Test Gaming-Stuhl: Martian Pro, der Oberklasse-Mitspieler

DXRacer Martian Pro. Soll lange Spiele-Sessions möglich machen
DXRacer- DXRacer Martian Pro: Elektrischer Gaming-Stuhl mit Belüftung, Heizung und Massagefunktion.
- Stufenlose Lehnenverstellung (90–135 Grad) und zweigeteilte Luftkissen-Lordosenstütze.
- 5.000-mAh-Akku für kabellosen Betrieb, Laufzeit laut Hersteller bis zu 360 Stunden.
- Hochwertige Bauweise: Stahlrahmen, Aluminium-Fußkreuz, leise PU-Rollen, EPU-Lederbezug.
- Preis von ca. 800 Euro – ideal für lange Gaming-Sessions, weniger geeignet fürs Büro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie man sitzt, so spielt man. Spätestens seitdem mit eSport auch richtig Geld verdient wird, könnte das abgewandelte Sprichwort noch um den Faktor Sieg ergänzt werden. Zumindest bekommen Bequemlichkeit, Halt und Ausdauer durchaus Gewicht, wenn es um Highscores, Positionen oder virtuelles Überleben geht. Gaming-Stühle wirken zwar wie ein Produkt der Streaming-Ära, sind aber bereits seit vielen Jahren als eine eigene Kategorie am Markt.
Die Idee: ein hoch bauender Sitz mit viel Verstellweg, der lange Sessions abfedert – egal ob für Games, Homeoffice, Studium oder Schnittplatz. Sinnvoll wird das Konzept immer dann, wenn Sitzen Alltag ist. Der Mehrwert liegt in Komfortreserven: hohe Lehnen, stabile Rahmen und Positionen, die sich ohne großen Aufwand und schnell wechseln lassen, statt stundenlang in einer einzigen Haltung zu hocken.
Während Bürostühle meist als Arbeitswerkzeug gedacht sind – neutral im Look, häufig mit atmungsaktiven Materialien und Mechaniken, die Bewegung fördern –, setzen Gaming-Stühle stärker auf Führung. Seitenkonturen, breite Rückenlehnen und ein klar definiertes Sitzgefühl erinnern an Autositze. In denen verbringt man ja womöglich auch mehrere Stunden am Stück. Auf eine lange Erfahrung in diesem Segment kann DXRacer verweisen. Die entwickelten vor knapp 20 Jahren den Urvater des Gaming Chairs. Mit dem neuen Martian Pro Modell will die Firma nun erneut ihre Innovationskraft unter Beweis stellen. Wir haben den 45-Kilo-Boliden ausführlich Probe gesessen und bei verschiedenen Tätigkeiten so hart wie möglich rangenommen. Hier das Test-Ergebnis:
Martian Pro – Aufbau, Design, Konstruktion
Der Martian Pro bleibt optisch im Racing-Kosmos, wirkt aber aufgeräumt. Technik und Abdeckungen sind integriert, statt wie sichtbare Anbauteile zu wirken. Unter dem Bezug sitzt ein Stahlrahmen; außen nutzt DXRacer EPU-Leder (Lederimitat), das als robust und hautfreundlich positioniert wird. Interessant ist die Polsterlogik: In der Sitzfläche arbeitet ein Dual-Density-Aufbau mit einer festeren Stützzone (70 kg/m³) und einer weicheren Komfortzone (50 kg/m³). Übersetzt heißt das: stabiler Unterbau, dazu ein etwas nachgiebigerer Bereich für längeres Sitzen. Zur Basis gehören außerdem eine Multifunktions-Wippmechanik, ein verstärktes Aluminium-Fußkreuz und leise PU-Rollen im 2,36-Zoll-Format – solide Zutaten, die eher nach Dauerläufer als nach Showpiece aussehen.
