Staubsauger im Test
: Saugen, wischen, trocknen - so geht moderner Hausputz

Ob nass oder trocken - beim modernen Hausputz übernimmt die Technik die Schmutzarbeit. Wie gut sind die getesteten Staubsauger?
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Hausputz heute. Saugen, wischen, trocknen. Das Testfeld.

Hausputz heute. Saugen, wischen, trocknen. Das Testfeld.

Eureka, Tineco, collage moz
  • Moderne Staubsauger saugen, wischen und trocknen in einem Arbeitsgang, z.B. Eureka und Tineco.
  • Eureka und Tineco bieten innovative Design und Funktionen wie automatische Entleerung und Selbstreinigung.
  • Tineco hebt sich durch bessere Selbstreinigung ab, ist aber teurer als Eureka.
  • Beide Marken sind benutzerfreundlich, bieten hohe Reinigungsleistung und modernes Design.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Hausputz gehört unstrittig zu den unbeliebtesten Tätigkeiten in den eigenen vier Wänden und wird zudem hauptsächlich von Frauen erledigt. Wer hier unkomplizierte und schnelle Hilfe anbietet, kann ganz weit vorn bei denjenigen landen, die für ein sauberes Heim verantwortlich zeichnen. So wundert es nicht, dass die diesjährige IFA zu Teilen wie ein Branchentreffen der Staubsaugervertreter anmutete.

Darunter fanden sich alte Hasen ebenso wie junge Wilde. Den jeweiligen Produkten indes sah man die Firmenhistorie eher nicht an. Denn neben solider wie auch ausgeklügelter Technik spielt das Design eine entscheidende Rolle. Das Auge putzt eben mit. Auf eine über 100-jährige Tradition in Sachen Sauberkeit blickt Eureka zurück. Die Amerikaner brachten bereits 1909 in Detroit ihren ersten Staubsauger heraus. Im Vergleich dazu ist der Markteintritt von Tineco aus Hongkong eher gestern gewesen, 1998, um genau zu sein. Dennoch haben es die Chinesen im vergangenen Jahr auf über 40 Prozent Marktanteil bei Staubsaugern auf Amazon geschafft.

Urgestein gegen Global Player heißt also die Paarung und im Mittelpunkt steht der Fußboden. Saugen, wischen und trocknen sind die Disziplinen, auf denen sich reine Staubsauger sowie Nass-Trocken-Kombinationen beweisen müssen. Beide treten mit ihren IFA-Neuvorstellungen an, die auf Fließen, Parkett, Laminat und kurzflorigen Teppichen zeigen konnten, wie gründlich und einfach-praktisch sie Staub, Haaren oder Flecken Herr werden können.

Staubsauger Entleerung automatisch

Den Anfang machte dabei der Klassiker Staubsauger. Vorbei die Zeiten klobiger Boden-Ungeheuer, die wie ein störrisches Haustier hinterher gezerrt werden mussten. Heutzutage ist man wieder beim Handstaubsauger gelandet. Rank und schlank, designtechnisch fast wie aus einem Sci-Fi entlehnt. Eureka nennt ihn wegweisend Stylus Elite. Da kann Tineco mit Pure One Station 5 nicht ganz mithalten. Aber, Namen sind Schall und Rauch.

Beide Kontrahenten kommen mit einer selbstständig stehenden Station daher, die nicht nur fürs Nachladen zuständig ist, sondern den beutellosen Schmutzbehälter des Gerätes nach getaner Arbeit entleert. Der Staubsauger für den Staubsauger, wenn man so will. Bei Tineco wird kurz nach dem Einsetzen ein ganzer Reinigungsvorgang automatisch in Gang gesetzt. Gleichzeitig saugen mehrere Zyklone Bürste, Rohr und Filter ab. Dabei wandert der Dreck vom Handgerät in einen Behälter in der Station. Staubige Nacharbeiten wie zu den Anfängen moderner Drahtlossauger entfallen also. Erst, wenn sich 2,5-Liter angesammelt haben, ist eine Entleerung der Station angesagt. Eureka setzt hier tatsächlich auf einen Beutel, der ebenfalls 2,5 Liter fasst. Vom Ende her betrachtet die noch sauberere Lösung, vor allem für Allergiker. Dafür muss der Reinigungsvorgang per Knopfdruck händisch gestartet werden und umfasst vor allem den Staubbehälter am Stylus.

