Smart Home Sicherheit: Das Zuhause immer im Blick – ein Produkttest

Wissen, was passiert. Die Kameras informieren in Echtzeit per kritischem Alarm.
Reolink- Durchschnittlich 213 Wohnungseinbrüche pro Tag in 2023; Schaden pro Fall ca. 3500 Euro.
- Reolink bietet Kameras Altas PT Ultra und Argus 4 Pro für Heimüberwachung an.
- Beide Kameras: Dual-Band, Wi-Fi 6, wetterfest, Akkubetrieb, Solarpanel.
- Reolink-App: Einrichtung und Steuerung, kritische Alarme, Bewegungs- und Gesichtserkennung.
- Preise: Altas PT Ultra (200 €), Argus 4 Pro (230 €).
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auch wenn die Vor-Corona-Zahlen noch nicht erreicht sind, so weist die polizeiliche Kriminalstatistik bei den Wohnungseinbrüchen nur in eine Richtung: Steil nach oben. Durchschnittlich 213 pro Tag wurden 2023 angezeigt. Jeder, auch Versuche zählen hier, verursacht einen Schaden von rund 3500 Euro. Schlimmer als die materiellen Folgen erweisen sich jedoch für die Betroffenen meist die psychischen, dass ein Fremder ins Privateste eingedrungen ist.
So steigt mit den Fallzahlen auch die Bereitschaft der Deutschen, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Elektronische Vorkehrungen gehören dazu. Videoüberwachung und Alarmanlagen sind vorwiegend das Mittel erster Wahl. Denn auch, wenn so mancher gern die Wirkung elektronischer Augen verneint, es geht mehr als um Abschreckung. Bei gerade mal 18 Prozent Aufklärungsquote kann jedes Video potenzieller Täter nur hilfreich sein. Und dann sind moderne Sicherheitslösungen mittlerweile fester Bestandteil des smarten Heims, sofortige Benachrichtigung inklusive. Und damit die Chance, noch Maßnahmen ergreifen zu können.
Home Security ist auch bei Reolink ein großes Thema. Seit gut 15 Jahren beschäftigt sich die in Hongkong ansässige Firma damit und hat auf der diesjährigen IFA gleich einen ganzen Strauß neuer Produkte vorgestellt. Industrie-Sicherheitsstandards für Privathaushalte nutzbar machen, steht im Focus. Die Asiaten rücken dabei vor allem zwei Geräte in den Mittelpunkt: die Kameras Altas PT Ultra sowie die Argus 4 Pro. Beide gehen mit vollkommen unterschiedlichen Ansätzen zur Sache, sind aber in den Keyfeatures sehr gleich. Wir haben die Neulinge einmal genauer unter die Lupe genommen.

