Kopfhörer im Test
: Sound Clips – Neues für die Ohren

Nach OverEar, InEar und OpenEar kommen nun neue Möglichkeiten des mobilen Musikgenusses. Ein Erfahrungstest.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Clips

Neues für die Ohren. Shokz OpenDots One sowie JBL Soundgear Clips.

Shoz, JBL
  • Shokz OpenDots One und JBL Soundgear Clips: neue Kategorie offener Ohrclips auf der IFA vorgestellt.
  • Shokz setzt auf minimalistisches Design, hohen Tragekomfort und umfangreiche Klang-Features.
  • JBL kombiniert Schmuck-Optik mit klarer Sprachübertragung, ideal für Alltag und Kommunikation.
  • Beide Modelle bieten offenen Klang ohne Gehörgang-Abschottung und kosten ca. 130–150 Euro.
  • Zielgruppen: Shokz für bewussten Musikgenuss, JBL für stilbewusste Alltagsnutzer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Lange Zeit war die Sache klar: Wer unterwegs Musik hören wollte, setzte auf klassische Over-Ear-Kopfhörer. Dann rollte die In-Ear-Welle an – kleine Stöpsel, die vor allem sportliche und generell aktive Menschen ansprechen sollten. Parallel dazu tauchten Open-Ear-Modelle auf, die nicht im Gehörgang sitzen, sondern davor platziert werden.

Wer dachte, damit sei das Feld der mobilen Audiolösungen abgegrast, lag daneben. Auf der diesjährigen IFA tauchte plötzlich eine neue Gerätegattung im Rampenlicht auf: sogenannte Sound Clips. Ganz neu erfunden ist das Konzept zwar nicht, aber die Umsetzung setzt bekannte Ideen auf ungewohnte Weise zusammen. Optisch irgendwo zwischen Kopfhörer, Schmuckstück und praktischem Alltagshelfer angesiedelt, versprechen sie, Musik und Telefonate zu ermöglichen, ohne das Ohr komplett abzuschotten.

Zwei Modelle, die in diesem Bereich besonders oft miteinander verglichen werden, sind die OpenDots One von Shokz und die Soundgear Clips von JBL. Beide verfolgen dieselbe Grundidee, setzen aber deutliche eigene Schwerpunkte. Das zeigt sich im Design, im Klang, in der technischen Ausstattung und im Tragegefühl im Alltag. Wir haben die JBL Soundgear Clips und die Shokz OpenDots One ausprobiert und direkt gegenübergestellt.

Sound Clips – Design und Aufbau

Auf den ersten Blick ist klar: Beide Modelle gehören zur gleichen Gerätekategorie, interpretieren sie optisch aber sehr unterschiedlich.

Die OpenDots One von Shokz geben sich bewusst unauffällig. Sie sind klein, glatt, leicht und folgen einer minimalistischen Formsprache. Der Clip besteht aus einer flexiblen Metallstruktur, die mit Silikon ummantelt ist. So legt sich das Material weich an die Ohrmuschel an. Außen bleibt alles dezent: keine glänzenden Akzente, keine auffälligen Elemente, eher ein nüchterner, fast technischer Look. Damit lassen sie sich problemlos im Büro, beim Training oder im Alltag tragen, ohne als Eye-Catcher aufzufallen. Wer etwas mehr Verspieltheit möchte, kann zu optionalen, anclipbaren Earrings im etwa sternförmigen Design greifen.

Die Soundgear Clips von JBL schlagen optisch eine ganz andere Richtung ein. Hier spielt das Design klar die Hauptrolle. Das halbtransparente Gehäuse, die geschwungenen Linien und verschiedene Farbvarianten lassen sie eher wie schmückende Ear-Cuffs wirken, die nebenbei Musik abspielen – und weniger wie ein reines Technikprodukt. JBL greift gezielt den Schmuck-Charakter auf und macht daraus ein bewusst sichtbares Accessoire. Wer Lust auf Farbe, Stil und einen modischen Auftritt hat, wird hier deutlich mehr Auswahl und Ausdrucksstärke finden als bei Shokz.

Trotz der optischen Gegensätze gibt es eine klare Gemeinsamkeit: Beide Systeme platzieren den Lautsprecher knapp vor dem Gehörgang, ohne ihn zu schließen. Die Ohren bleiben frei, die Clips liegen quasi schwebend am Ohr an. Und beide sind so gestaltet, dass sie gleichzeitig unauffällig und präsent sein können – ganz danach, wie sehr man sie in Szene setzen möchte.