Bei der Bürste vertrauen Eureka und Tineco auf unterschiedliche Ansätze. Während die Amerikaner auf weiche Kunststoff- sowie beschichtete harte Lamellen setzen, finden sich bei den Asiaten tatsächlich verschiedene Bürstenkombis aus hart und weich. Letztere, ZeroTangle genannt, soll das Verheddern von Haaren verhindern, wobei das auch für den Stylus versprochen wird. Bei der rein praktischen Anwendung war nicht wirklich ein großer Unterschied festzustellen. Allerdings muss man berücksichtigen, dass der Pure One Station mit 175 Watt Saugleistung um einiges über dem Mitbewerber liegt, der mit 120 Watt die Oberflächen bearbeitet. Zudem passt Tineco die Intensität dem Verschmutzungsgrad an. iLoop nennt sich das System, das die eingesaugte Luft analysiert und automatisch die Saugstärke regelt.

Staubsauger verschiedene Arbeitsmodi

Bei Eureka hat der User schlicht die Wahl zwischen dem Normal-, Eco- und dem Power-Modus, die auch beim Tineco per Hand gewählt werden können, wobei hier Auto eben Eco ersetzt. Um die Unterschiede in der Leistung bereinigt, liegt der Vorteil des smarten Systems wohl vor allem darin, dass Energie gespart wird, weil volle Power nur bei Notwendigkeit abverlangt wird. Allerdings geben die Hersteller gleichermaßen die maximale Betriebsdauer ohne Aufladung mit 70 Minuten an. Apropos, die Energiespender sind abnehmbar. Ein Ökosystem, in dem sie aber u.U. noch verwendet werden könnten, findet sich jedoch nicht. Beide Sauger verfügen zudem über eine Beleuchtung an der Bürsteneinheit, die das Areal mal in grünem (Tineco), mal in weißem Licht ausleuchtet.

Während beide zusätzliche Stützrollen an der Bürsteneinheit vorhalten, die ein bequemes Vorwärtsschieben des gesamten Saugers ermöglichen, ist die Griff- und Bedieneinheit der Pure One Station 5 einen Tick ergonomischer geformt. Hier liegen Knöpfe und ein Mini-Display in Daumenweite, während man beim Stylus über zwei Knöpfe und ohne Display alles an der Oberseite des Griffes steuern muss.

Wischsauger: Ständige Reinigung der Rolle

Zeit, putztechnisch einen Gang höher zu schalten. Saugen ist gut, wischen ist besser. Und noch besser, wenn beides in einem Arbeitsgang erledigt wird. Mit dem Eureka Rapidwash sowie dem FLOOR ONE Switch S6 Pet haben wir zwei Kandidaten, die dafür bestens geeignet scheinen. Beide setzen auf die ständige Reinigung der schnell rotierenden Wischwalze mit Frischwasser, das aus einem entsprechenden Tank zugeführt wird. Rollfresh nennt Eureka diese Technologie, bei Tineco heißt sie MHCBS. Im Ergebnis verteilen die Wischer den Schmutz nicht, sondern nehmen ihn sichtbar auf. Das gilt ebenso für Haare, deren Verheddern durch ein Kamm-Schabersystem verhindert wird. Alles zusammen landet in einem Schmutzwasserbehälter, der tatsächlich bei beiden Geräten 450 Milliliter groß ist. Mit 800 Millilitern ist der Frischwassertank beim Rapidwash aber deutlich größer als der halbe Liter im Floor One Switch S6.

Eureka New430. Leicht nebelfeuchte Oberfläche.

Eureka Rapidwash. Leicht nebelfeuchte Oberfläche.