DXRacxer Martian Pro – Aufbau und Funktionsumfang
Der Stuhl kommt im großen Karton mit sauber getrennten Bauteilen. Der Aufbau folgt dem üblichen Ablauf: Rollen ins Fußkreuz, Gasdruckfeder einsetzen, Sitz und Mechanik verbinden, Lehne verschrauben, Armlehnen montieren. Zusätzlich werden Steckverbindungen für Akku und Funktionen verbunden. Wer schon einmal einen Gaming-Stuhl montiert hat, kommt zügig durch; ohne Erfahrung braucht es etwas mehr Ruhe, bleibt aber gut machbar. Realistisch liegt der Zeitbedarf im Bereich von 30 bis 45 Minuten. Durch das Gewicht und die sperrige Lehne geht das Ausrichten entspannter, wenn kurz eine zweite Person anpackt – nicht zwingend, aber angenehmer. Gerade bei den Steckverbindungen für die Elektrik sollte man Ruhe bewahren und die schlüssige Aufbauanleitung genau studieren.

DXRacer Martian Pro. Elektrisch verstellbare Lordosenstütze wie im Auto.
DXRacerDer Kern des Martian Pro ist seine elektrische Bedienung. Die Rückenlehne fährt stufenlos von 90 bis 135 Grad; als typische Modi sind 90 Grad fürs Arbeiten, 110 Grad fürs Spielen und 135 Grad fürs Entspannen vorgesehen. Dazu kommt eine elektrische Lordosenstütze mit zwei integrierten Luftkissen, die oberen und unteren Bereich getrennt unterstützen. Druck und Sitzpunkt lassen sich fein dosieren, ohne mit Zusatzkissen zu hantieren. Das alles erinnert nicht von ungefähr an das Gestühl aus Oberklasse-Limousinen. DXRacer setzt traditionell auf Stahlrahmen wie aus der Automobilindustrie. Entsprechend gibt es große Ähnlichkeiten beim Design. Und nun auch bei der Bedienung.
Martian Pro – Elektro-Features und Akku
Strom liefert ein integrierter 5.000-mAh-Akku; der Stuhl kann kabelgebunden oder kabellos laufen. DXRacer verspricht über 360 Einsatzstunden pro Ladung, ergänzt um Schutzfunktionen wie Überhitzungs-, Überlade-, Tiefentlade- und Stromschutz. In der Praxis hält sich die Arbeitsdauer je nach Nutzung der elektrischen Möglichkeiten zwar in Grenzen, ist aber immer noch akzeptabel. Das Akkuladegerät dient auch zur permanenten Stromversorgung des Stuhls über einen entsprechenden Anschluss. Allerdings ist das Zuführungskabel mit 1,5 Metern recht knapp bemessen. Und dann läuft die Strippe generell Gefahr, bei Bewegungen des Martian Pro unter die leichtlaufenden Bodenräder zu kommen.

DXRacer Martian Pro. Belüftung der Sitzfläche per Akku oder permanentem Stromanschluss.
DXRacerDas Pro erhält der Martian, weil er auch Klima und Massage kann. Die Sitzfläche besitzt eine Belüftung, die einen Vortex-Lüfter mit wabenartiger Luftführung kombiniert, um Wärme und Feuchtigkeit besser abzuführen. Dazu kommt eine dreistufige Sitzheizung, die schnell für wohlige Wärme sorgt. Als drittes Modul gibt es eine Vibrationsmassage mit acht Punkten und sechs Modi, gesteuert per Knopf. Die Kombination aus elektrischer Lehne, Luftkissen-Lordose und aktiven Komfortfunktionen ist längst nicht Standardkost. Bei den mechanischen Komfortdetails gibt es 4D-Armlehnen und ein magnetisches Kopfkissen. Ein praktisches Detail sind magnetisch tauschbare Armauflagen, die Verschleiß weniger dramatisch wirken lassen.
DXRacer Gaming-Stuhl – praktische Erfahrungen
Im Alltag dreht sich vieles um kleine Wechsel. Eine Lehne, die per Taster nachgibt, senkt die Hemmschwelle, Positionen wirklich zu verändern. Die Luftkissen-Lendenstütze wirkt wie ein Feintuning-Regler: unten mehr Halt fürs aufrechte Sitzen, oben etwas weicher fürs Zurücklehnen – oder genau andersherum. Gerade bei langen Sitzblöcken, in denen sich die Haltung unbemerkt verschiebt, hilft die getrennte Regelung, Druckpunkte zu vermeiden. Die 4D-Armlehnen unterstützen dabei die „Schreibtisch-zu-Game“-Wechsel, weil Höhe und Abstand schnell nachgezogen werden können, statt die Schultern anzuheben oder die Handgelenke zu knicken.
