Test InEars
: Premium-Hörer mit starkem Klang dank Triple-Treibern

Status Audio schickt mit den Pro X True-Wireless-InEars ins Rennen, die sich bewusst von der Masse absetzen. Ob sie halten, was sie versprechen, zeigt der Test.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Status Audio Pro X. In Aufbau und Formsprache weg vom InEar-Mainstream.

Status Audio Pro X. In Aufbau und Formsprache weg vom InEar-Mainstream.

Status Audio / Joseph Chen
  • Neue True-Wireless-InEars Pro X von Status Audio setzen auf Triple-Treiber und eigenständiges Design.
  • Technik: 12-mm-Dynamiktreiber plus zwei Knowles-BA, Bluetooth 5.3, LDAC, Hybrid-ANC, LE Audio.
  • App bietet Akkustände, Updates, ANC/Transparenz, Touch-Anpassung und 8-Band-EQ – praktikabel im Alltag.
  • Klang mit tiefem, kontrolliertem Bass, klaren Mitten und detailreichen Höhen; EQ bringt die besten Feinanpassungen.
  • Multipoint, teils Tastenbedienung, IP55 und Qi-Laden überzeugen, doch Akkulaufzeit mit LDAC/ANC sinkt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

InEars sind längst mehr als nur die platzsparende Alternative zum großen Kopfhörer. Sie haben sich zum Standard für alle Situationen entwickelt, in denen Mobilität, Abschirmung und unkomplizierte Handhabung wichtiger sind als maximale Größe oder Studio-Attitüde.

Im Alltag greifen vor allem Pendler, Sportler, Vielreisende und all jene zu True-Wireless-InEars, die zwischen Musik, Calls, Meetings und spontanen Ortswechseln nicht ständig umdenken wollen. Genau in diesem Feld tummeln sich inzwischen unzählige Hersteller – nur wenige schaffen es aber, dabei noch ein eigenes Profil zu zeigen.

Status Audio ist keine jener Marken, die über schiere Sichtbarkeit im Markt auffallen. Das Unternehmen wurde 2014 von James Bertuzzi in New York gegründet und hat sich seitdem als vergleichsweise kleine, soundorientierte Audiomarke positioniert. Der Fokus lag von Anfang an weniger auf überfrachteten Ökosystemen als auf Produkten mit klarer klanglicher Idee. Genau das prägt auch die Pro X: ein Modell, das nicht in erster Linie gefallen will, sondern mit Technik, Eigenständigkeit und einer hörbaren Handschrift überzeugen soll.

Pro X Design und Aufbau: eigenständig statt gefällig

Die Pro X gehören nicht zu jener Sorte InEars, die im geschlossenen Case schon wie die hundertste Variation eines bekannten Mainstream-Produkts wirken. Das Design ist markant, kantig, fast schon technisch-nüchtern, ohne billig oder bemüht auszusehen. Die Ohrhörer kombinieren eine breite Außenfläche mit einem relativ kompakten Sitz im Ohr und einem Gehäuse, das bewusst anders gezeichnet ist als der übliche Strom glattpolierter Standard-Stöpsel.

Interessant wird es beim inneren Aufbau. Status Audio setzt hier auf ein Triple-Driver-System: Ein 12-mm-Dynamiktreiber kümmert sich um den Tiefbass, dazu kommen zwei Balanced-Armature-Treiber von Knowles für Mitten und Höhen. Schon auf dem Papier ist das eine Ansage, denn in dieser Klasse arbeiten viele Konkurrenten noch immer mit klassischem Einzeltreiber-Setup. Dazu kommen Bluetooth 5.3, LDAC für hochauflösende Übertragung, Hybrid-ANC, LE Audio, Auracast, sechs Mikrofone, kabelloses Laden per Qi und eine IP55-Zertifizierung gegen Staub und Wasser. Die Pro X wirken damit nicht wie ein Lifestyle-Modell mit Audio-Beilage, sondern wie ein ernst gemeinter Technikentwurf für Menschen, die bei InEars mehr wollen als nur Bequemlichkeit.

Status Audio App: nützlich, übersichtlich, erfreulich praxisnah

Die Status-App passt gut zur Marke. Sie ist funktional, übersichtlich und konzentriert sich auf das, was im Alltag tatsächlich hilft. Akkustände lassen sich schnell prüfen, Firmware-Updates unkompliziert einspielen, ANC- und Transparenzmodus anpassen, ebenso die Touch-Steuerung. Dazu kommen Presets, ein 8-Band-Equalizer und eine Suchfunktion für verlegte Ohrhörer, bei der die App mit der letzten bekannten Position und Tonsignalen arbeitet. Vor allem dieser Punkt ist praktisch gedacht und nicht bloß ein Gimmick, auch wenn er eher als clevere Wiederfinde-Hilfe funktioniert denn als permanente Live-Ortung.