OpenDots One vs. Soundgear Clips – technische Ausstattung

Auch technisch verfolgen Shokz und JBL eine ähnliche Grundidee, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Die OpenDots One wirken insgesamt moderner und umfangreicher ausgestattet. Die Akkulaufzeit ist großzügig bemessen, sodass man im Alltag komfortabel über den Tag kommt. Geladen wird entweder per USB-C oder kabellos über eine induktive Ladefläche, was die Handhabung angenehm flexibel macht. Dazu kommt eine App, die viele Optionen bietet – vom Equalizer über Anpassungen der Touch-Bedienung bis hin zu individuellen Einstellungen für verschiedene Nutzungsszenarien. Insgesamt sind die OpenDots One klar darauf ausgelegt, nicht nur einfache „Hörer“ zu sein, sondern sich als kleines, gut integriertes Audiosystem im digitalen Alltag zu etablieren.

Shokz OpenDot One

Shokz OpenDot One. Steuerung per App, laden auch induktiv möglich.

Shokz

Die Soundgear Clips treten technisch etwas kompakter und pragmatischer auf. Auch hier gibt es eine App mit Equalizer und Steuerungsmöglichkeiten. Die Akkulaufzeit fällt etwas geringer aus, bewegt sich aber immer noch im Bereich, in dem ein normaler Tag gut abgedeckt wird. Besonders interessant ist das Mikrofonsystem: Bei Telefonaten werden Stimmen sehr klar übertragen, und auch in lauteren Umgebungen bleibt die Verständlichkeit überzeugend. JBL rückt damit die Kommunikationsfunktion stärker in den Fokus als den reinen Musikgenuss – und genau das spiegelt sich später auch in der Nutzung wider.

Auf dem Datenblatt liegen beide Modelle relativ nah beieinander, setzen aber andere Prioritäten: Shokz steht für längere Laufzeiten und Features rund um den Klang, JBL eher für unkomplizierte Alltagsnutzung und saubere Sprachübertragung.

Sound Clips – Klangcharakter und Wiedergabe

Beim Sound gehen die Konzepte spürbar auseinander. Da beide Systeme offen am Ohr sitzen, fehlt ihnen naturgemäß die Abschirmung klassischer In-Ears oder der kräftige Druck geschlossener Over-Ears. Innerhalb dieser Grenzen versuchen Shokz und JBL jedoch, unterschiedliche klangliche Akzente zu setzen.

Die OpenDots One von Shokz klingen insgesamt etwas voller und substanzreicher. Für ein offenes System liefern sie einen überraschend präsenten Bass, der nicht ins Wummern kippt. Der Mitteltonbereich bleibt klar, Stimmen wirken natürlich und gut verständlich. Die Höhen sind fein, aber nicht aggressiv. So entsteht ein angenehm rundes Klangbild, das vor allem modernen Musikrichtungen mit elektronischen Elementen entgegenkommt. Man merkt, dass Shokz technisch einiges unternimmt, um die Limitierungen der offenen Bauweise möglichst aufzufangen und ein Klangniveau zu erreichen, das eher an geschlossene In-Ears erinnert.

JBL

JBL Soundgear Clips. Fashion Accessoire mit transparenter Lade- und Aufbewahrungs-Box.

JBL

Die Soundgear Clips von JBL schlagen einen anderen Ton an. Hier steht ein luftiger, lebendiger Klang im Vordergrund, der sich organisch in den Alltag einfügt. Die Abstimmung wirkt leichter und frischer, teilweise fast spontaner. Höhen treten etwas stärker hervor, Stimmen rücken sehr direkt ins Zentrum, und der Bass hat genug Körper, um Pop und aktuelle Charts überzeugend wiederzugeben – ohne aber anzutreten, den tiefsten oder mächtigsten Bass in dieser Klasse zu liefern. Für Podcasts, Serien, Social-Media-Videos und Telefonate entsteht so ein entspanntes Klangbild, das sich lange und ohne Anstrengung hören lässt.

Grob zusammengefasst: Shokz fühlt sich eher wie ein „Musikhörer“ an, JBL eher wie ein „Alltagsbegleiter“. Beide Ansätze sind stimmig – entscheidend ist, wie bewusst man Musik hört und wofür die Clips hauptsächlich genutzt werden.

OpenDots One vs. Soundgear Clips – Tragekomfort

Beim Komfort zeigen beide Modelle viele Stärken, vermitteln aber ein unterschiedliches Tragegefühl.

Die OpenDots One schmiegen sich durch ihren flexiblen Clip sehr nah an die natürliche Form des Ohrs an. Das sorgt für einen stabilen Sitz, der auch bei sportlichen Bewegungen erhalten bleibt. Aufgrund des geringen Gewichts vergisst man die Clips nach kurzer Zeit fast komplett. Gerade bei langen Sessions oder beim Arbeiten ist das ein deutlicher Vorteil.

Shokz OpenDots One. Eher klein, unauffällig und straff sitzend.

JBL Soundgear Clips. Wollen auch gern mal auffallen, sitzen angenehm bis locker.

