Smart Home Test: Tür mit einem Lächeln öffnen

Switchbot Lock Ultra. 3-D-Gesichtsscan ermöglicht kontaktloses öffnen der Wohnungstür.
Switchbot- Switchbot Lock Ultra: Smartes Türschloss mit 3D-Gesichtserkennung ermöglicht kontaktloses Öffnen.
- Einfache Installation: Passt auf fast alle Türschließsysteme, inklusive Mietwohnungen.
- Zugangsmöglichkeiten: Gesichtsscan, Fingerabdruck, NFC-Tag, Zugangscode oder App-Steuerung.
- Dreifache Stromversorgung: Akku, Backup-Batterie und Notstrom sichern Funktionalität.
- Datenschutz wählbar: Scans lokal oder im Smart-Home-System (z. B. Google, Apple, Amazon).
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Smarte Türschlösser sind bei Freunden des vernetzten Heims längst kein Geheimtipp mehr. Ob per Code, Fingerabdruck oder Geofense setzt man einen kleinen Motor in Gang, der von der Innenseite des Wohnungseingangs den Schlüssel dreht. So weit, so bekannt.
Aber gerade im Bereich von smart Home geht die Entwicklung natürlich unaufhaltsam weiter. Wenn wir das Handy per Face ID entsperren können, warum nicht auch die Tür zum trauten Heim, ohne dass es weiterer Hilfsmittel bedarf?
Switchbot, seit knapp zehn Jahren mit der Mission unterwegs, das Zuhause zu automatisieren, hat nun erstmals eine Lösung dafür parat. Lock Ultra heißt das smarte Türschloss, das in Verbindung mit dem Keypad Vision öffnet, wenn eine berechtigte Person vor der Tür steht. Klingt ein wenig nach Science Fiction und dürfte für viele auch so wirken. Deshalb haben wir uns das Duo genauer angeschaut, um zu erfahren, ob alles nur Vision oder praktisch lebbarer Alltag ist.
Lock Ultra - Installation
Eines muss man den Entwicklern aus Shenzhen lassen, sie haben mitgedacht. Denn das Lock Ultra kommt defacto fertig montiert und mit Adaptern daher, die eigentlich auf alle Schlösser dieser Welt passen. Insofern braucht niemand Angst zu haben, seinen Schließzylinder austauschen zu müssen. Es werden die notwendigen Aufsätze mitgeliefert, die mit wenigen Handgriffen eine Anpassung ermöglichen. Sogar für jene Varianten, die innen keinen Schlüssel, sondern ein Drehrad mit Aufsatz haben, wurde gedacht. Der Adapter dafür allerdings ist Zubehör. Und gleich vorweg: Switchbot empfiehlt, das Schloss nur an beidseitig steckbaren Zylindern zu verwenden. Funktioniert zwar auch bei jenen, wo man nur immer von einer Seite schließen kann, dann allerdings fehlt die absolute Notvariante, die da Schlüssel heißt.

Lock Ultra. Einfache Installation für alle gängigen Zylinder-Typen.
SwitchbotDer mittlerweile recht kompakte Aufsatz kann per kleinen Madenschrauben oder Klebestreifen an der Tür befestigt werden. Letztere Variante dürfte vor allem für Mieter interessant sein, die keine dauernden Umbauten vornehmen wollen oder dürfen. In Sachen Festigkeit haben wir im Testzeitraum keine Unterschiede feststellen können. Gut gelöst, das Schloss lässt sich auch auf die Verblendung von Schließanlage und Klinke aufsetzen. Alles Weitere geht schnell: Schlüssel rein, Adapter auswählen, Schloss aufsetzen, Verblendungen drauf - fertig. Für alle, die unsicher sind, gibt es Installationsvideos sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der App.
Switchbot smartes Schloss - Alles in der App
Apropos: Die Applikation ist natürlich Voraussetzung für den Betrieb des Lock Ultra. Vor allem aber für die Einrichtung. Die ist im Vergleich zu vorherigen smarten Schlössern deutlich verschlankt worden. Schloss, Keypad und Keypad Vision werden in dieser Reihenfolge eingebunden und gepairt. Wer die Gesichtserkennung nutzen will, kann das reine Keypad später wieder deinstallieren, da dessen Funktionen im Vision mit vorhanden sind.
Mit letzterem wird schließlich ein Gesichts-Scan ausgeführt, der dank Infrarot dreidimensional erfolgt. Als Zugangsvarianten können zudem Passkey, Fingerabdruck und NFC-Tag genutzt werden. Obligatorisch ist nur ein LogIn-Code, alles andere bleibt dem Nutzer überlassen. Die Einlasskombi kann neben ständiger Nutzung auch temporär oder tageszeitlich eingegrenzt programmiert werden, um den Zugang für andere beispielsweise zu steuern. In der App werden dann noch die Funktionsmodi eingestellt, also wie schnell beispielsweise das Schloss öffnen soll oder ab wann der extraleise Nachtmodus aktiv ist. Und natürlich lassen sich auch Automationen installieren. Schließlich wird ein Hub Mini mitgeliefert. Dazu später mehr.
Lock Ultra - Ein Blick genügt
Fingerprint, Zugangscode oder NFC-Tag - für smarte Zeitgenossen alles Schnee von gestern. Wer sein Handy per Blick entsperren kann, möchte das natürlich auch bei der Wohnungstür. Wie vom Smartphone für die Face ID gewohnt, wird bei der Einrichtung ein Gesichtsscan ausgeführt. Dank Infrarot erfolgt der dreidimensional, was in der Folge bedeutet, dass ein Foto nicht ausreicht, das Schloss zu aktivieren. Bei manchen funktioniert die Öffnung gar mit Sonnenbrille. Wer hier alle Möglichkeiten abdecken will, hinterlegt einfach mehrere Scans, was im übrigen auch für all jene gilt, die noch Zugang erhalten sollen. Switchbot empfiehlt bei der Einrichtung des Keypad Vision auch eine Alternativhöhe für die Anbringung, im Fall, dass es Größenunterschiede bspw. durch Kinder im Haushalt gibt.

