Test Heimroboter
: Ebo Air 2 Plus – Kugel mit Charakter

Enabot bringt mit seinem EBO Air 2 Plus einen universellen Begleiter für das eigene Heim. Der Roboter im Beziehungstest.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Enabot

EBO Air 2 Plus. Begleitroboter für Unterhaltung und Kontrolle.

Enabot/Chang
  • EBO Air 2 Plus ist ein mobiler Heimroboter für Kamera, Kommunikation und Patrouillen.
  • Er fährt per App durch die Wohnung, zeigt Livebild, bietet Zwei-Wege-Audio und -Video.
  • Zielgruppen sind Haustierbesitzer, Familien und Vielreisende – kein Ersatz für Alarmanlagen.
  • Technik: 3K-Kamera, Nachtsicht, Mikrofone, Lautsprecher, WLAN 2,4/5 GHz, 5.000-mAh-Akku.
  • Grenzen bleiben Treppen und hohe Schwellen, zudem braucht die Ladestation einen freien Platz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Heimroboter sind längst nicht mehr nur Science-Fiction, aber sie sind auch noch nicht die allwissenden Butler, als die sie vor Jahren gerne angekündigt wurden. Die interessantesten Geräte dieser Kategorie sind heute meist viel spezialisierter. Sie saugen den Boden, mähen den Rasen, überwachen Räume, beschäftigen Haustiere oder helfen dabei, mit der Familie in Kontakt zu bleiben. Gerade in diesem Zwischenbereich entsteht eine neue Klasse von Gadgets: kleine mobile Begleiter, die nicht unbedingt Arbeit abnehmen, aber Nähe herstellen, Übersicht schaffen und ein Smart Home persönlicher machen.

Im Kern geht es bei solchen Heimrobotern um Mobilität. Während eine klassische Innenkamera immer nur denselben Blickwinkel liefert, kann ein fahrender Roboter durch die Wohnung rollen, seine Position ändern und dort nachsehen, wo gerade etwas passiert. Für Haustierbesitzer ist das spannend, weil sich Hund oder Katze nicht immer brav vor der Kamera aufhalten. Für Familien kann es praktisch sein, wenn man von unterwegs kurz mit jemandem zu Hause sprechen möchte. Und für Menschen, die viel reisen oder ältere Angehörige im Blick behalten wollen, entsteht eine Art bewegliches Fenster in die eigenen vier Wände.

Diese Produktkategorie ist allerdings schwer einzuordnen, weil sie bewusst mehrere Funktionen vermischt. Ein Heimroboter dieser Art ist keine vollwertige Sicherheitsanlage, kein Spielzeug im klassischen Sinn und auch kein smarter Lautsprecher auf Rädern. Er ist eher eine Mischung aus mobiler Kamera, Kommunikationsgerät, Haustier-Gadget und digitalem Begleiter. Sein Wert entsteht nicht aus einer einzigen spektakulären Funktion, sondern aus der Frage, ob man im Alltag Situationen hat, in denen ein bewegliches, interaktives Gerät mehr leisten kann als eine fest installierte Kamera oder ein Smartphone-Call.

Genau in diese Nische fällt der EBO Air 2 Plus von Enabot. Der kleine Begleitroboter sieht auf den ersten Blick fast wie eine animierte Kugel aus, bringt aber erstaunlich viele Funktionen mit: Kamera, App-Steuerung, Zwei-Wege-Kommunikation, automatische Patrouillen, Haustier-Interaktion und KI-Funktionen. Enabot bezeichnet seine Geräte als „FamilyBots“ – also als Roboter, die nicht primär produktiver machen sollen, sondern Menschen, Haustiere und Wohnräume miteinander verbinden. Das klingt etwas weichgezeichnet, trifft den Charakter des Geräts aber recht gut.

