Smarte Bewässerung: So lässt sich Wasser, Geld, Zeit sparen

IrriSense von Aiper. Simulierter Landregen nach Zeitplan.
Stefan Klug- Aiper IrriSense bietet smarte Gartenbewässerung mit individueller Flächenanpassung.
- System arbeitet wetterbasiert: Stoppt bei Regen, passt sich Wind und Vorhersagen an.
- Reichweite von bis zu 12 Metern, Steuerung per App, 360-Grad-Beregnung.
- Installation und Einrichtung in wenigen Minuten, Plug-and-Play-System.
- Preis: ca. 650 Euro, spart langfristig Zeit, Wasser und Aufwand.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Hitzewellen und Trockenperioden - auch für Rasen und Gärten sind unsere Sommer nicht selten eine Belastungsprobe. Wer halbwegs seine grünen Oasen erhalten will, muss investieren. Zeit und Geld, mitunter ist zeitiges Aufstehen angesagt, weil lokale Gebote das Bewässern zu bestimmten Zeiten untersagen.
Zwar gibt es schon Systeme, die nach Zeitplänen arbeiten können und beispielsweise nachts die Sprinkler anstellen. Aber Wettereinflüsse wie Regen oder Wind machen die Beregnung entweder unsinnig oder ineffektiv. Und dann passen oftmals die Grundflächen von Rasen oder Garten nicht zu dem, was normale Sprenger in der Lage sind, abzudecken. Die Lösung für die Fläche wären verlegte Anlagen, die dann aber auch nur kreisförmig oder quadratisch beregnen. Teuer und aufwendig zu installieren sind sie zudem.
Diese Gemengelage muss die Entwickler von Aiper umgetrieben haben. Die in Atlanta, Georgia/USA, gegründete Firma ist eigentlich auf Reinigungsroboter für Pools spezialisiert. Mit ihrer neuesten Erfindung allerdings verlässt man die Schwimmbecken, bleibt aber dem Wasser treu. Denn mit IrriSense kommt eine smarte Bewässerungslösung, die alle oben beschriebenen Probleme mit einem System zu lösen verspricht. Wir haben uns lange vor dem offiziellen Produkt-Launch und ausgiebig in den ersten Hitzewellen des Jahres mit dem System beschäftigt und klären, ob es sich mit IrriSense um die eierlegende Wollmilchsau in Sachen Gartenbewässerung handelt.
IrriSense - Aufbau und Installation
Das Bewässerungssystem kommt in einem vergleichsweise kleinem Karton daher und ist defacto plug&play vom Start weg. Denn die zentrale Sprenger-Einheit ist komplett montiert. Diese besteht aus einem anthrazitfarbenen Kunststoff-Zylinder, auf dem ein 360-Grad drehbarer Aufsatz thront, der die Düse sowie eine Druckanzeige enthält. Ein Bodenanker, auf den der Zylinder gestellt wird sowie vier mitgelieferte Erdschrauben sorgen für einen ausreichend festen Halt an der gewählten Position. Diese sollte zum einen grösstmöglich freie Sicht auf den zu bewässernden Bereich gewähren und zudem nicht weiter als zehn Meter von der nächsten Steckdose entfernt sein. Die Entfernung begrenzt das mitgelieferte Stromkabel.

Aiper IrriSense. 360-Grad-Beregnung auf Knopfdruck.
Stefan KlugDa Aiper empfiehlt, auch die Wasserzuleitung nicht länger zu wählen, grenzt das natürlich die Standortwahl ein. Die maximale Beregnungsentfernung wird mit zwölf Meter angegeben. Auch dies sollte bei den grundsätzlichen Platzierungsüberlegungen mit einfließen. Für den Wasseranschluss sind sowohl Halb- als auch Dreiviertel-Zoll-Verbindungen möglich. Letztere wäre wohl mit Hinblick auf den geforderten Wasserdruck die bessere Wahl. Auch wenn im Package mit Ausnahme eines Schlauches alle Anschluss-Utensilien dabei sind, die Schnell-Kupplungen taugen leider überhaupt nichts und halten genau bis zum maximalen Aufdrehen des Wasserhahns. Hier sollte man die Beigabe entweder weglassen oder Qualität a la Gardena mitliefern.
Smarte Bewässerung - App und Mapping
Smart wird jedes Gadget natürlich erst, wenn es in eine App eingebunden und folgend eigenständige Entscheidungen treffen kann. Das ist bei IrriSense nicht anders. Hier gibt's in der Aiper-App eine Unterseite für die Beregnungsanlage, die alle notwendigen Bedienelemente enthält. Das wichtigste vor dem Start ist das Mapping. Schließlich muss dem Teil ja gezeigt werden, was alles beregnet werden soll. Die Einrichtung ist dabei ähnlich der eines Mähroboters. Die Außengrenzen der Fläche werden markiert. Dafür wird über die App, die als Fernbedienung fungiert, Richtung und Intensität des Wasserstrahls für beliebig viele Punkte festgelegt. Stehen Bäume oder Gewächse im Weg, sollte man den Strahl davor enden lassen, um Beschädigungen zu vermeiden. Zum Ende der Einrichtung müssen einfach der erste und der letzte Punkt verbunden werden, fertig. Zeitaufwand keine fünf Minuten für alles.

