Test Gimbal: Smooth Q5 – so gelingen perfekte Insta-Shots

Smooth Q5. Rasante Kamerafahrten dank Drei-Achsen-Stabilisierung und AI-Tracking möglich.
Zhiyun- Test des Smartphone-Gimbals Zhiyun Smooth Q5 Ultra: Stabilisierung und App-Funktionen im Fokus.
- Drei-Achsen-Stabilisierung glättet Gehen und Schwenks, KI-Tracking hält Motive im Bild.
- Combo-Kit bietet AI-Tracking-Modul, Fernbedienung, Handschlaufe und bessere Tasche.
- Ausziehstange, Fülllicht und Gestensteuerung erleichtern Solo- und Social-Video-Aufnahmen.
- Kritik an ZY Cami: viele Funktionen, aber teils verschachtelte Menüs und weniger intuitive Bedienung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Gimbal ist im Kern eine mechanische Antwort auf ein bekanntes Problem: die unruhige Hand. Drei motorisierte Achsen gleichen Bewegungen aus, stabilisieren Schwenks, Schritte und Drehungen und machen aus einem Smartphone plötzlich eine kleine Filmkamera.
Genau dadurch haben Gimbals die mobile Fotografie und vor allem Social Media verändert. Wo früher verwackelte Handyvideos dominierten, sind heute fließende Kamerafahrten, saubere Reels, Vlogs im Gehen, dynamische Produktshots und kleine One-Take-Sequenzen möglich. Die Technik ersetzt kein Auge für Bildgestaltung, sie senkt aber die Einstiegshürde massiv.
Zhiyun gehört zu den Marken, die diesen Markt seit Jahren mitprägen. Das chinesische Unternehmen hat sich früh auf Stabilisierungssysteme spezialisiert, vom Smartphone-Gimbal bis zu Lösungen für Systemkameras. Während Serien wie Crane und Weebill eher ambitionierte Filmer adressieren, zielt die Smooth-Reihe auf mobile Creator, Reisende, Vlogger und Social-Media-Produzenten. Der Smooth Q5 Ultra ist dabei kein schweres Profiwerkzeug, sondern ein kompakter Alltags-Gimbal mit KI-Tracking, Fernbedienung, Ausziehstange, Licht und App-Anbindung.
Geliefert wird der Smooth Q5 je nach Set in Standard- oder Combo-Ausstattung. Zum Grundpaket gehören der Gimbal selbst, ein kleines Stativ, ein USB-C-Kabel und eine Kurzanleitung. Die interessantere Variante ist das Combo-Kit, weil hier zusätzlich das magnetische AI-Tracking-Modul, die kabellose Fernbedienung, eine Handschlaufe und eine bessere Transporttasche enthalten sind. Gerade dieses Zubehör macht aus einem reinen Stabilisator ein kleines Solo-Studio.
Einrichtung: Smartphone einsetzen, ausbalancieren, App koppeln
Vor der ersten Nutzung steht keine große Bastelarbeit, aber ein Mindestmaß an Vorbereitung. Der Gimbal sollte geladen sein, das Smartphone muss sauber in der Klemme sitzen und vor dem Einschalten grob ausbalanciert werden. Das ist wichtig, weil die Motoren sonst unnötig arbeiten oder der Horizont leicht kippen kann. Unterstützt werden laut Hersteller Smartphones zwischen 60 und 85 Millimeter Breite, 6 bis 10,5 Millimeter Dicke und 170 bis 300 Gramm Gewicht. Große Geräte mit dicker Hülle können also passen, bringen den Mechanismus aber näher an seine Grenzen.

Smooth Q5 von Zhiyun. Die abnehmbare Fernbedienung ist mittlerweile Standard beim Geräte-Typ.
ZhiyunDie App-Anbindung läuft über ZY Cami. Bluetooth aktivieren, App öffnen, Gimbal auswählen, koppeln – das gelingt grundsätzlich zügig. Danach erschließt sich der volle Funktionsumfang: Firmware-Updates, Kalibrierung, Kameraansicht, Tracking, Vorlagen, Effekte und Aufnahmeprogramme. Der Gimbal kann zwar auch mit der nativen Kamera-App des Smartphones genutzt werden, dann bleibt er aber vor allem Stabilisator und Auslöser. Die eigentlichen Smart-Funktionen leben in ZY Cami.
Bedienung und Gimbal-Modi im Alltag
Am Griff sitzen die wichtigsten Bedienelemente: Joystick, Mode-Taste, Aufnahmebutton, Power-Taste, Trigger und ein seitliches Rad. Darüber lassen sich Modi wechseln, der Gimbal neu zentrieren, zwischen Quer- und Hochformat umschalten oder die Kamera fein bewegen. Klassische Betriebsarten wie Pan Follow, Lock, Follow, POV oder GO bestimmen, welche Achsen dem Handgriff folgen und welche stabil bleiben. In der Praxis ist das entscheidend: Ein langsamer Schwenk über eine Landschaft verlangt anderes Verhalten als ein schneller Lauf hinter einem Motiv oder eine POV-Drehung für einen dynamischen Social-Clip.
Sehr praktisch ist die integrierte 215-Millimeter-Verlängerung. Sie macht den Smooth Q5 nicht zum vollwertigen Selfie-Stick, erweitert aber den Bildwinkel deutlich: höhere Perspektiven über Menschen hinweg, tiefere Fahrten dicht über dem Boden, Vlogging mit etwas mehr Abstand zum Gesicht. Auch das eingebaute Fülllicht ist mehr als ein Gimmick. Es rettet keine Nachtaufnahme im filmischen Sinn, hilft aber bei Gesichtern, Produktdetails und Innenräumen, wenn das Smartphone sonst zu schnell in matschige Schatten rutscht.
AI-Tracking, Gestensteuerung und Fernbedienung
Seinen eigentlichen Reiz entwickelt der Smooth Q5 über die App und das AI-Modul. Das Tracking hält Personen im Bild, ohne dass ständig am Joystick korrigiert werden muss. Für Solo-Aufnahmen ist das der entscheidende Schritt: Gimbal auf das Mini-Stativ stellen, Bildausschnitt wählen, Tracking aktivieren und vor der Kamera arbeiten. Gesten können Aufnahme, Foto oder Formatwechsel auslösen. Sprachbefehle und die kleine Fernbedienung erweitern das noch einmal. Vor allem die Fernbedienung ist kein Showeffekt, sondern im Alltag nützlich, weil sich Schwenks und Starts aus der Distanz steuern lassen.