Enabot – Familienroboter aus Shenzhen

Hinter dem EBO Air 2 Plus steht Enabot, ein Unternehmen aus Shenzhen, das seit 2018 an kompakten Heim- und Familienrobotern arbeitet. Die Marke verfolgt dabei keinen industriellen oder rein funktionalen Ansatz, sondern setzt auf Geräte, die bewusst emotional gestaltet sind. Enabot möchte Roboter bauen, die im Alltag nicht wie technische Fremdkörper wirken, sondern als kleine Begleiter akzeptiert werden. Deshalb besitzen viele Modelle animierte Augen, reagieren mit Geräuschen, bewegen sich verspielt durch den Raum und sind stark auf Haustiere, Familie und Fernkommunikation ausgerichtet.

Das Portfolio reicht von einfacheren Pet-Cams bis zu größeren Heimrobotern wie dem EBO X oder EBO Max. Der EBO Air 2 Plus sitzt dabei ziemlich genau in der Mitte: kompakter und günstiger als die ambitionierteren Modelle, aber deutlich vielseitiger als eine gewöhnliche Indoor-Kamera. Er will kein Haushaltshelfer sein, der Aufgaben erledigt, sondern ein mobiles Kontakt- und Beobachtungsgerät mit sympathischer Oberfläche. Genau darin liegt sein Reiz — und auch seine Grenze.

EBO Air 2 Plus – Design und Aufbau

Optisch macht der EBO Air 2 Plus sofort klar, dass er nicht wie eine klassische Überwachungskamera wirken möchte. Das Gehäuse ist rund, kompakt und freundlich gestaltet. Die Front wird von einer Kamera und animierten Augen geprägt, die dem Gerät eine fast tierhafte Anmutung geben. Mal schaut der Roboter neugierig, mal verspielt, mal zeigt er Informationen wie Uhrzeit oder Status an. Das ist keine technische Notwendigkeit, aber entscheidend für die Wirkung: Der EBO Air 2 Plus soll nicht nur funktionieren, sondern in der Wohnung akzeptiert werden.

EBO Air 2 Plus. Kommunikationspartner für viele Gelegenheiten.

EBO Air 2 Plus. Kommunikationspartner für viele Gelegenheiten.

Enabot / Chan

Mit rund 560 Gramm Gewicht und Abmessungen von etwa 116 × 116 × 111 Millimetern ist er klein genug, um nicht zu stören, aber präsent genug, um als eigenes Gadget wahrgenommen zu werden. Die Fortbewegung erfolgt über kleine Raupenketten. Das wirkt robuster als einfache Räder und hilft auf Hartböden, flachen Teppichen oder bei kleinen Übergängen. Wunder sollte man dennoch nicht erwarten. Treppen, hohe Türschwellen, lose Kabel oder sehr dicke Teppiche bleiben klare Grenzen. Der EBO Air 2 Plus ist ein Wohnungsroboter, kein Geländefahrzeug.

Zur Ausstattung gehören eine 3K-Kamera mit weitem Blickwinkel, Mikrofone, Lautsprecher, Infrarot-Nachtsicht, WLAN-Unterstützung für 2,4 und 5 Gigahertz sowie ein Akku mit 5.000 Milliamperestunden. In der Praxis ist das eine solide technische Basis für ein Gerät, das immer wieder durch die Wohnung bewegt wird und dabei Bild, Ton und App-Steuerung verbinden muss.

EBO Air 2 Plus – Erstinbetriebnahme, App, WLAN, Ladestation

Die Einrichtung ist erfreulich unkompliziert, folgt aber dem üblichen Smart-Home-Prinzip. Zuerst wird der Roboter auf seine Ladestation gesetzt, danach installiert man die EBO HOME App, erstellt ein Konto und verbindet den Roboter mit dem heimischen WLAN. Die Kopplung erfolgt über die App und einen QR-Code, den der Roboter mit seiner Kamera erkennt. Das ist auch für Einsteiger gut machbar, sofern das WLAN stabil ist und die App-Berechtigungen sauber gesetzt werden.

Wichtig ist der Standort der Ladestation. Sie sollte möglichst frei stehen, damit der Roboter später zuverlässig zurückfindet. In engen Ecken, zwischen Möbeln oder direkt neben Hindernissen wird das Andocken unnötig erschwert. Wer den EBO Air 2 Plus sinnvoll nutzen möchte, sollte ihm also einen festen Platz geben – etwa im Wohnzimmer oder Flur, wo er mehrere Bereiche der Wohnung gut erreichen kann.