IrriSense smarte Bewässerung. Das Mapping folgt der Flächenform.
AiperVia App wird der IrriSense auch mit dem hauseigenen WLAN verbunden. Ist keine Pflicht für die reine Beregnung, aber notwendig für die smarte Seite des Ganzen. Denn als Nächstes sollten die Zeitpläne angelegt werden. Aiper empfiehlt dreimal pro Woche zu wässern. Dafür lässt sich dann auch eine Obergrenze der Wassermenge in Millimeter je Quadratmeter festlegen. Dank der Wettervorhersage ist das System über zu erwartende Niederschläge oder starke Winde informiert und verschiebt dann u.U. die Bewässerung oder setzt sie ganz aus. Regnet es unerwartet, stoppt ein Wassersensor auf der Oberseite des Gerätes die Beregnung sofort.
IrriSense - Echter Landregen auf Knopfdruck
Alle Anschlüsse richtig verbunden und Wasserdruck- wie auch Durchlauf auf empfohlenen Niveau, schafft es die Monodüse des IrriSense, den Wasserstrahl maximal zwölf Meter weit zu bringen. Ein kleiner Keil an der Unterseite greift so ein, dass ein Teil des Wassers über die volle Distanz verteilt als dickerer Sprühnebel zu Boden geht. So imitiert das IrriSense Landregen, der für eine gleichmäßige Bewässerung sorgen soll. Zudem absolviert das System mehrere Runden, wobei zuerst die Außengrenzen und dann von innen nach außen beregnet wird. Um 13 Millimeter Wasser auf knapp 200 Quadratmeter zu verteilen werden am Ende knapp 70 Minuten benötigt. Zeit, die man u.U. dreimal wöchentlich selbst investieren müsste.

Aiper IrriSense. Feine Verteilung des Wassers bis zu einer Entfernung von zwölf Metern.
Stefan KlugTheoretisch ist die Anlage in der Lage, bis zu 445 Quadratmeter auf einmal gleichmäßig mit Nass zu versorgen. Dann allerdings müsste die Zentraleinheit in der Mitte der Fläche stehen und die Medien Wasser und Strom sich ebenfalls im Radius befinden. Das wird niemand wollen bzw. ist es aus rein praktischen Erwägungen heraus nicht möglich bzw. empfehlenswert. Apropos Theorie und Praxis. Aiper empfiehlt einen Wasserdruck von mindestens 3,1 Bar. Entsprechend der verbauten Anzeige kamen wir kaum über die Hälfte dieses Wertes. Dennoch wurde die maximale Reichweite von zwölf Metern locker erreicht. Allerdings waren deutlich Schwankungen durch Abnahmen vom Netz zu bemerken. Insofern sollte man beim Mapping Zeiten wählen, die einen hohen Wasserdruck gewährleisten und dann auch nicht versuchen, Reichweiten zu erreichen, die aufgrund des Druckes nicht machbar sind. Ist der nämlich später dann besser, schießt das Wasser buchstäblich übers Ziel hinaus. Hier muss u.U. dann eine neue Karte angelegt werden.
Smarte Bewässerung - Weitere Features und Zusammenfassung
Neben der Zeitplan-Bewässerung bietet das System noch drei manuell über die App zu startende Modi. Zum einen die Rasen-Kühlung, besonders an heißen Tagen empfohlen. Dann dreht das IrriSense drei schnelle Runde und befeuchtet die Oberfläche binnen fünf Minuten. Weiter gibt es die manuell zu startende Bewässerung, deren Tiefe drei, sechs oder 13 Millimeter betragen kann. Dazu wird entweder auf der App der Startknopf gedrückt oder der zentrale Knopf auf dem Gerät. Vorteil hier, auch ohne App, beispielsweise die Urlaubsbetreuung fürs Grundstück, kann so den Rasen beregnen lassen. Und schließlich ist es möglich, manuell über die Fernsteuerung, die schon fürs Mapping verwendet wurde, einzelne Bereiche im Gebiet gezielt mit Wasser zu versorgen.
Übrigens: Wer Kabel und Schlauch fest verbaut hat, kann das IrriSense auch über den Winter stehen lassen. Die Düse lässt sich ausbauen und wechseln, es gibt einen Entleerungsmodus fürs System für den Fall, dass Frost droht.

Aiper IrriSense. Zwölf Meter Radius für die Bewässerung. Derzeit Spitzenwert am Markt.
AiperGerade für jene, deren zu bewässernde Grundstücke nicht den Normen der Sprenger-Hersteller (rund, rechteckig) folgen, empfiehlt sich ein Bewässerungssystem a la IrriSense. Schnell aufgebaut, individuell in Sachen Form und Wassermenge sowie Zeitplan einstellbar. Mit zwölf Metern maximaler Reichweite derzeit das Stärkste am Markt. Dazu die smarte Anbindung an die Wetterprognose, um die Beregnung den Notwendigkeiten und Möglichkeiten anzupassen. Hier ergibt sich am Ende des Tages jede Menge Einspar-Potential bei der kostbaren Ressource Wasser. Zudem wird die Bewässerung stets exakt in der notwendigen und/oder gleichen Menge ausgeführt, was beim normalen Sprenger eher nicht der Fall ist. Auch der Gewinn an persönlicher Freizeit summiert sich schnell auf mehrere Stunden über die Saison hinweg. Und nicht zuletzt ist das gesamte System einfach bequem für den Anwender zu nutzen. Knapp 650 Euro sollten all diese Vorteile dem User allerdings Wert sein. Nicht eben billig, aber auf längere Sicht rechnet sich das schon.
Aiper IrriSense - Test-Fazit
Sparsam, leicht zu bedienen, individuell auf die Grundstücksfläche einstellbar und smart obendrein - Aipers IrriSense sorgt für Landregen, wenn man ihn braucht oder möchte. Am Ende spart der Anwender Wasser, Zeit sowie Aufwand und wird mit sattem Grün belohnt, selbst wenn die Rahmenbedingungen nicht optimal sind. Der Rasen sprengt sich, wenn man so will, defacto selbst. Im Vergleich zu anderen Herstellern sind die Amis zwar etwas teurer, bieten in der Summe aber mehr und bessere Features. Das hat uns am Ende auch überzeugt.