Smooth Q5 von Zhiyun. AI-Tracking behält das Ziel stets im Focus.
ZhiyunDie App versucht zudem, dem Nutzer Regiearbeit abzunehmen. Smart Templates schneiden kurze Sequenzen mit Musik, Übergängen und Bewegungsmustern zusammen. Funktionen wie Smart Hitchcock, Panorama, Magic Clone, Tracking, Beauty-Filter, Effekte und ein einfacher Editor richten sich klar an kurze, schnell veröffentlichte Clips. Das ist nicht die Arbeitsweise eines klassischen Filmemachers, aber genau die Logik von TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts: aufnehmen, variieren, schneiden, posten.
Stabilisierung im Test: ruhige Kamerafahrten mit Grenzen
Als Gimbal arbeitet der Smooth Q5 überzeugend. Normales Gehen wird sauber geglättet, horizontale Schwenks laufen weich, kleinere Handzuckungen verschwinden zuverlässig. Besonders bei langsamen Kamerafahrten um Objekte, bei Reveal-Shots hinter einer Kante oder beim Mitlaufen neben einer Person entsteht schnell ein deutlich hochwertigerer Eindruck als mit rein digitaler Smartphone-Stabilisierung. Die Motoren reagieren zügig, aber nicht nervös. Wer die Bewegungen bewusst führt, bekommt ruhige, kontrollierte Aufnahmen.
Grenzen bleiben dennoch sichtbar. Ein Gimbal macht aus hartem Auftreten keinen Dolly und aus hektischem Herumreißen keine Kamerafahrt. Bei schnellen Richtungswechseln, falscher Balance oder sehr großen Smartphones kann der Bildausschnitt leicht nachdriften. Dann hilft das schnelle Rezentrieren per Taste. Auch das Gesten-Tracking wirkt nicht immer so verlässlich wie die klassische Bedienung über Tasten oder Fernbedienung. Die Hardware ist hier weiter als die Bedienlogik.
App: viele Funktionen, nicht immer perfekte Führung
Der kritischste Punkt im Test bleibt die App. ZY Cami eröffnet zwar viele Möglichkeiten, fühlt sich im Zusammenspiel aber nicht ganz so sauber und selbstverständlich an wie die Hardware des Gimbals. Während der Smooth Q5 Ultra mechanisch schnell Vertrauen aufbaut, verlangt die Software mehr Geduld: Menüs wirken teils verschachtelt, Verbindungen nicht immer völlig intuitiv, einzelne Funktionen hängen stärker an der App-Logik als an der gewohnten Smartphone-Kamera.

Smooth Q5 von Zhiyun. Faltbarer Gimbal für Smartphones bis 300 Gramm. Gefaltet passt er auch in die Hosentasche.
ZhiyunFür kurze Social-Clips, schnelle Reels und einfache Tracking-Aufnahmen reicht das in der Praxis meist völlig aus. Wer jedoch gezielt mit Codec, Bildrate, manueller Belichtung oder einem professionelleren Videoworkflow arbeiten möchte, landet schnell wieder bei der nativen Kamera-App, Blackmagic Camera, Filmic-Alternativen oder anderen Videotools – muss dann aber auf einige der smarten Gimbal-Funktionen verzichten.
Marktvergleich: Zhiyun gegen DJI, Insta360 und Hohem
Im Markt steht der Smooth Q5 Ultra damit an einer interessanten Position. DJI wirkt mit seinen Osmo-Mobile-Modellen oft runder im Ökosystem, Insta360 punktet mit besonders konsequentem Tracking und cleverer Creator-Software, Hohem setzt bei einigen Modellen stark auf Remote-Displays und Solo-Features. Zhiyun kontert mit viel Ausstattung fürs Geld: solide 3-Achsen-Stabilisierung, KI-Tracking, Licht, Verlängerung, Fernbedienung und lange Akkulaufzeit in einem relativ kompakten Gehäuse.
Zhiyun Smooth Q5 Ultra Test-Fazit
Der Zhiyun Smooth Q5 Ultra ist ein sehr guter Smartphone-Gimbal für Nutzer, die schnell sichtbar bessere Videos produzieren wollen. Seine Stabilisierung ist präzise, seine Kamerafahrten wirken sauber, und die Software öffnet viele filmische Spielräume, ohne dass vorher ein Regiekurs nötig wäre. Perfekt ist er nicht, vor allem die App bleibt der kritische Punkt. Als Gesamtpaket aus Hardware, Preis und kreativen Funktionen gehört der Smooth Q5 Ultra aber zu den attraktivsten Gimbals für Social-Media-Produktionen, Reisevideos und mobile Alltagsfilme.
