Probefahrt
: Der Subaru Solterra im Autotest

Eigentlich steht Subaru für eine spezielle Art des Verbrenners - den Boxermotor nämlich. Doch kommt die japanische Marke nicht an der Elektromobilität vorbei. Und hat sich dafür Hilfe von Toyota geholt. Dem Allradantrieb aber bleibt man treu.
Von
Hajo Zenker
Berlin
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Moderne Kantigkeit: Subaru Solterra

MOZ/Hajo Zenker

Mit der japanischen Marke Subaru ging es in diesem Jahr hierzulande bisher um 22,2 Prozent nach oben (Gesamtmarkt: plus 14,5 Prozent).

Insbesondere XV, Outback und der Klassiker Forester verkaufen sich gut, aber nun rollt auch noch der elektrische Solterra an.

Motor

Subaru steht seit 1966 in allererster Linie für Boxermotoren. Doch selbst ein so spezieller Hersteller kommt an der Elektromobilität nicht vorbei. Aber da die japanische Marke mit den sechs Sternen auch für Kompetenz im Allradbereich steht (schließlich rollte 1972 bei Subaru der erste Großserien-Allrad-Pkw vom Band), hat Subaru je einen Elektromotor von jeweils 109 PS an der Vorder- und an der Hinterachse angebracht. Wobei man sich beim ersten Elektroauto der Marke Hilfe vom japanischen Branchenriesen Toyota holte - im Prinzip ist der Solterra nämlich ein Toyota bZ4X, den es allerdings auch ohne Allradantrieb gibt. Mit dem permanenten Allradantrieb des Subaru (und 337 Newtonmetern maximalem Drehmoment) jedenfalls kommt man flott voran, in 6,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Auf der Autobahn wird bei 160 km/h abgeregelt, um die Reichweite nicht zu schnell zu ruinieren.

Karosserie/Ausstattung

Die optischen Unterschiede zum Toyota halten sich in Grenzen, sind aber durchaus sichtbar. Insgesamt gefällt die kantige Formgebung plus Beplankung, die Subaru selbst sportlich-robust nennt. Das sehr hoch platzierte Cockpit ist Geschmacks- und Eingewöhnungssache. Das Navi wirkt im Vergleich zu anderen Elektroautos etwas angejahrt. Materialauswahl und Verarbeitung dagegen können überzeugen. Die Platzverhältnisse in dem 4,69 Meter langen Wagen sind für Passagiere und Gepäck (410 Liter) sehr ordentlich.

Ab Werk ist der Solterra bereits gut bestückt, etwa mit Assistenten für Spur, Müdigkeit und Notbremsung, 360-Grad-Kamera und Rückfahrkamera, Audioanlage, Navigation, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, beheizbaren Außenspiegeln, LED-Scheinwerfern und Leichtmetallfelgen.

Fahrverhalten

Im Gelände eine gute Figur zu machen gehört bei Subaru zum Markenkern, schließlich gilt man ja als Förster- und Jägerauto. Der permanente Allradantrieb, 21 Zentimeter Bodenfreiheit und die Erfahrung der Japaner, die sich im tadellosen Funktionieren der elektronischen Hilfen manifestiert, lassen den Solterra denn auch matschige Waldwege klaglos wegstecken. Ansonsten ist das Fahrwerk für ein Elektroauto erstaunlich komfortabel ausgelegt, was aber durchaus gefällt. Die Lenkung ist direkt, der Wagen insgesamt sehr handlich und auch kurvenfreundlich.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen Solterra gibt es laut Liste (also ohne Förderung) ab 58.490 Euro. Unser Testwagen kam mit einigen Extras auf 62.885 Euro. Die offiziell 18 Kilowattstunden pro 100 Kilometer sind nur schwer zu schaffen, je nach Fahrweise und Wetterumständen sollte man zwei bis fünf kWh mehr einkalkulieren. Entsprechend verringert sich die Reichweite, die vom Hersteller mit 416 Kilometern angegeben wird. 300 bis 350 Kilometer sind realistisch. An einer Schnellladestation kann man in einer halben Stunde wieder auf 80 Prozent kommen. Sehr gut: Subaru gewährt stolze acht Jahre Garantie.

Fazit

Elektromobilität und Allradantrieb müssen sich nicht ausschließen. Auch wenn sich Subaru hier viel Hilfe von Toyota geholt hat, passt der Solterra gut zur Marke. Qualität, Raumangebot und Handling stimmen. Schlechte Wege sind kein Hindernis. Permanenter Allradantrieb bringt allerdings auch höhere Verbräuche mit sich. Das beeinträchtigt die Reichweite, die ja noch immer ein viel diskutierter Aspekt der Elektromobilität ist. Hier könnte man nacharbeiten.