Gerade beim EQ merkt man, dass die App nicht bloß Pflichtprogramm ist. Hier lässt sich tatsächlich sinnvoll eingreifen, wenn die Abstimmung ein wenig persönlicher ausfallen soll. Die Oberfläche bleibt dabei angenehm direkt. Es gibt Apps, die mit noch mehr Menüs protzen. Im Alltag ist diese hier aber genau deshalb angenehm, weil sie nicht ständig im Weg steht.

Pro X Pairing und Multipoint: alltagstauglich gedacht

Das Pairing gelingt unkompliziert. Case öffnen, im Bluetooth-Menü auswählen, fertig. Das funktioniert schnell und ohne unnötige Hürden. Etwas spannender ist die Multipoint-Funktion, also die Möglichkeit, zwei Geräte gleichzeitig verbunden zu halten. Hat man das einmal eingerichtet, erweist sich das im Alltag als erstaunlich praktisch: Musik läuft über das Smartphone, eingehende Meetings oder Calls kommen parallel über das Notebook, ohne dass vorher manuell umgekoppelt werden muss. Gerade im Homeoffice oder auf Reisen ist das ein echter Komfortgewinn, weil die Pro X damit nicht nur als Musik-InEars, sondern auch als ernsthafte Arbeitsbegleiter funktionieren.

Pro X Modi: ANC, Transparenz und ein starker Praxisbezug

Bei den verschiedenen Anwendungsmodi machen die Pro X einen sehr erwachsenen Eindruck. Das Active Noise Cancelling arbeitet kräftig genug, um im Zug, im Café oder im Büro einen spürbaren Ruhegewinn zu bringen. Tiefe Störgeräusche werden zuverlässig reduziert, konstantes Umgebungsrauschen verliert deutlich an Präsenz. Besonders positiv fällt auf, dass die Transparenzmodi nicht künstlich oder unangenehm hell klingen. Stimmen und Umgebungsgeräusche werden brauchbar und relativ natürlich hereingeholt, was im Alltag wichtiger ist als spektakuläre Datenblätter.

Status Audio Pro X. Aufwendiges Innenleben mit mehreren Treibern.

Status Audio Pro X. Aufwendiges Innenleben mit mehreren Treibern.

Status Audio

Eine kleine Schwäche zeigt sich draußen bei stärkerem Wind. Dann verliert das System etwas an Eleganz, gleichwohl es extra eine Einstellung gegen Wind gibt. Allerdings ist der Qualitätsverlust kein exklusives Problem der Pro X. Und im normalen Stadt- und Pendelalltag spielen die Modi aber auf einem Niveau, das klar zur Oberklasse tendiert.

Pro X Klang: Druck im Bass, Ordnung in den Mitten, Luft in den Höhen

Die klangliche Abstimmung ist der eigentliche Grund, sich mit den Pro X zu beschäftigen. Der Bass reicht tief hinunter, bleibt dabei aber kontrolliert genug, um nicht jeden Mix unnötig zu überfetten. Elektronische Tracks profitieren von sauberem Punch, Kickdrums haben Gewicht, Subbass bekommt Körper. Gleichzeitig kippt die Wiedergabe nicht in jenes stumpfe Dauerwummern, das viele vermeintlich „kräftige“ InEars fälschlich als Dynamik verkaufen.

In den Mitten zeigen die Pro X viel Struktur. Stimmen stehen klar im Mix, Gitarren behalten Kontur, Synths und Flächen schmieren nicht zusammen. Das zahlt sich bei dicht produzierter Pop- oder Indie-Musik hörbar aus. Die Höhen wiederum liefern Auflösung und Luft. Details werden sauber freigelegt, Becken, S-Laute und feine Raumanteile haben Präsenz. Je nach Aufnahme kann das gelegentlich an die Grenze zur Schärfe reichen, insgesamt wirkt die Abstimmung aber eher ambitioniert als nervig. Die Pro X spielen nicht gefällig, sondern bewusst mit Kontur.