JBL

Die Soundgear Clips sitzen ebenfalls angenehm und leicht, fühlen sich aber etwas lockerer an. Man merkt ihnen ihren Schmuck-Charakter an: Sie liegen eher wie dekorative Ohrclips am Ohr und weniger wie ein streng fixierter Sportkopfhörer. Das wirkt luftig und entspannt, kann bei ruckartigen Bewegungen aber etwas weniger stabil sein. Wer häufig joggt, springt oder sehr aktiv unterwegs ist, wird die engere, sicherere Passform der Shokz vermutlich schätzen. Hinzu kommt, dass die Akku- und Empfängereinheit bei JBL deutlich voluminöser ausfällt. Menschen mit eher kleinen Ohren könnten das als zu wuchtig empfinden.

Der größte Pluspunkt beider Produkte ist das offene Tragekonzept: Die Ohren bleiben frei, es entsteht kein Wärmestau und kein Druck im Gehörgang. Wer mit Brille unterwegs ist hat in der Regel ebenfalls keine Probleme, da die Clips nicht mit dem Brillenbügel kollidieren. Man bleibt ansprechbar, nimmt seine Umgebung wahr – und hat dennoch Sound direkt am Ohr.

Shokz vs. JBL – für wen eignen sich die Sound Clips?

Offene Ohrclips sind nach wie vor eine junge Produktkategorie. Sie schließen die Lücke zwischen dicht sitzenden In-Ears und auffälligen Over- oder On-Ear-Kopfhörern, die mehr Platz brauchen und stärker ins Auge fallen. Für viele wirken sie wie der erste Kopfhörertyp, der sich wirklich dauerhaft im Alltag tragen lässt: kein Druck, kaum Gewicht, dafür ein dezentes Audio-Overlay über den Alltag.

Shokz OpenDots One. Eher klein, unauffällig und straff sitzend.

Shokz OpenDots One. Eher klein, unauffällig und straff sitzend.

Shokz

In diesem Rahmen positionieren sich die beiden Modelle recht unterschiedlich. Shokz richtet sich spürbar an jene, die Musik gern bewusst hören, aber nicht auf ein offenes Ohr verzichten möchten. Läufer, Spaziergänger, Pendler oder alle, die regelmäßig zwischen Musik, Podcasts und konzentrierter Arbeit wechseln, finden hier ein stimmiges Gesamtpaket aus Klang, Akkulaufzeit und zurückhaltendem Design.

JBL zielt stärker auf Personen, die einen stylischen Alltagsbegleiter suchen, der nebenbei praktischer Kommunikationshelfer ist. Hier geht es viel um Telefonate, leichte Nutzung im Büro, unterwegs und zu Hause, um Social-Media- und Serienkonsum – und darum, dass das Gerät auch als modisches Statement durchgeht. Wer gerne Farbe bekennt und sein Audio-Gadget sichtbar tragen möchte, ist bei den Soundgear Clips gut aufgehoben.

Beide Hersteller haben ihre Zielgruppe klar im Blick. Obwohl sich die technischen Eckdaten ähneln, wirken die Produkte im Charakter wie zwei verschiedene Antworten auf dieselbe Idee.

Fazit – welche Sound Clips passen besser?

Die Shokz OpenDots One und die JBL Soundgear Clips zeigen, wie vielfältig das Segment der offenen Ohrclips mittlerweile ist. Beide setzen auf ein offenes, luftiges Konzept mit hohem Tragekomfort, lassen die Umgebung hörbar und das Ohr frei.

Shokz liefert ein dezentes, funktional gestaltetes System mit etwas mehr klanglicher Substanz – ideal für alle, die Musik nicht nur nebenbei laufen lassen. JBL setzt auf ein modisches, leichtes und kommunikationsorientiertes Konzept, das sehr gut in einen aktiven, urbanen Alltag passt.

Welche Variante am besten passt, hängt davon ab, wie wichtig Design, bewusster Musikgenuss und Kommunikationsfunktionen sind – und in welchen Situationen die Clips überwiegend genutzt werden. Klar ist: Offene Ohrclips sind kein Exotenprodukt mehr, sondern eine ernstzunehmende Alternative zu klassischen Kopfhörern geworden.

Auch preislich liegen beide Modelle eng beieinander: Die JBL Soundgear Clips kosten rund 130 Euro, für die Shokz OpenDots One werden etwa 20 Euro mehr fällig.

Sound Clips - Test-Fazit

Manchmal müssen Bedürfnisse auch einfach nur geweckt werden. Die Sound Clips gehören sicher dazu. Denn zwischen InEar und OpenEar passt eigentlich nicht viel. Und wenn ja, dann zeigen uns Shokz sowie JBL, wie es gehen kann. Einfache Handhabung, alltagstauglicher Klang für Musik und Gespräch, moderater Preis. Nicht nur bei dem ist weniger mehr, sondern auch von der Gesamtkonstruktion her. Gutes Tragegefühl und ein zeitgemäßes Aussehen, die OpenDots One werden ihre Fans ebenso finden wie die Soundgear Clips.

Website JBL

Website Shokz