Vorkenntnisse braucht man nicht. Allerdings muss man sich an die Steuerung gewöhnen. Man sieht die Wohnung aus der Perspektive des Roboters, fährt per App vorwärts, rückwärts oder seitlich und lernt schnell, welche Wege problemlos funktionieren. Nach kurzer Eingewöhnung ist das fast wie ein kleines ferngesteuertes Auto, nur mit Kamera, Ton und Kommunikationsfunktion.

Heimroboter – die wichtigsten Funktionen im Alltag

Die zentrale Funktion ist die mobile Videoverbindung. Über die App lässt sich der EBO Air 2 Plus durch die Wohnung steuern, während man live sieht, was vor ihm passiert. Dazu kommen Zwei-Wege-Audio und beim Plus-Modell auch Zwei-Wege-Video. Man kann also nicht nur hören und sprechen, sondern sich auch selbst zeigen. Das ist besonders dann interessant, wenn der Roboter nicht nur als Haustierkamera, sondern als Familiengerät genutzt wird.

Für Haustierbesitzer liegt der Nutzen auf der Hand. Wer unterwegs kurz prüfen möchte, ob der Hund schläft, die Katze auf dem Sofa liegt oder im Wohnzimmer gerade Unfug passiert, bekommt mit dem EBO Air 2 Plus mehr Flexibilität als mit einer fest montierten Kamera. Der Roboter kann durch den Raum fahren, Tiere suchen, auf Bewegungen reagieren und mit Geräuschen oder kleinen Fahrmanövern interagieren. Ob das Haustier darauf anspringt, ist allerdings sehr individuell. Einige Tiere werden neugierig sein, andere desinteressiert, manche anfangs skeptisch.

EBO Air 2 Plus. Kontrollrundgang durchs eigene Heim.

EBO Air 2 Plus. Kontrollrundgang durchs eigene Heim.

Enabot / Chan

Auch als kleine Sicherheitslösung kann der Roboter dienen. Er kann automatisch patrouillieren, Bewegungen erkennen und Benachrichtigungen senden. Dank Nachtsicht bleibt er auch bei Dunkelheit nutzbar. Das ersetzt keine professionelle Alarmanlage und auch kein System aus mehreren fest installierten Kameras. Es ist eher eine flexible Zusatzlösung für Menschen, die gelegentlich prüfen möchten, ob zu Hause alles in Ordnung ist.

Hinzu kommen KI-Funktionen, darunter die Integration von Sprach- und Chatfunktionen. Der EBO Air 2 Plus kann dadurch nicht nur gesteuert werden, sondern auch als kleiner Gesprächspartner auftreten. Der praktische Mehrwert ist dabei weniger groß als bei Smartphone oder Smart Speaker, emotional wirkt es aber anders. Ein antwortender Roboter mit animierten Augen erzeugt mehr Nähe als eine Stimme aus einer schwarzen Box.

EBO Air 2 Plus – eine typische Anwendungsroutine

Ein sinnvoller Alltag mit dem EBO Air 2 Plus könnte so aussehen: Morgens bleibt der Roboter auf seiner Station im Wohnzimmer. Nach dem Verlassen der Wohnung startet eine geplante Patrouille. Gegen Mittag öffnet man die App, fährt kurz in Richtung Küche, sucht den Hund und spricht ihn an. Später meldet der Roboter eine Bewegung im Flur. Ein Blick in die App zeigt, dass nur die Katze unterwegs ist. Am Abend fährt der EBO Air 2 Plus zurück zur Ladestation und wartet auf den nächsten Einsatz.

Das klingt unspektakulär, beschreibt aber ziemlich gut, wofür das Gerät gedacht ist. Der Reiz liegt nicht darin, dass der Roboter eine Aufgabe perfekt erledigt, sondern darin, dass er mehrere kleine Aufgaben charmant verbindet: nachsehen, sprechen, beruhigen, spielen, kontrollieren.

Für wen ist der EBO Air 2 Plus sinnvoll?

