Raus in den Garten
: Nicht alle Pflanzen mögen’s heiß

Klimaforscher beobachten seit Jahren Veränderungen in der Pflanzenwelt Mitteleuropas.
Von
Harriet Stürmer
Frankfurt (Oder)
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Symbolfoto

dpa/Julian Stratenschulte

Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Gartenpflanzen aus. Prominenter Vertreter auf der Verliererseite ist die Sumpfdotterblume (Caltha palustris). Man begegnet ihr auf feuchten Wiesen und an Gräben. Viele Gartenfreunde haben die Staude an ihren Gartenteich gepflanzt. Doch wenn die Temperaturen weiter steigen, wird die Sumpfdotterblume selten werden. In den tiefen Lagen Brandenburgs, Sachsens und Sachsen–Anhalts könnte sie lokal sogar völlig verschwinden.

Als typischer Gewinner des Klimawandels gilt die Walnuss (Juglans regia). In Mitteleuropa kann man sie sowohl frei wachsend als auch in Gärten antreffen. In Deutschland kam sie bisher vor allem in den milden Regionen vor. Experten sagen ihr jetzt auch gute Wachstumsbedingungen für die Regionen voraus, die ihr bisher zu kalt waren — wie etwa große Gebiete im Osten Deutschlands.

Allerdings werden nicht alle wärmeliebenden Pflanzen vom Klimawandel profitieren. Denn die Winter werden künftig in vielen Regionen nicht nur milder, sondern auch niederschlagsreicher. Gleichzeitig wird in den Sommermonaten wohl weniger Regen fallen. Trockenkünstler wie die Königskerze (Verbascum) oder die Blauraute (Perovskia) brauchen Böden, in denen Wasser schnell versickern kann. Staut sich das Wasser, drohen ihnen Pilzkrankheiten.

Auf lehmigen Böden sind also Pflanzen im Vorteil, die lange Trockenphasen im Sommer ebenso wie Feuchtigkeit im Winter vertragen können. Dazu gehören Ginkgo, Flieder (Syringa) oder Wacholder (Juniperus). Rosen erschließen mit ihren Wurzeln auch tiefe Bodenschichten und können so bei Trockenheit auf Reserven zurückgreifen. Auch Schwertlilien (Iris) überstehen Hitzeperioden gut, weil sie Nährstoffe und Wasser im Frühjahr speichern und so trockene Sommermonate überdauern können. Doch Hortensien und Rhododendren werden zu kämpfen haben. Die Blütensträucher brauchen Böden, die stets leicht feucht sind. Der richtige Standort wird also immer wichtiger. Ist die Region niederschlagsarm oder trocknen die Böden schnell aus, sollte man besser die Finger von durstigen Pflanzen lassen. Pflanzt man Rhododendren und Hortensien dennoch, sollte der Platz auf jeden Fall sonnengeschützt sein.