Probefahrt
: Der Kia Niro im Autotest

Flott geformt und mit einem familienfreundlichen Platzangebot - Kia hat mit dem Niro ein attraktives Auto auf die Räder gestellt. Als E-Version dabei mit den üblichen Vor- und Nachteilen der Elektromobilität.
Von
Hajo Zenker
Berlin
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Selbstbewusste Front: Kia Niro EV

MOZ/Hajo Zenker

Kia hat das Jahr 2023 bei uns mit einem Minus von zwei Prozent abgeschlossen, während der Gesamtmarkt um 7,3 Prozent wuchs. Dabei lief es für die Modelle Picanto, Rio, Stonic und Sorento gut, womit die Koreaner allerdings nicht die Verluste bei Ceed, Niro und Sportage wettmachen konnten.

Motor

Den Niro gibt es aktuell als Mild-Hybrid mit 141 PS, als Plug-in-Hybrid mit 183 PS und als reinen Stromer mit 204 PS, der uns zur Verfügung stand. Wie es sich für ein ordentliches Elektroauto gehört, geht beim Niro EV sofort die Post ab. In 7,8 Sekunden kann man von 0 auf Tempo 100 kommen. Auf der Autobahn ist bei 167 km/h Schluss. Aber so schnell sollte man mit einem Stromer sowieso nicht fahren.

Karosserie/Ausstattung

Eins ist klar: Der Niro sieht einfach super aus. Das seit 2016 erhältliche Kompakt-SUV-Modell hat in seiner aktuellen Version nicht nur eine selbstbewusste Front, sondern etwa auch eine toll geformte C-Säule. Innen bietet der 4,42-Meter-Wagen erstaunlich viel Platz, wirklich familienfreundlich. Dazu kommen stattliche 475 Liter Kofferraum. Die Verarbeitung ist sehr gut, auch wenn der Materialmix nicht immer zu überzeugen vermag. Die digitalen Anzeigen machen einen guten Eindruck, in die Bedienung der Klimatisierung muss man sich aber etwas einarbeiten.

Ab Werk gibt es unter anderem Sitz- und Lenkradheizung, Klimaautomatik, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Leichtmetallfelgen, Navi, Tempomat, Rückfahrkamera, Regen- und Lichtsensor, Spurhalteassistent, Fensterheber und Zentralverriegelung.

Fahrverhalten

Das komfortbetonte Fahrverhalten des Fronttrieblers passt nicht ganz zum dynamischen Aussehen, ist aber völlig unproblematisch und bügelt Straßenunebenheiten fast immer gut weg.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen Niro gibt es ab 32.790 Euro. Als Stromer, also Niro EV, werden daraus mindestens 45.690 Euro. Kia verspricht eine Reichweite von 460 Kilometern. Und tatsächlich sind bei Plusgraden auf jeden Fall mehr als 400 Kilometer tatsächlich drin. Das ist ok. Doch Winterwetter zeigt dann schnell die Grenzen der Elektromobilität auf: Wenn man an der Schnellladesäule, für die der Niro auch bei warmen Wetter nicht wirklich gut gerüstet ist, eine Stunde braucht, um von 40 Prozent Ladung auf 80 Prozent zu kommen und eine vollständig gefüllte Batterie 263 Kilometer Reichweite bedeuten, ist man nicht erfreut. Erfreulich dagegen sind die sieben Jahre Garantie.

Fazit

Flott geformtes, familienfreundliches Auto, das bei Plusgraden für ein kompaktes E-Auto ordentlich Reichweite kann - bei Winterwetter sieht das anders aus. Was nichts daran ändert, dass Kia grundsätzlich ein attraktives Auto auf die Räder gestellt hat.