Eureka

Erstaunlich insofern, als beim Eureka eher nachgefüllt werden muss, obwohl die zu wischende Oberfläche zart nebelfeucht glänzte. Nach einem Durchgang mit dem Tineco kann man dagegen guten Gewissens von Wischen reden. Offensichtlich nutzen die Amerikaner mehr Wasser zur internen Rollenreinigung während des Arbeitsvorganges. Das allerdings schlägt sich nicht wirklich in dem wieder, was am Ende im Schmutzwassertank zu finden ist. Aber dazu später.

Sauber bis an die Kanten

Bei beiden Modellen kann eine Reinigungssubstanz hinzugefügt werden, um das Ergebnis zu verbessern. Dass es natürlich nur die firmeneigene sein soll, sei am Rande erwähnt. Ebenso verweisen beide Hersteller auf die nunmehr bessere Kantenreinigung. Und tatsächlich sind die Rollen so angebracht, dass sie bündig mit der Scheuerleiste oder den Wandfließen abschließen. Allerdings - nur auf einer Seite und hier interessanterweise gibt es bauseitige Unterschiede. Bei Eureka findet sich der Rollenantrieb links, sodass der Wandkontakt rechts hergestellt werden kann. Bei Tenico ist es genau umgekehrt. Hier könnte also die Art der Reinigung und ob man links oder rechts den Reiniger führt, die Kaufentscheidung beeinflussen.

Beide verrichten ihre Arbeit in akzeptabler Lautstärke. In Sachen Display wiederholen sich die bereits oben beschriebenen Unterschiede bei den Anwendungsmöglichkeiten. Die eher rudimentäre Ansicht des Rapidwash zeigt Arbeitsmodus und Ladezustand. Beim FLOOR ONE Switch S6 Pet wird großes Kino geboten, indem über eine Rundanzeige von blau zu rot die Intensität der Reinigung aus der iLoop-Messung visualisiert wird. In Zahlenform kann zudem die Akku-Kapazität abgelesen werden.

Tineco Floor One Switch S6 Pet: Kombigerät für alle Fälle.

Tineco Floor One Switch S6 Pet: Kombigerät für alle Fälle.

Tineco

Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es bei den Betriebsarten zwei entscheidende Unterschiede. Denn der Eureka kann auch trocken im Dry-Modus verwendet werden. Also im Prinzip als normaler Staubsauger, der mit einer Softrolle Hartböden reinigt, mit dieser aber für Teppiche aller Art ausfällt. Der Tineco ist dafür ein Kombigerät, das den Staubsauger als zusätzliches Modul beinhaltet. Im Lieferumfang sind ein extra Staubbehälter, Rohr, Bürstenrolle vorhanden. Für den Trockenbetrieb muss lediglich die Akku/Motoreinheit hier aus und da wieder eingebaut werden. Geht im Handumdrehen. Allerdings bleibt bei dieser Nutzungsvariante die Reinigungs-Nacharbeit beim Eigner hängen, der den Staubbeutel leeren und ggf. auch die Rolle saubermachen muss.

Womit wir beim letzten Testpunkt wären. Da die Nass-Trockensauger bisher so schön alles allein gemacht haben, ist das Gesamterlebnis natürlich nur perfekt, wenn es für den Menschen keine oder so wenig wie möglich Nacharbeit gibt. Beide Hersteller bewerben so auch das Selbstreinigungssystem der Geräte, das von der von Rolle über die Rohre bis hin zur Trocknung reichen soll. Prinzipiell funktionierte das auch, allerdings mit Unterschieden.

Nass-Trocken-Kombi: Unterschiede bei der Selbstreinigung

Wie weiter oben erwähnt, war der Anteil an Schmutz wie Staubklumpen, Haaren, Kleinpartikeln im Abwassertank beim Tineco deutlich höher als beim Eureka. Und das bei etwa gleich großer gereinigter Fläche. Ein Auseinanderbauen der Geräte zeigte dann, warum. Während in der Rolleneinheit des FLOOR ONE Switch S6 Pet fast keine Rückstände mehr zu finden waren, tummelten sich beim Rapidwash die, die wir im Abwassertank vergebens gesucht haben. Oder anders ausgedrückt, nur bei Tineco hat die Selbstreinigung wirklich gut geklappt. Das ist insofern wichtig, als beide Hersteller darauf verweisen, dass der Rollenantrieb nicht mit Wasser geflutet werden soll. Nacharbeiten bedeuten also, dass die Einheit auseinandergebaut und teils mit Hand aufwendig saubergemacht werden muss.

