Test Kopfhörer
: Hybrid-Kopfhörer - Einer für alles?

Kopfhörer für Musik und Meeting, kann das gutgehen? Wir testen In- und OverEars von AKG.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Je einer für alles. N9Hybrid und N5Hybrid für Meetings und Musikgenuss.

Je einer für alles. N9Hybrid und N5Hybrid für Meetings und Musikgenuss.

AKG
  • AKG N9 und N5 Hybrid-Kopfhörer bieten Bluetooth und 2.4 GHz Verbindungen, ideal für Musik und Meetings.
  • N9 Hybrid (Over-Ear) und N5 Hybrid (In-Ear) haben gute Akkulaufzeit und Noise Cancelling.
  • N9 Hybrid kostet rund 335 Euro, N5 Hybrid etwa 270 Euro.
  • Beide Modelle bieten hohe Klangqualität und praktische App-Steuerung.
  • Preis-Leistung überzeugt trotz hoher Kosten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die vor fünf Jahren ausgebrochene Corona-Pandemie hat vieles verändert. Vor allem die Arbeitswelt. Video-Meetings haben Dienstreisen fast komplett ersetzt und sind mittlerweile die Hauptform der innerbetrieblichen Kommunikation.

Gleichzeitig setzten sich in der vergangenen Dekade die Musik-Streamingdienste endgültig durch. Ob Gespräch oder Hitgenuss, an Kopfhörern führt kein Weg mehr vorbei. Doch die akustischen Anforderungen an eine Unterhaltung sind andere als ans Musikhören. Schon aus Kostengründen wäre es daher interessant, nicht verschiedene Geräte nutzen zu müssen.

AKG hat sich dieser Thematik aktiv angenommen und bringt mit dem N9 sowie dem N5 einen Over-Ear bzw. InEar-Hörer auf den Markt, die beide den Zusatz Hybrid im Namen tragen. Damit wollen die Österreicher uns wissen lassen, dass man eine Lösung für verschiedene Einsatzzwecke gefunden hat. Die ist allerdings nicht so ganz neu, denn schon JBL launchte vor knapp zwei Jahren mit dem Quantum TWS einen ähnlichen InEar, der aber hautpsächlich die Bereiche Gaming und Musik miteinander kombinieren sollte. AKG, mittlerweile wie JBL Teil der Harman-Familie im Samsung-Universum, hat also den Ansatz weitergedacht.

N5 Hybrid und N9 Hybrid - Design und Aufbau

Die gemeinsamen Gene sind beim N5 Hybrid auch optisch sofort erkennbar, der sich mit dem aktuellen JBL-Spitzen InEar Tour Pro 3 so einige Design-Elemente teilt. Wohl auch deshalb hat man auf dem Steg das Markenlogo mit den drei Buchstaben sehr präsent verewigt. Das war beim OverEar N9 Hybrid nicht notwendig, da dieser äußerlich eher wenig mit den Brüdern und Schwestern aus Amerika zu tun hat.

Beiden AKG-Hörern ist gemein, dass die Hybridisierung über verschiedene Verbindungswege umgesetzt wurde. Denn neben der obligatorischen Bluetooth-Fähigkeit hat man jedem Hörer noch ein USB-C-Dongle mitgegeben. Beim InEar ist es im Aufbewahrungs- und Ladecase zu finden, beim OverEar ziemlich clever in der linken Ohrmuschel untergebracht. Diese wie auch die rechte ist über einen schmalen und dennoch robusten Aluminiumsteg mit dem Kopfbügel verbunden und lässt eine Größenverstellung zu. Der Bügel ist dabei innen wie auch die Muscheln mit weichem Kunstleder ausgefüttert. Mit ihren 281 Gramm liegen die N9 Hybrid im guten Mittelfeld der Konkurrenz.

Die InEars verfügen über einen relativ massigen Körper, der jedoch größer aussieht, als er ist. Damit "dichten" sie schon ein gutes Stück die Ohrmuschel ab, was einen guten Wert an passivem NoiseCancelling mit sich bringt. Das Package enthält dazu Silikon-Aufsätze in verschiedenen Größen, um einen perfekten Sitz zu ermöglichen. Mit gerade einmal sechs Gramm je Seite fallen die N5 Hybrig im Wortsinn nicht ins Gewicht.

