Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers
: Das Ende der Sternkriegs-Saga

J.J. Abrams führt mit Episode IX zusammen, was vor über 40 Jahren bei George Lucas begann.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Auch, weil der Regisseur, der schon für den siebenten Teil verantwortlich zeichnete, viele Bezüge zum Original herstellt, gleichzeitig aber neue Elemente einführt und sichtlich bemüht ist, auch Handlungsstränge, die Lucas einst offen ließ, zusammen bzw. zu einem Ende zu führen.

So lässt er gar Imperator Palpatine wieder auferstehen, wenn auch mehr als Geist denn real. Ungeachtet dessen will der sein Werk vollenden und die Rebellion ein für allemal niederschlagen. Die „Letzte Ordnung“, eine gewaltige Flotte, soll dies bewerkstelligen. Und die Zeit, dies zu verhindern, ist nicht nur denkbar knapp. Denn mit Exegol kommt zudem ein geheimer Sith-Planet ins Spiel, von dem niemand genau weiß, wo er eigentlich liegt. Nicht zuletzt ist da Schrottsammlerin Rey, die sich zunehmend ihrer Macht bewusst wird, im ständigen Widerstreit mit Kylo Renn liegt und schließlich eine Entscheidung treffen soll, die das Schicksal vieler beeinflussen könnte, ihr eigenes eingeschlossen.

Abrams, der auch das Drehbuch schrieb, ist bei weitem nicht so experimentierfreudig wie noch bei „Das Erwachen der Macht“. Er versucht durchaus behutsam alte und neue Elemente der Story zu vereinen. So darf man getrost darüber streiten, ob es sich in der Rückschau der letzten drei Teile um eine Fortsetzung oder ein Remake oder gar ein Prequel handelt. Fakt ist, Fans auch der ersten Sternenkriegs-Stunden werden viele liebgewonnene Verweise finden. Das geht soweit, dassPrinzessin Leia wieder auftaucht, obwohl deren Schauspielerin Carrie Fisher kurz vor Drehstart verstorben war. Zudem gelingt es gekonnt, einige der wichtigen offenen Fragen oder Handlungsstränge zusammen zu führen. Nur wo es partout - auch nicht in die Geschichte - passte, ließ man die losen Enden einfach in den Weiten des Alls verschwinden. Das freilich werden nur Insider bemerken.

Rey und Kylo Ren - zwei Seiten der Macht

Apropos: Auch wenn nicht zwingend davon auszugehen ist, dass jemand erst beim neunten Teil einer Saga einsteigt, so ist „Der Aufstieg Skywalkers“ dennoch für absolute Neulinge sehenswert. Sie werden nicht alle Bemerkungen oder Beziehungen verstehen, aber unterhaltsam ist die Geschichte gleichwohl. Logik, wie wir sie kennen, ist bei Science Fiction noch nie besonders angesagt gewesen. Wer sich also fragt, was gestotterte Lichtgeschwindigkeit ist, muss das einfach so hinnehmen, wie viele andere Dinge ebenfalls. Die Geschichte muss als großes Ganzes betrachtet werden. Und das ist, trotz des martialischen Namens, ein Weltraum-Märchen.

Das hat Abrams mit sagenhaften Bildern in Szene gesetzt. Die Galaxis schrumpft auf Zimmergröße, in der sich Handlung und Personen ohne Pause permanent von einem Ort zum anderen bewegen. Die CGI-Truppe hat hervorragende Arbeit geleistet. Das ist vor allem von der UHD sichtbar, oder besser, gerade nicht. Denn wenn es noch Teile von Realfilm, also vor richtigen Kulissen, gibt, so sind diese nicht von den computeranimierten zu unterscheiden. Fremde Welten entstehen lebensecht vor dem Auge des Betrachters. Und auch, wenn das Superlativ einzigartig bei fast jeder neuen Produktion Anwendung findet, es wird hier weder inflationär noch missbräuchlich benutzt. Von kleinsten Details bis zu monumentalen Totalen beeindrucken die Szenen immer wieder. Hohe Kontrast- und satte Farbwerte verleihen dem Bild Lebensechtheit und bis zu einem gewissen Grad auch räumliche Tiefe. Man darf also ein stückweit richtig mit dabei sein. Nicht zuletzt der Umstand, dass die knapp zweieinhalb Stunden, nun ja, nicht im Fluge, aber zügig vorüber gehen, zeugt davon, dass J.J. Abrams das richtige Timing für die Handlung gefunden hat, Action und ruhigere Szenen sich in den gesamten Spannungsaufbau gut einfügen. Und mit der Engländerin Daisy Ridley hat man zudem eine Heldin gefunden, die der Saga nicht nur ein modernes und weibliches Antlitz gibt, sondern die zudem auch sehr glaubhaft, nicht zuletzt sympathisch rüberkommt. Letzteres trifft ein klein wenig auch auf Adam Driver zu, dessen Rolle als Kylo Ren natürlich eher nicht dafür ausgelegt war, Beliebtheitspunkte zu sammeln.

Somit findet die dritte Trilogie oder auch die gesamte Star-Wars-Saga ihr (vorläufiges) Ende. Es ist ein durchaus würdiges und passt in Sachen Sehgewohnheiten und Erwartungen - vor allem technischerseits - in die heutige Zeit. Ob es angesichts von über einer Milliarde Dollar weltweitem Einspiel wirklich das Ende ist, muss sich angesichts der Herausforderungen, die die derzeitige Situation auch an den Disney-Konzern stellt, zeigen.

Genre: Science Fiction; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 142 Minuten; Verleih: Disney; Regie . J.J. Abrams; Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac; USA 2019

Ab dem 4. Mai komplettiert „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ die gesamte Saga auf Disney+ Jeder Film und jede Serie werden dazu mit einem speziellen, aus Originalzeichnungen bestehenden Artwork präsentiert.