Pro X Equalizer und Presets: manuell am stärksten

Die Presets sind nützlich, aber nicht alle gleich überzeugend. Einige Varianten setzen interessante Akzente, andere wirken eher wie Geschmacksproben als wie echte Verbesserungen. Am meisten bringt letztlich der manuelle Eingriff über den 8-Band-EQ. Wer den Bass minimal strafft oder den oberen Präsenzbereich etwas zügelt, kann die Pro X sehr fein auf den eigenen Geschmack und auf verschiedene Genres zuschneiden. Genau hier zeigt sich, dass der EQ keine Alibi-Funktion ist, sondern ein Werkzeug mit echtem Nutzen.

Status Audio Pro X – Telefonie und Meetings

Für Telefonate und Videocalls schlagen sich die Pro X ordentlich. Stimmen kommen klar und verständlich an, in ruhiger Umgebung sogar erfreulich sauber. Die eigene Stimme wird natürlich genug übertragen, ohne extrem dünn oder künstlich zu wirken. In lauteren Umgebungen arbeitet die Geräuschunterdrückung der Mikrofone sichtbar mit, was die Verständlichkeit verbessert. Wunder vollbringt das System aber nicht: Bei Wind oder harschem Straßenlärm klingt die Stimme etwas komprimierter und weniger offen. Für den mobilen Arbeitsalltag reicht die Qualität dennoch gut aus.

Pro X Bedienung: Touch trifft auf echte Tasten

Ein echter Pluspunkt ist das Bedienkonzept. Status Audio kombiniert Touch-Flächen mit physischen Knöpfen. Das klingt zunächst unspektakulär, erweist sich aber im Alltag als sehr sinnvoll. Touch eignet sich für schnelle Eingaben, physische Tasten funktionieren zuverlässiger, wenn es hektisch wird oder die Finger nicht ganz präzise arbeiten. Diese Mischung reduziert Fehlbedienungen spürbar. Schön ist außerdem, dass sich zumindest ein Teil der Steuerung in der App anpassen lässt. Ein wenig mehr Freiheit wäre zwar wünschenswert gewesen, aber schon so wirkt das System durchdachter als bei vielen Konkurrenten.

Status Audio Pro X–Akku, Outdoor-Qualitäten und Alltag

Beim Akku liefern die Pro X eine solide, aber keine überragende Vorstellung. Im normalen Betrieb reicht eine Ladung gut durch mehrere Stunden Alltag, mit aktivem ANC und vor allem mit LDAC schrumpft die Ausdauer jedoch spürbar. Das ist kein Ausreißer, sondern der Preis für die ambitionierte Technik. Im Gegenzug gibt es kabelloses Laden und ein kompaktes Case, das unterwegs schnell wieder Reserven nachlegt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die exklusive Formgebung der InEars sowohl die Entnahme als auch das Verstauen der Hörer in der Aufbewahrungsbox nicht erleichtert. Das wirkt zuweilen fummelig, vor allem, wenn es mal schnell gehen soll.

Status Audio Pro X. Für fast jede Aktivität gedacht.

Status Audio Pro X. Für fast jede Aktivität gedacht.

Status Audio / Joseph Chen / moz

Die IP55-Zertifizierung macht die Pro X fit für Training, Wetterwechsel und allgemein raueren Alltag. Schweiß, Staub und ein kurzer Regenschauer sind hier kein Grund zur Nervosität. Für Outdoor-Nutzung sind sie damit klar besser gerüstet als viele rein auf Lifestyle getrimmte Premium-InEars.

Pro X – Preis, Leistung und Konkurrenz

Preislich treten die Pro X mit rund 200 Euro in einem Feld an, in dem Namen wie Sony, Bose, Sennheiser oder Apple den Takt vorgeben. Genau deshalb müssen sie mehr mitbringen als nur eine hübsche Verpackung – und das tun sie. Nicht in jeder Disziplin liegen sie vorn. Beim Ökosystem-Komfort oder bei der maximalen Akkulaufzeit gibt es Konkurrenz, die noch etwas runder auftritt. Doch klanglich, im technischen Aufbau und in ihrer eigenständigen Produktidee setzen die Pro X starke Akzente.

Status Audio Pro X – Test-Fazit

Am Ende sind die Status Audio Pro X keine InEars für Menschen, die einfach nur irgendein bequemes True-Wireless-Modell suchen. Sie sind für jene gemacht, die bei kompakten Hörern Charakter, Feinzeichnung und technische Eigenständigkeit schätzen. Genau darin liegt ihre Qualität. Und genau deshalb bleiben sie nach einiger Zeit nicht als weiteres Paar InEars im Gedächtnis, sondern als Modell mit eigener Handschrift.

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