InEar und OverEar - Pairing und Verbindungen

Beide Hörer sind wie erwähnt in der Lage, Mulitpoint-Verbindungen einzugehen über BT 5.3 und via Dongle mit 2.4 GHz. Das Pairing ist in beiden Fällen kinderleicht und in wenigen Sekunden erledigt. Der N5 Hybrid wie auch der N9 Hybrid können alle Geräten bedienen, die über USB-C Audio ausgegeben. Das gilt beispielsweise für alle Laptops bzw. PCs und die Nintendo Switch. Playstation und XBox hingegen verweigern die Zusammenarbeit aufgrund spezieller Konfigurationen. Welche Verbindung dabei wie eingesetzt wird, bleibt dem User überlassen. Von Hause aus ist es aber sicher so gedacht, dass der Dongle am Computer hängt und für die Verbindung zum Videomeeting sorgt, während über BT Kontakt zum Handy gehalten wird. Kommt dann beispielsweise ein Anruf rein, wird die 2.4 GHz Lautstärke reduziert und bei Annahme des Gespräches gänzlich gemutet. Die OverEars verfügen zudem über einen 3.5-mm-Klinkenanschluss und können zusätzlich per Kabel mit der Quelle verbunden werden. On top liegt der entsprechende Adapter für den Anschluss im Flugzeug bei.

Bluetooth oder 2.4 GHz - So ist die Gesprächs-Qualität

AKG gibt sowohl dem N5Hybrid als auch dem N9 Hybrid eine ganze Reihe von Zertifikaten mit. In Bezug auf die Multipoint-Verbindung sind HiRes-Audio und Zoom von Belang. Die InEars nutzen 10-mm-Treiber als Schallwandler bei 16 Ohm Impedanz und bedienen ein Frequenzspektrum von tiefen 20 Hertz bis hoch hinaus zu 40 kHz. Wie immer ist vor allem der letztere Wert eher ein theoretischer, weil außerhalb des normalen menschlichen Hörbereiches. Und die niedrige Impedanz sorgt für gute Konnektivität zu mobilen Endgeräten als Quellen mit eher bescheidenen Leistungsabgaben. Die OverEars reihen sich bei den Daten ein, wobei die doppelte Impedanz notwendig ist, um die 40-mm-Dynamiktreiber mit Liquid Crystal Polymer (LCP)-Membranen richtig in Bewegung zu versetzen.

Clever verpackt. Der USB-Dongle wird in der linken Hörmuschel des N9Hybrid verstaut.

Clever verpackt. Der USB-Dongle wird in der linken Hörmuschel des N9Hybrid verstaut.

AKG

Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass am Ende des Tages die größeren Hörer die bessere Sound-Performance garantieren. AKG tut zwar technisch alles, um den Größenunterschied nicht hörbar werden zu lassen, aber es gibt eben physikalische Grenzen. Die N9 Hybrid erfreuen mit einer sehr detaillierten und auch räumlichen Dialogwiedergabe. Rein akustisch werden die Teilnehmer der Runde in den gleichen Raum wie der Hörer verortet. Es gibt weder Lags noch Aussetzer, die Tonlage entspricht über das ganze Frequenzspektrum hinweg der Realität. Via BT erleben wir hier einen doch hörbaren Unterschied, am besten auszumachen, wenn ein Anruf reinkommt. Aber natürlich ist der Gesamteindruck auch von der Telefonverbindung abhängig. Beim N5 Hybrid ein ähnliches Bild. Computer-Audio über den Dongle sorgt einfach für eine bessere Akustik. Insofern ist es sinnvoll, bei Meetings - wenn möglich - die 2.4 GHz-Variante zu bevorzugen.