Nahezu Rundumsicht ist mit der Atlas PT Ultra möglich. Die Argus 4 Pro gewährleistet 180 Grad in der Horizontalen.
ReolinkSmart Home Sicherheit: Einsatzgebiet und Sichtfeld
Beide Videosysteme sind für den Außeneinsatz konzipiert und entsprechend gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt. Da es sich ausnahmslos um Akku-Kameras handelt, bestimmt die Reichweite des eigenen WLAN-Netzes bzw. des internen, wo auf dem Grundstück oder am Haus sie installiert werden. Reolink empfiehlt eine Höhe um die zweieinhalb Meter, damit würden die optischen Möglichkeiten am besten ausgenutzt. Und die sind in der Tat beeindruckend.
Mit der Argus 4 Pro schicken die Hongkonger ein Gerät mit Dual-Linse ins Rennen, das somit auf ein horizontales Sichtfeld von echten 180 Grad kommt. Vertikal sind es immer noch 50 Grad. Die Altas PT Ultra kann da noch einen draufsetzen. Dank ihres schwenkbaren Objektiv-Kopfes ergeben sich in der Ebene 355 Grad. An der richtigen Stelle montiert, ist also fast ein Rundumblick möglich. Horizontal sind es auch hier 50 Grad.
Smart Home Sicherheit: Montage und Installation
Reolink bietet mehrere Möglichkeiten der Befestigung. Für die Atlas PT Ultra genaugenommen drei. Die Aufnahmevorrichtung ist mit vier Schrauben sowohl an der Wand als auch an der Decke montierbar. Zusätzlich gibt es noch ein Textilstrip, mit dem das Gerät ebenso an einem Baum, einer Dachrinne oder anderen runden Untergründen "festgebunden" werden könnte. Theoretisch zumindest. Denn mit etwas über 800 Gramm, die dazu für letztgenannte Variante auch noch ungünstig verteilt sind, taugt die flexible Variante eher weniger.
Gleiches gilt für die Argus 4 Pro, auch wenn diese 300 Gramm leichter ist. Hier muss der User somit mit einer Befestigungsmöglichkeit klarkommen. Die Aufnahmeschale für ein Kugelgelenk kann sowohl an Decke, als auch an Wand geschraubt werden. Bei der Auswahl des Einsatzortes sollte zudem darauf geachtet werden, dass man das notwendige Solarpanel im Abstand von maximal einem Meter ebenfalls noch anbauen muss. Da allerdings erweist sich der Riemen aus Stoff als geeignete und schnelle Methode.
Smart Home Sicherheit: Konnektivität und Netzwerk
Die Kameras sind Dual-Band fähig und können sowohl im 2,4 als auch im 5GHz Bereich funken. Zudem unterstützen sie Wi-Fi-6. Zusammengenommen sichert das nicht nur größere Reichweite, sondern auch eine höhere Bandbreite für die Datenübertragung. Wer zudem auf den Home Hub zurückgreift, kann ein unabhängiges System erschaffen. Denn die Kameras arbeiten im Hub-eigenen LAN. Damit ist der Betrieb auch beim Ausfall des Internets möglich. Der optional einzurichtende Alarm informiert dann akustisch. Mit einem Steckplatz für zwei bis zu 512 GB Karten wird zudem eine echte Offline-Speichermöglichkeit geschaffen. Aber auch jede Kamera hat einen Kartenslot. 128 GB sind bei der Argus 4 Pro möglich, 512 GB gar bei der Altas PT Ultra. Beide sowie der Home Hub lassen sich über Google Assistant ins smarte Home einbinden, die Argus arbeitet auch mit Alexa.

Beide Kameras können das 2,4 sowie das 5 GHz-Netzwerk nutzen und ermöglichen den neuen Standard WiFi 6. Das sichert Reichweite gepaart mit hoher Bandbreite.
ReolinkSmart Home Sicherheit: Einrichtung und App
Zentrale Steuereinheit ist die Reolink-App, für deren Betrieb ein Konto eingerichtet werden muss. Über das bekannte "Plus" in der oberen rechten Ecke werden Geräte hinzugefügt, indem ein entsprechender QR-Code zu scannen ist. Wer den Hub nutzt, beginnt mit dem, Kameras werden dann automatisch der Zentrale zugeordnet. Die Applikation ist übersichtlich gestaltet und zeigt jeweils einen Screenshot des letzten Besuches als Kamera-Icon. Über dieses kommt der User dann zum Live-Bild oder den Einstellungen jedes Gerätes. Gerade letztere sind sehr detailliert ausgefallen. Zu entscheiden ist beispielsweise, wer oder was und mit welcher Empfindlichkeit zu erkennen ist. Das geht von der reinen Bewegung bis hin zu Personen, Autos oder Tieren. Darüber hinaus können die Bereiche des Sichtfeldes gekennzeichnet werden, in denen keine Erkennung stattfinden soll, u.a. um nicht Persönlichkeitsrechte anderer zu verletzen.

