bekam er nun bereits eine Überarbeitung spendiert, um ihn auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen, etwa mit einer größeren Batterie. Der Wagen macht auf den ersten Blick klar - hier fährt ein Stück automobile Moderne, hier geht es um Technik. Das ist mutig und wirklich sehr gelungen und hebt sich klar von der Konkurrenz ab. Ein Vorteil des 4,64 Meter langen und 1,89 Meter breiten, auf einer reinen Elektroplattform stehenden Wagens ist das üppige Raumangebot für Passagiere und Gepäck (527 Liter). Die Rücksitze sind elektrisch verschiebbar. Dazu kommen hochwertige, sehr gut verarbeitete Materialien.

So digital sich der Innenraum mit zwei großen Bildschirmen auch gibt - diverse Schalter und Knöpfe sind auch an Bord: gut so! Wird der Blinker bedient, wird im Display der rückwärtige Verkehr eingeblendet, so dass man etwa ein Fahrrad rechtzeitig wahrnehmen kann. Eine tolle (aufpreispflichtige) Technik, an die man sich aber gewöhnen muss, ist der Wegfall der Außenspiegel. Außen agieren nur noch Kameras, an den Innenseiten der Vordertüren befinden sich Bildschirme, die das äußere Geschehen abbilden - eindeutig mehr, als mit üblichen Außenspiegeln. Zunächst einmal aber wandert der Blick des Fahrers nach draußen, wo normalerweise die Außenspiegel befestigt sind. Es dauert etwas, bis man den Blick auf die Displays verinnerlicht hat.

Ab Werk ist der Ioniq 5 schon sehr gut ausgestattet, etwa mit LED-Scheinwerfern, Notbremsassistent, Radfahrer- und Fußgängererkennung, Rückfahrkamera, Assistenten für Müdigkeit, Fernlicht und das Halten der Spur, Tempomat, Audioanlage, Navigation, beheizbare Außenspiegel, beheizbares Lenkrad, Sitzheizung vorn, Verkehrszeichenerkennung, Regensensor, Alarmanlage, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Fensterheber rundum und Zentralverriegelung.

Fahrverhalten

Der Ioniq 5 ist eher komfortabel ausgelegt, was nicht heißt, dass man nicht flott um die Ecke kommen kann. Dank Allradantrieb bringt der Wagen seine Kraft gut auf die Straße.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen Ioniq 5 gibt es mit Heckantrieb und kleinerer Batterie für 43.900 Euro (ohne Förderung). Für die von uns gefahrene Allradvariante (mit besserer Ausstattung) sind dann bereits 58.800 Euro fällig. Offiziell verbracht der Wagen 17,9 kWh auf 100 Kilometer. Ein, zwei kWh mehr sollte man auf jeden Fall einkalkulieren und von den offiziell 481 Kilometern Reichweite etwa 50 Kilometer abziehen. Was alles natürlich sehr vom eigenen Fahrstil und den Umgebungstemperaturen abhängt. Hyundai gewährt insgesamt stolze acht Jahre Garantie.

Fazit

Superattraktiv, geräumig und voll moderner Technik - allerdings auch alles andere als ein Schnäppchen. Hyundai zeigt, wie faszinierend Elektromobilität sein kann. Das wirklich schnelle Schnellladen tröstet über die im Vergleich zum Verbrenner noch immer geringeren Reichweiten hinweg.