Probefahrt
: Der VW Touareg im Autotest

Im Gegensatz zu den vielen Schönwetter-SUV diverser Anbieter ist und bleibt der Touareg ein wirklicher Geländewagen. Wer aber lieber die Kraftreserven auf der Autobahn austesten möchte, kann auch das problemlos tun.
Von
Hajo Zenker
Berlin
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Modernere Front: VW Touareg

MOZ/Hajo Zenker

Volkswagen konnte das Jahr 2023 mit einem Plus von 7,9 Prozent abschließen - und lag damit leicht über dem Gesamtmarkt (7,3 Prozent). Im Januar 2024 legte VW um 12,1 Prozent zu (Gesamtmarkt: 19,1 Prozent). Modelle wie Polo, Passat, T-Roc, Tiguan und Touareg konnten im Vorjahr zulegen, Golf, Arteon oder ID.3 verloren.

Motor

Den Touareg gibt es stets mit sechs Zylindern - als Benziner mit 340 PS und als Diesel mit 231 PS sowie 286 PS. Dazu kommt der von uns gefahrene Plug-in-Hybrid, der zusätzlich zu den 340 Benzin-PS noch elektrische 136 PS zu bieten hat. Als Systemleistung werden daraus 462 PS und 600 Newtonmeter maximales Drehmoment. Das ist mehr als genug, um das 2,4 Tonnen schwere Gefährt in Schwung zu bringen. Und so kann man in 5,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 kommen und auf der Autobahn 250 km/h erreichen. Dass das alles mühelos vonstattengeht, liegt auch an der serienmäßigen Acht-Gang-Automatik, die sehr gut zum Motor passt.

Karosserie/Ausstattung

Mit dem Touareg ging es bei VW los mit SUV - 2002 war das. Niemand konnte damals ahnen, dass sich einmal in Deutschland nichts besser verkaufen würde als SUV - wenn auch in jeder Größe, also gerade auch im Kompaktbereich, von dem der 4,90 Meter lange Touareg nun wirklich weit entfernt ist. Seit dem Wegfall des Phaeton im Jahr 2016 fungiert der Touareg als Flaggschiff der Marke VW. Und das merkt man dem Wagen auch an. Hochwertiges Material, exzellente Verarbeitung, da möchte man unwillkürlich die Fahrt in Schmutz und Dreck meiden. Obwohl der Touareg doch gerade da seine Stärken ausspielen kann.

In der neuesten Version wurden Front und Heck noch einmal verschönert. Die Front wirkt jetzt deutlich moderner, das Heck ziert eine durchgehende LED-Leiste. Ansonsten gilt für den Touareg von Anbeginn an: Platz für Passagiere und Gepäck (655 Liter) ohne Ende. Natürlich ist die Bedienung mittlerweile deutlich digitalisiert worden. Ab Werk gibt es LED-Scheinwerfer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Navi, automatisches Licht, beheizbare Vordersitze, Audioanlage, Rückfahrkamera, verschiebbare Rücksitze, beheizbare Außenspiegel, elektrische Heckklappe und Assistenten für das Halten der Spur, Einparken und Verkehrszeichenerkennung.

Fahrverhalten

Im Gegensatz zu den vielen Schönwetter-SUV diverser Anbieter ist und bleibt der Touareg ein wirklicher Geländewagen, der mit seinem Allradantrieb und seiner Höhe locker über Stock und Stein gehen kann. Wer aber lieber die Kraftreserven auf der Autobahn austesten möchte, kann auch das problemlos tun. Denn der Wagen lässt sich selbst bei hohen Geschwindigkeiten und engen Kurven nicht ins Wanken bringen. Und trotzdem ist das Fahrwerk im Normalfall umwerfend komfortabel. Das ist ein famoses Fahrverhalten.

Krass: Ein Dachlastsensor ist mit dem Fahrwerk vernetzt und nimmt so, je nachdem, ob ein Jetbag installiert ist oder nicht, Einfluss auf das Fahrverhalten. Faszinierend zudem: Der Wagen ist viel handlicher, viel wendiger, als man sich das angesichts seiner Größe vorstellen kann.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen Touareg gibt es ab 69.200 Euro. Der von uns gefahrene Plug-in-Hybrid bringt es dann bereits auf mindestens 78.350 Euro, die sich durch allerlei Extras locker um einige Tausender erhöhen lassen. Der offizielle Verbrauch von 2,2 Litern Super auf 100 Kilometer setzt natürlich voraus, dass man regelmäßig Strom nachlädt und dann zudem 23,6 kWh auf 100 Kilometer verbraucht. Das funktioniert aber nur, wenn man daheim oder im Dienst in Ruhe laden kann - Schnellladesäulen kann man nicht nutzen. Ist die Batterie voll, sind an die 50 Kilometer rein elektrische Fahrt möglich. Je nach Stromnutzung sind im wahren Leben eher um die acht, neun Liter Super realistisch.

Fazit

Ein wahres Raum-Schiff, ein wahres Flaggschiff - der Touareg kann all die überzeugen, die Familie und/oder viel zu transportieren haben und zudem im Zweifelsfall auch schlechte Wege bewältigen wollen. Aber natürlich muss man sich das auch leisten können.