Kongeniales Duo: Lock Ultra und Keyboard Vision
SwitchbotSmartes Schloss - Offline oder per Matter-Hub
Angst um den Datenschutz muss dabei niemand haben, denn, wenn nicht gewollt, werden die Scans lokal gespeichert. Dazu kommunizieren Schloss und Scanner via Bluetooth, also außerhalb des hauseigenen WLANs und der Cloud. Wem solche Bedenken fremd sind, der kann das Lock Ultra natürlich auch ins heimische Universum einbinden. Neben dem beiliegenden Hub Mini eignet sich dafür v.a. der Hub3, der das gesamte Switchbot-Universum zu vereinen mag und zudem dank Matterfähigkeit alles ins smarte System der Wahl (Google, Amazon, Apple) einfügt. Zwar agiert der Hub hier eher als Bridge, aber die Steuerung über ein System - ob per Stimme oder Applikation - macht es dann schon einfacher. Man muss halt für jede Aktion am Hub einen virtuellen Schalter installieren.
Wer möchte, kann den neuesten Hub auch zur Schaltzentrale der Wohnung machen. Neben den Bedienmöglichkeiten sind entsprechende Infos und Meldungen verfügbar, ob auf- oder zugeschlossen ist oder gar die Tür offensteht. Darüber hinaus lassen sich alle Infrarotgeräte über den lernfähigen Hub bedienen.
Lock Ultra - Dreifach abgesichert
Was dem E-Auto-Fahrer die Reichweiten-Angst, ist dem Smart-Lock-Nutzer die Furcht, eines Tages wegen leerer Akkus vor verschlossenen Türen zu stehen. Switchbot geht hier auf die ganz Ängstlichen zu. Denn das System ist tatsächlich dreifach gesichert. Da wäre ein per USB-C aufladbares Akkupack, das neuen Monate hält und sich entnehmen lässt. In der App wird natürlich über den Ladezustand informiert und rechtzeitig gewarnt, sollte sich der Füllstand an Energie dem Ende neigen. Darüber hinaus gibt es eine auswechselbare Batterie, die 500 Öffnungen garantiert. Das Schloss lässt sich also auch bedienen, wenn bspw. die Akkus gerade an der Dose hängen. Gibt es dann ein Problem mit der Backup-Batterie, existiert noch eine weitere, deutlich kleinere, die nochmals bei bis zu fünf Notfällen eingreifen kann. Dass sich das Schloss aus energetischen Gründen nicht öffnen lässt, dürfte damit ausgeschlossen sein.

Switchbot Lock Ultra. Dreifach-Sicherung für die Stromversorgung. Aufladbares Akku-Pack (grün), Backup-Akku (gelb), Notstromversorgung (rot).
SwitchbotSwitchbot Lock Ultra - Weitere Features und Zusammenfassung
Zwei Dinge zur Ergänzung. Wenn gewollt, keine Bedingung, lässt sich am Tür-Rahmen ein Magnet anbringen, der über den Öffnungszustand informiert. Einstellbar ist zudem die Bedienfläche auf dem Drehschalter des Schlosses. Per einfachem oder Doppeltipp kann das Auf- oder Zuschließen bzw. das Öffnen der Tür durch Zurückziehen der Falle veranlasst werden. Man darf natürlich auch einfach den Knopf drehen und die Türklinke bedienen. Schließlich ist da noch der Nachtmodus, der, zwar etwas langsamer, aber dafür extrem leise ver- oder entriegelt, um schlafende Mitbewohner nicht zu wecken.
In der All-In-One-Kombi schlagen Schloss, Keypad Vison und Hub 3 mit fast 390 Euro zu Buche. Ohne den großen, aber immer noch mit dem kleinen Matter-fähigen Hub wären wir bei rund 300 Euro. Dafür gibt's ein einfach zu installierendes smartes Schloss, das auch der Laie auf Gesichtserkennung trimmen kann. Und das, wenn gewollt, ohne Einbindung ins Hausnetzwerk problemlos funktioniert. Dazu lässt sich das Lock Ultra auf alle gängigen Türschließsystem hiesiger Breiten montieren, ist innerhalb kurzer Zeit funktionsfähig und verrichtet zuverlässig seinen Dienst. Die Einschränkung mit dem beiderseitig nutzbaren Zylinder macht Switchbot nicht allein geltend. Hier will man lediglich das letzte Quäntchen Sicherheit, den richtigen Schlüssel, als Backup im Spiel halten.
Switchbot Lock Ultra - Test-Zusammenfassung
Machen wir es kurz: Schlüssel war gestern. Die Möglichkeit, schnell und einfach ein smartes Schloss mit neuer und richtig guter Gesichtserkennung in sein Heim zu integrieren, war, auch für Laien des smarten Zuhauses, noch nie so einfach und unkompliziert. Schnelle Installation, wenn gewollt, einfache App- und Netzwerkanbindung und nicht zuletzt zuverlässiges Funktionieren lassen Sci-Fi Wirklichkeit werden. Und im Ernst, nach einer Woche Nutzung möchte man gar nicht mehr anders Zugang zu den eigenen vier Wänden haben wollen.