Tineco braucht dabei für den automatisierten Vorgang nur wenige Minuten. Mit bis zu 70 Grad heißem Wasser wird die Rolle gespült und danach mit heißer Luft getrocknet. Euroka lässt es da deutlich entspannter angehen, nutzt kaltes Wasser und normal temperierte Luft. Im Ergebnis ist die Rolle des Rapidwash auch eine Stunde später noch sehr feucht. Vom Ende des Vergleichs her betrachtet hätten die Asiaten damit die Nase vorn.

Ergebnis: Mehr Features, höherer Preis

Aber, um fair zu sein, darf nicht unerwähnt bleiben, dass der FLOOR ONE Switch S6 Pet mit knapp 600 Euro gut das Doppelte kostet wie der Rapidwash. Und selbst, wenn man die Kombi mit dem normalen Staubsauger herausrechnet, bleibt ein deutliches Plus beim Preis. Dafür muss es ja irgendwo etwas geben, dass diesen Aufschlag rechtfertig. Denn in der reinen Disziplin saugen und wischen nehmen sich die Kontrahenten nicht viel. Bei beiden ist das Reinigungsergebnis der Böden sehr gut und vollkommen ausreichend. Das gilt insbesondere für Kanten, während in den Ecken nicht der letzte Winkel erreicht wird. Zusammenbau wie auch auseinandernehmen geht leicht und intuitiv von der Hand, gleiches gilt für die Bedienung. Nicht zuletzt schließen die verbauten Filtersysteme über 99 Prozent aller Staub- und anderer Partikel ein. Sauber.

Während Eureka dem Credo amerikanischer Haushaltsgeräte einfach aber robust folgt, erfreut Tineco mit ein paar pfiffigen Features wie dem iLoop und setzt das optisch durchaus sehenswert um. Gesagtes gilt uneingeschränkt auch für die reinen Sauger. New Stylus und PURE ONE Station 5 Plus nehmen sich bei der reinen Arbeitsleistung nicht viel, die höhere Saugkrauft von letzterem sowie iLoop sind nice to have, bringen aber keinen herausragenden Vorteil. Die komplette Selbstreinigung durch die Station hingegen nimmt Arbeit ab. Dazu ist alles automatisiert und schlägt am Ende mit 400 statt 300 Euro zu Buche. Bei Eureka muss per Hand ausgelöst und etwas nachgearbeitet werden bei Bedarf, dafür ist die Beutellösung schlussendlich die noch sauberere.

Test-Fazit

Ob reine Staubsauger oder Nass-Trocken-Kombis, sowohl Eureka als auch Tineco kommen mit durchdachten Lösungen ins Haus. Alle Geräte können dank Service- und Entleerungsstation allein stehen, werden dabei geladen und mehr oder weniger automatisch entleert und gesäubert. Die Reinigungsleistungen auf harten Böden wie Fließen, Parket oder Laminat sind durchweg sehr gut, die Bedienung ist intuitiv und einfach. Eigentlich muss man den Saugern nur führend den Weg weisen, mit Staub, Haaren und sonstigen Verschmutzungen kommt der Mensch so gut wie gar nicht mehr in Berührung. Tineco bietet vor allem die bessere Selbstreinigung, verlangt am Ende allerdings auch einen deutlichen Aufschlag für diesen Service. Das Design beider Marken ist modern, teils futuristisch und am Ende Geschmackssache. Budget sind beide nicht, der verlangte Preis scheint jedoch angesichts der gebotenen Features angemessen.

Website Eureka

Website Tineco