Die App als Schaltzentrale. Einstellungen vornehmen, Livebilder anschauen, Alarme empfangen.
ReolinkEin wichtiges und sinnvolles Feature sind die Zeitpläne. Wer die Automatisierung via Google oder Alexa nicht nutzen kann oder will, hat die Möglichkeit, für jeden Wochentag von 0 bis 24 Uhr zu bestimmen, wann die Kameras aktiv oder inaktiv sein sollen. So werden unnötige Benachrichtigungen verhindert. Apropos: Reolink ermöglicht über die App auch kritische Alarme, solche also, die selbst im Ruhezustand und bei ausgeschaltetem Ton bei erkannten Bewegungen informieren. Schließlich hat man mithilfe von Kurzbefehlen die Möglichkeit, mehrere Kameras zusammen unabhängig vom Zeitplan ein- oder auszuschalten. Last but not least listet der Ereignisverlauf alle auf den Speichern festgehaltenen "Vorkommnisse" mit einem kleinen Screenshot auf.
Für die Altas PT Ultra dient die App zudem als Fernbedienung, mit deren Hilfe ein Fixpunkt markiert werden muss, zu dem die Kamera immer wieder zurückkehrt. Darüber hinaus ist auch eine manuelle Steuerung möglich, um das gesamte Sichtfeld aus der Ferne in Augenschein nehmen zu können. Da beide Geräte mit Zwei-Wege-Audio ausgestattet sind, dienen Handy und App als Mikrofon und Lautsprecher zugleich.
Smart Home Sicherheit: Optik und Arbeitsweise
Sowohl Altas PT Ultra als auch Argus 4 Pro gelten als 4K-Kameras, lösen allerdings unterschiedlich auf. Während erstere über 3840x2160 Pixel verfügt, sind es bei der Doppel-Linse 5120×1440. Verarbeitet wird bei beiden das Material via einem 1/1.8"CMOS-Sensor zu konstanten 15 Bildern pro Sekunde. Für einen möglichst großen Lichteinfall sorgt die F1.0-Blende, was sich vor allem bei Nachtaufnahmen bemerkbar macht. Denn auch hier setzt Reolink auf Farbe. Die Qualität der Aufnahmen bzw. Darstellung ist beeindruckend. Auch wenn jeweils eine LED-Videoleuchte unterstützt, so hellen die objektivseitigen Bestandteile das Bild ungemein auf. Erst die Einblendung der Uhrzeit im Video belegt, dass es sich u.U. um tiefschwarze Nacht ringsrum handelt.

Home Hub als Sicherheitszentrale. Dann arbeiten die Kameras im eigenen Netzwerk, gespeichert wird offline auf bis zu über einem TB.
ReolinkFür die Erkennung aller Bewegungen setzen die Asiaten auf wärme sensible PIR-Sensoren. Diese lösen den Aufnahmevorgang dann aus, bei der Altas PT Ultra gar, bevor ein Objekt im Bild erscheint. Diese Pre-Record Phase kann bis zu zehn Sekunden lang sein und kommt erstmals im Consumer-Bereich zum Einsatz. Dank des beweglichen Objektivs folgt die Kamera schließlich der erkannten Person, solange die sich im Sichtfeld befindet. Die Empfindlichkeit der Sensoren kann bis zu zehn Metern eingestellt werden. Und die Technik reagiert wirklich sensibel. Wer nicht permanent aufgescheucht werden will, sollte zumindest die Bewegungserkennung reduzieren, da hier auch plötzlich einfallendes Sonnenlicht zu einer Reaktion führt.
Smart Home Sicherheit: Bildqualität und Betriebsdauer
Reolink setzt bei beiden Kameras erstmals das sogenannte ColorX ein. Dank sensibler Bildsensoren und großer Blenden sorgt die Vollfarbtechnologie dafür, dass sichtbares IR-Licht verarbeitet werden kann. Somit entsteht, wie schon beschrieben, selbst bei Dunkelheit ein sehr helles und detailliertes Farbbild. Ruckelfreie Aufnahmen garantiert eine zu wählende Frequenz von 50 oder 60 Bildern pro Sekunde. Wer sich zudem für eine scharfe statt für eine Aufnahme für schnelle Bewegungen entscheidet, erhält Bilder, die vor allem im Nahbereich von bis zu fünf Metern einem Zoom in Sachen Schärfe und Detailtreue standhalten.