Besonders interessant ist der EBO Air 2 Plus für Haustierbesitzer, Familien mit Kindern, technikaffine Haushalte und Menschen, die regelmäßig unterwegs sind. Auch für Angehörige, die ältere Familienmitglieder im selben Haushalt im Blick behalten wollen, kann ein mobiler Roboter hilfreich sein – vorausgesetzt, alle Beteiligten akzeptieren den Kameraeinsatz.

EBO Air 2 Plus. Kein Spielzeug, aber womöglich Spielkamerad.

EBO Air 2 Plus. Kein Spielzeug, aber womöglich Spielkamerad.

Enabot / Chan

Weniger geeignet ist das Gerät für Nutzer, die nur eine reine Überwachungskamera suchen. Dafür gibt es günstigere und oft zweckmäßigere Lösungen. Auch Datenschutzskeptiker werden mit einem fahrenden Kameraroboter vermutlich nicht glücklich. Gleiches gilt für Wohnungen mit vielen Treppen, unübersichtlichen Schwellen oder sehr engen Wegen. Der EBO Air 2 Plus braucht eine Umgebung, in der er sich sinnvoll bewegen kann.

Qualität, Preis und Einordnung im Markt

Der EBO Air 2 Plus wirkt wie ein durchdachtes Gadget, nicht wie ein Spielzeug ohne Konzept. Verarbeitung, Design und Funktionsumfang passen zur Positionierung. Die Kameraauflösung ist für den Zweck mehr als ausreichend, die App-Steuerung ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt, und die Mischung aus Kommunikation, Patrouille und Haustier-Interaktion ergibt ein stimmiges Gesamtbild. Entscheidend ist allerdings, dass man diese Mischung auch wirklich nutzt.

Preislich liegt der Roboter oberhalb einfacher Indoor-Kameras, aber deutlich unter großen Heimrobotern. Damit ist das Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem für jene gut, die mehr wollen als nur Livebild. Wer Haustierkamera, mobile Perspektive, Zwei-Wege-Kommunikation und Unterhaltungsfaktor in einem Gerät sucht, bekommt ein rundes Paket. Wer nur gelegentlich wissen möchte, ob zu Hause das Licht aus ist, kauft zu viel Technik.

Im Marktumfeld gibt es verschiedene Alternativen, die jedoch oft anders gewichtet sind. Amazon Astro etwa verfolgt einen deutlich größeren und teureren Heimroboter-Ansatz, ist aber auch ein Beispiel dafür, wie schwierig diese Kategorie kommerziell bleibt. Loona von KEYi ist stärker als robotisches Haustier und Spielgefährte positioniert. Andere Geräte wie AIBI Pocket setzen eher auf KI-Charakter und Begleitung, sind aber keine mobilen Heimkameras im selben Sinn. Enabot findet mit dem EBO Air 2 Plus eine pragmatische Nische: kleiner, günstiger und alltagstauglicher als große Roboter, aber lebendiger und flexibler als klassische Kameras.

Der Enabot EBO Air 2 Plus ist kein Heimroboter, der den Haushalt verändert oder Arbeit abnimmt. Er saugt nicht, räumt nicht auf und bringt keinen Kaffee. Sein Nutzen liegt woanders: Er macht das Zuhause aus der Ferne erlebbarer. Man kann nach Haustieren schauen, mit Familienmitgliedern sprechen, kleine Kontrollrunden fahren und dem Smart Home ein freundliches Gesicht geben.

Enabot EBO Air 2 Plus - Test-Fazit

Wer Haustiere hat, viel unterwegs ist oder einfach Freude an gut gemachten Gadgets mit emotionalem Faktor hat, findet im EBO Air 2 Plus einen charmanten Begleiter. Wer hingegen nur nüchterne Funktion sucht, sollte bei klassischen Kameras bleiben. Genau zwischen diesen Polen fühlt sich der kleine Enabot am wohlsten: als fahrender, freundlicher Familienroboter, der nicht die Zukunft des Wohnens neu erfindet, aber den Alltag ein Stück smarter, näher und unterhaltsamer macht.

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