Belüftung und Heizung sind Sitzklima-Themen. Bei Kunstlederstühlen entsteht schneller Wärmestau; die Ventilation arbeitet dagegen, ohne dass gleich der gesamte Raum kühler werden muss. Die Heizung ist eher ein Komfortbonus, kann aber in kühlen Räumen sehr angenehm sein. Die Massage bleibt realistisch eine Vibrationsfunktion: gut für kurze Entspannung, ohne den Charakter einer kräftigen Knetmassage. Zusammen mit der elektrischen Verstellung entsteht ein klarer „Autositz mit Extras“-Eindruck. Das gilt für Anwendung, Sitzposition und Ausdauer. Zusammen mit den stufenlosen Bedienelementen ist das ganz klar Premium und sichert DXRacer - wieder einmal - ein Alleinstellungsmerkmal.
Gleichwohl: Für echte Büroarbeit ist der Stuhl eher weniger geeignet. Das liegt vor allem an der Sitzneigung. Für Gaming & Co ist sie nach hinten geneigt. Bei Office-Stühle soll sie – ergonomisch ergonomisch betrachtet - aber eher nach vorn abfallen. Für alle über 1,90 dürfte zudem der Bodenabstand zu gering sein, um korrekt lange am Schreibtisch zu sitzen zu können.
Martian Pro - Preis vs. Leistung
Preislich bewegt sich der Martian Pro typischerweise um die 800-Euro-Marke. Der Gegenwert steckt weniger in exotischen Materialien als in Funktionsdichte und Elektronik. Die Konstruktion wirkt auf Haltbarkeit ausgelegt: Stahlrahmen, verstärktes Aluminium-Fußkreuz, leise 2,36-Zoll-PU-Rollen, eine Class-4-Gasdruckfeder (SGS-zertifiziert) und eine Multifunktions-Wippmechanik. DXRacer nennt Dauertests in Zyklen, etwa 100.000 für die Sitzhaltbarkeit, 120.000 für den Rahmen, 122.800 für die Hydraulik, 108.800 für Rollen, 60.000 für die Armlehnen und 300.000 für die Wippmechanik. Auch die Traglast wird mit grob 125 Kilogramm angegeben. Das wirkt insgesamt wie ein Paket, das nicht nur auf den ersten Eindruck, sondern auf Ewigkeit zielt.

DXRacer Martian Pro. Massagefunktion wie bei Oberklasse-Limousinen.
DXRacerInnerhalb von DXRacer ist der naheliegende Vergleich der Martian ohne Pro-Module: gleiche Grundidee aus elektrischer Lehne und Luftkissen-Lordose, aber ohne Belüftung, Heizung und Massage. Wer diese Extras selten nutzt, bekommt dort viel Oberklasse zum kleineren Preis.
Gegenüber Premium-Gaming-Chairs anderer Marken steht der Martian Pro weniger für Materialvarianten und Größenwelten, sondern für aktive Komforttechnik. Modelle wie der AutoFull M6 Ultra werben ebenfalls mit Belüftung, Heizung und Massage, setzen den Schwerpunkt aber oft anders und kombinieren das nicht zwingend mit einer elektrischen Lehnenverstellung und einer zweigeteilten Luftkissen-Lordose. Das Urteil fällt pragmatisch aus: Als „normaler“ Gaming-Stuhl ist der Martian Pro teuer; als technikorientiertes Komfortmodell liefert er ein ungewöhnlich dichtes Paket – vorausgesetzt, die Zusatzfunktionen laufen im Alltag wirklich mit.
DXRacer Martian Pro – Test-Fazit
Wer beim Gaming ähnlich bequem sitzen will wie in einer Oberklasse-Limo, sollte sich den Martian Pro unbedingt anschauen. Die Kombi aus stabiler Grundkonstruktion und elektrischen Features von Lehnenverstellung über Lüftung bis Massage ist so ziemlich einmalig am Markt. Der Stuhl sitzt sich ungemein bequem und lässt die Zeit wie im Fluge vergehen. Schwitzen oder frieren am Gesäß ist hier kein Thema mehr und der Rücken wird entlastet, wo es geht. Für eine Zocker-Runde zwischendurch wohl eher zu teuer, aber für oft und längere Sessions unbedingt empfehlenswert.