Unabhängig dank Solaranbindung. Beide Kameras können über ein 6W-Panel geladen werden.
ReolinkStandhalten ist ebenfalls das Thema mit Blick auf die Akkus. Denn auch hier spielt ColorX eine Rolle. Es ist energieeffizienter als andere Systeme. Zudem sind beide Kameras schon von Hause aus batterieseitig gut ausgestattet. 5000 mAh kann die Argus 4 Pro vorweisen, viermal soviel sind es bei der Altas PT Ultra. Letztere wäre theoretisch 16 Monate in der Lage, mit einer Ladung im Standardmodus zu arbeiten oder acht Tage lang mit einer täglichen Daueraufzeichnung von zwölf Stunden. Dass aber alles ist blanke Theorie, denn das 6W-Solarpanel von Reolink sorgt für ständigen Stromnachschub. Nur zehn Minuten Sonne am Tag stellen dabei schon 24 Stunden Betriebsbereitschaft sicher.
Smart Home Sicherheit: Keyfacts und Zusammenfassung
Batteriebetrieben und Photovoltaik abgesichert limitiert nur das eigene WLAN den Einsatzradius der Altas PT Ultra und der Argus 4 Pro. Da beide Kameras sowohl im 2,4 als auch im 5 GHz arbeiten, ist große Reichweite gepaart mit hohem Datendurchfluss garantiert. Wird der Relolink Hub als Schaltzentrale genutzt, macht sich der User zudem teilweise unabhängig vom hauseigenen Netzwerk. Zu der relativ großen Freiheit beim Einsatz der Systeme gesellt sich deren optische Überlegenheit. Dank ColorX, sehr leistungsfähigen Chips zusammen mit großen Blenden ist Tag und Nacht ein helles und detailreiches Bild zu erwarten.
Die Nutzung von PIR-Sensoren sowie die Möglichkeit, über die App auch kritische Alarme zuzulassen, ermöglicht das rechtzeitige Erkennen von Bewegungen und deren Meldung an den Eigner. Der kann kann dann geeignete Maßnahen ergreifen, z.B. eine Sirene auslösen oder das Gepräche via App und Kamera über die Distanz suchen. Qualität der Hülle und Haptik derselben überzeugen ebenso wie das technische Innenleben oder der Aufbau der Applikation. Wer auf Google setzt darf das Gesamtsystem gar in sein Smart Home integrieren.
Angesichts der enormen Schäden, die Einbrüche verursachen, sind schon die Standardpreise angemessen. So verlangt Reolink für die Altas PT Ultra inkl. Solarpanel um die 200 Euro, für die Argus 4 Pro plus Panel knapp 30 Euro mehr. Im Bundle oder bei den derzeitigen prime days sind aber nochmals rund 30 Prozent weniger möglich, was beide System fast schon in den Schnäppchen-Bereich rückt.

Video Dorbell in zwei Farben mit zwei unterschiedlichen Ansichten.
ReolinkSmart Home Sicherheit: Video Doorbell ergänzt System
Das Portfolio in Sachen Sicherheit ergänzt die Video-Doorbell, die es als kabelgebundene und Batterie-Variante gibt. Beide werden wie schon die Kameras über die App ins System eingebunden, am sinnvollsten über den Reolink-Hub und je nach Gusto in beiden möglichen WLAN-Konfigurationen. Für die Türklingel gelten die gleichen Einstellmöglichkeiten, was Betriebszeiten, Privatsphäre, Warnungen und Alarme sowie die Smart Home Nutzung betrifft. Neben der Bewegungs- ist auch eine Paket-Erkennung implementiert. Aufgelöst wird in 2k von der 5 MP-Kamera. Interessant ist, dass Reolink ein schwarzes und ein weißes Model anbietet, das jeweils ein anderes Ansichtsformat bereithält - 4:3 schwarz, 3:4 weiß. Wird geklingelt, gibt es wahlweise über die App und/oder über eine - bei der wireless Variante in der Lieferung enthaltenen - Chime den entsprechenden Klingelton. Auf den reagiert wenn gewollt die Klingel mit einer festzulegenden Antwort. Zu Halloween sind auch gruselige verfügbar in der App. Die Batterie-Variante kommt gut zwei Wochen ohne Aufladung aus und braucht ca. drei Stunden bis zur vollen Füllung. Dank eines Schnell-Arretierungsmechanismus kann sie problemlos oft entfernt und wieder angebracht werden.
Reolink Argus 4 Pro/Altas PT Ultra Test-Fazit
Wer Standort- und/oder Strom unabhängige Sicherheitslösungen für sein Heim sucht, sollte sich die Kameras Altas PT Ultra sowie Argus 4 Pro genauer anschauen. Moderne Bildverarbeitung und 4k-Auflösung, sichere Netzwerklösungen via 2,4 und 5 GHz, hohe Speicherkapazitäten in den Kameras und noch sicherer im Home Hub, dazu eine App, die alles übersichtlich zusammenfast und bedienen lässt und per kritischem Alarm umgehend informiert - mehr kann man eigentlich von solchen Systemen nicht verlagen. Dazu sind Einrichtung und Bedienung kinderleicht, selbsterklärend und anwenderfreundlich. Und das alles zu einem Preis, der deutlich unter einem Zehntel der durchnittlichen Schadenshöhe eines Wohnungseinbruches liegt.