N9 Hybrid und N5 Hybrid - So klingen die Kopfhörer

Beim Musikhören ist man mit Bluetooth und 2.4 GHz gleichermaßen gut unterwegs. Entscheidend wie immer ist dabei die Qualität der Quelle. Normale Smartphone-Anwendungen können dabei HiRes-Zuspielungen nicht wirklich das Wasser reichen und die Ausgabe durch deutlich leistungsstärkeres Audio vom PC oder Laptop vermag noch einmal das Hörerlebnis steigern. Beim Signal kann es gar nicht gut genug sein, dann laufen N5Hybrid und N9Hybrid zu echter Hochleistung auf. Am Ende klingen die größer dimensionierten OverEars einen Tick wärmer, authentischer und analoger als die technisch gepimpten InEars. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen. Die Bühne ist bei beiden erstaunlich breit, in der Tiefe gestaffelt und bietet reichlich Deatails. Das alles ist wirklich hervorragend.

InEar und OverEar - Noise Cancelling auf hohem Niveau

Beide Modelle, der AKG N9 Hybrid und der N5 Hybrid, sind mit einer aktiven Geräuschunterdrückung (ANC) ausgestattet, die störende Umgebungsgeräusche effektiv minimiert. Besonders beim Over-Ear-Modell N9 Hybrid fällt das ANC sehr leistungsstark aus. Es reduziert Hintergrundgeräusche in lauten Umgebungen wie Büros, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Flugzeugen deutlich und sorgt für eine ruhige Klangkulisse. Die adaptiven Mikrofone passen sich dynamisch an die Umgebung an und blenden unerwünschte Geräusche zuverlässig aus, ohne dabei den Klang negativ zu beeinflussen. Wer genau hinhört wird allerdings ein leises Hintergrundrauschen vernehmen, das auch bei Modus "Silent Now" vorhanden ist.
Beim N5 Hybrid funktioniert das Noise Cancelling ebenfalls gut, wenn auch nicht ganz so effektiv wie beim Over-Ear-Modell. Dafür trägt die passive Abschirmung durch die InEar-Bauweise bereits zur Geräuschunterdrückung bei, und das ANC ergänzt dies sinnvoll. Besonders tieffrequente Geräusche wie Motorenlärm oder Hintergrundgespräche werden gut gefiltert, wodurch sich der N5 Hybrid ideal für Pendler und Reisende eignet. Eine Transparenzfunktion sorgt dafür, dass wichtige Umgebungsgeräusche auf Wunsch durchgelassen werden, was vor allem im Straßenverkehr oder beim schnellen Austausch mit Kollegen praktisch ist.

Steuerzentrale App. Hier werden alle Einstellungen und Präferenzen verwaltet.

Steuerzentrale App. Hier werden alle Einstellungen und Präferenzen verwaltet.

AKG

AKG Headphone - Eine App für alle

Sowohl der AKG N5 Hybrid als auch der N9 Hybrid lassen sich über die hauseigene AKG Headphone App steuern. Dieser merkt man deutlich die Markenfamilie an, denn es gibt einige Parallelen zur Applikation von JBL. Die Anpassung des Soundprofils via "Personi-Fi" oder der Ruhemodus ohne Musik zu hören, den man ebenfalls über "Silent Now" erreicht. Die App ermöglicht eine detaillierte Anpassung der Klangeinstellungen über einen integrierten Equalizer. Zudem kann der Nutzer zwischen verschiedenen Voreinstellungen wählen oder eigene Profile erstellen. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, das Noise Cancelling individuell anzupassen oder es sogar situativ per Smart Ambient Mode automatisch regeln zu lassen. Auch Firmware-Updates werden bequem über die App eingespielt. Das Multipoint-Management wird ebenfalls über die Anwendung vereinfacht, indem die verbundenen Geräte dort verwaltet und priorisiert werden können. Insgesamt bietet die App eine intuitive Benutzeroberfläche und sinnvolle Zusatzfunktionen, die den Mehrwert der Kopfhörer deutlich steigern.

N9Hybrid und N5Hybrid - Leistungsstarke Akkus

In puncto Akkulaufzeit liefern beide Modelle überzeugende Ergebnisse. Der AKG N9 Hybrid wird von einem 1050 mAh-Akku am Leben erhalten, der in drei Stunden voll geladen ist. Damit wären dann 100 Stunden BT-Verbindung ohne ANC möglich. Nutzt man die Geräschunterdrückung und dann auch noch den Dongle, verringert sich die Betriebsdauer auf 45 Stunden, was immer noch ein ausgezeichneten Wert darstellt. Der 77 mAh-Speicher in den InEars N5 Hybrid bietet eine Laufzeit von bis zu 10 Stunden pro Ladung und braucht zwei Stunden bis voll. Das Ladecase liefert zusätzliche drei vollständige Aufladungen, sodass insgesamt bis zu 40 Stunden Musikgenuss möglich sind. Über den USB-C-Dongle verringert sich die Laufzeit bei Gesprächen mit eingeschaltetem ANC auf rund vier Stunden, was jedoch durch das schnelle Nachladen in der Ladebox kaum ins Gewicht fällt.

AKG Kopfhörer im Vergleich

Im Vergleich  mit anderen Over-Ear-Modellen im gleichen Preissegment, wie dem Sony WH-1000XM5 oder dem Bose QuietComfort Ultra, punktet der AKG N9 Hybrid vor allem mit der Hybrid-Verbindung. Während Sony und Bose auf klassisches Bluetooth setzen, überzeugt der Österreicher mit der zusätzlichen 2.4 GHz-Technologie, die eine niedrigere Latenz bietet und somit ideal für Video-Calls oder Gaming geeignet ist. Klanglich bildet der N9 Hybrid die Mitten nicht so präsent aus wie der Sony, überzeugt jedoch mit einer detailreichen und räumlichen Wiedergabe.

Der AKG N5 Hybrid tritt gegen Modelle wie die Apple AirPods Pro 2 oder den JBL Tour Pro 3 an. Hier fällt auf, dass AKG klanglich und technisch auf einem ähnlich hohen Niveau spielt, jedoch mit der 2.4 GHz-Verbindung eine Exklusivität bietet, die sonst kaum ein InEar-Kopfhörer aufweist. Während die AirPods Pro 2 mit ihrer nahtlosen Integration ins Apple-Ökosystem glänzen, bietet der N5 Hybrid die bessere Vielseitigkeit für verschiedene Anwendungen.

N9 Hybrid und N5 Hybrid - Zusammenfassung Preis - Leistung

Der AKG N9 Hybrid und der N5 Hybrid sind Kopfhörer, die mit der cleveren Hybrid-Strategie sich von der Konkurrenz absetzen. Die Kombination aus Bluetooth und 2.4 GHz ermöglicht eine flexible Nutzung im Büro, beim Gaming oder Musikhören unterwegs. Während der N9 Hybrid als Over-Ear mit einer exzellenten Akkulaufzeit, hohem Tragekomfort und detailreichem Klang punktet, bietet der N5 Hybrid als InEar-Variante eine kompakte und mobile Lösung mit starkem Noise Cancelling und hoher Klangqualität.

Die AKG-Headphone-App erweitert den Funktionsumfang durch individuelle Klangeinstellungen und bequeme Firmware-Updates. In der Praxis zeigt sich, dass der Dongle eine klare Verbesserung der Gesprächsqualität bringt, weshalb er insbesondere bei Meetings oder Gaming-Sessions bevorzugt genutzt werden sollte. Klanglich liefern beide Kopfhörer eine überdurchschnittliche Performance, wobei der OverEar N9 Hybrid mit seiner größeren Treiberfläche etwas wärmer und natürlicher klingt.

Rund 335 Euro für den N9Hybrid sowie 270 Euro für die N5Hybrid sind alles andere als ein Schnäppchen, in der Addition der angebotenen Leistungen und Features aber ganz sicher nicht überbezahlt.

AKG N9Hybrid / N5Hybrid - Test-Fazit

Auch bei den Österreichern im amerikanisch-südkoeranischen Klangkosmos kostet Qualität Geld. N9 Hybrid und N5 Hybrid zahlen das aber mit der wirklich super umgesetzen Hybrid-Strategie, langer Laufzeit, intuitiver Bedienung sowie sehr ausgewogenem und räumlichen Klang zurück. Wer viel und gern Musik hört, dazu sein halbes Arbeitsleben in Online-Meetings verbringt und clever rechnet, wird schnell darauf kommen, dass die Investition in eines der Geräte den Kauf eines zweiten erspart und den Kostenfaktor in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

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