Test Laser-Beamer: Awol Vision - Echtes Kino zu Hause

Awol Vision LTV 3000Pro. Beeindruckende Bilddiagonale als Konkurrenz fürs Kino.
Awol Vision- Der Awol Vision LTV 3000 Pro ist ein Ultra-Nahdistanz-Beamer, der Bildgrößen bis zu 150 Zoll ermöglicht.
- Mit 4K-Auflösung, 3000 Lumen und Dolby Vision bietet er eine hochwertige Bildqualität.
- Er benötigt eine spezielle, glatte Leinwand, idealerweise die Awol Vision Cinematic ALR.
- Der Beamer kann per Smart Home gesteuert und mit einem Fire-Stick 4K für Android TV genutzt werden.
- Trotz hohem Preis ist er eine nachhaltige Alternative zu großen OLED-TVs.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn die Größe zählt, kommen herkömmliche TVs irgendwann an ihre Grenzen. Gewicht, Stromverbrauch und Wärmeentwicklung limitieren Bildschirmdiagonalen ab 60 Zoll. Da fangen Beamer erst an. Allerdings trüben hier Auflösung, Helligkeit und Schwarzwert sowie ein mitunter kompliziertes Setup den Heimkino-Spaß.
Aber auch dafür gibt es eine Lösung. Ultra-Nahdistanz-Beamer, auch als Laser-TV bezeichnet. Die deutlich bessere Optik ermöglicht Bildgrößen bis über 150 Zoll, was mal eben rund 3,8 Metern entspricht und im Verhältnis Wohnzimmer zu Kinosaal dem Lichtspieltheater echte Konkurrenz machen kann.
Shooting Star in dieser - zugegeben Nische - ist Awol Vision. Erst vor knapp fünf Jahren im sonnigen Florida gegründet, besetzt das Unternehmen aus Delray Beach mittlerweile Spitzenpositionen bei den Laser-Beamern. Drei Modelle hat man am Markt, die sich hauptsächlich in der Leuchtkraft unterscheiden. Der Maximalwert in Lumen definiert dabei den Namen: LTV 3500 Pro, LTV 3000 Pro sowie das "Einstiegsmodell" LTV 2500. Alle drei 4K 3D Dreifach-Laserprojektoren. Wir haben uns für einen Kompromiss aus Luxus und Budget entschieden und mit dem mittleren der drei ausführliche Kino- und Spiele-Abende verbracht.
Mit 60x35x15 Zentimeter ist der 3000er nicht gerade ein Winzling und bringt immerhin satte 12 Kilogramm mit. Dennoch wirkt der Projektor keineswegs klobig, kommt mit vielen geschwungenen Linien und glatten, aber mattierten Oberflächen daher. Dabei gibt es durchaus designmäßige Ähnlichkeiten zur Playstation 5. In einer Vertiefung in der Mitte der Oberseite ist die Optik verbaut, ansonsten ist von Technik außer den Anschlüssen an der Rückseite nicht viel zu sehen.
Awol Vison LTV 3000 Pro: Ersteinrichtung und Anschlüsse
Zwei HDMI-Ports, einer mit eArc, zwei USB-Eingänge, ein optischer Ausgang sowie LAN-Anschluss, dazu Bluetooth und WLAN garantieren, dass sich der LTV 3000 Pro umfassend in Audio-Video-Systeme einbinden und steuern lässt. Dazu ist er plug and play. Aufstellen, anschließen, fertig. Halt stopp - so einfach ist es dann doch nicht. Denn auch, wenn der Projektor schnell einsatzbereit ist, bis ein vernünftiges Bild zu sehen ist, vergeht mitunter eine Weile.

Awol Vision LTV 3000Pro: Kompakte Ausmaße, per Smart Home steuerbar.
Awol VisionDas liegt an den Besonderheiten des Systems. Wie der Name verrät, steht der Beamer sehr nah vor der Leinwand. Die Distanz entscheidet schlussendlich über die Diagonale. Ein Bildzoom wie bei herkömmlichen Projektoren gibt es nicht, ebenso wenig eine automatisierte Keystone-Korrektur. Hier ist alles Handarbeit. Und das bedeutet zuerst, über die höhenverstellbaren Füße das Gerät in die Waagerechte zu bringen. Danach muss über die Ausrichtung des Abstandes zur Projektionsfläche die Bildgröße eingerichtet werden. 35 Zentimeter etwa sind es für 120 Zoll. Zu beachten ist dabei zusätzlich die Tiefe von nochmals 35 Zentimetern. Soviel Platz muss zur Leinwand sein, Kompromisse keine. Letzter Schritt schließlich ist das händische und rechtwinklige Ausrichten des Bildes über eine manuelle Acht-Punkt-Keystone-Korrektur sowie die Scharfeinstellung des Fokusringes. Am Ende ist es so, dass man diese dann doch aufwendigen Tätigkeiten nicht jedes Mal erledigen will. Gut beraten ist also, wer dem Beamer einen festen, unverrückbaren Platz zuweisen kann.
4K Laser TV: Menü und Oberfläche
Für Kenner von Beamern dürfte die eher nüchterne Benutzeroberfläche überraschend sein. Anders als andere verzichtet Awol nämlich auf die Implementierung von Android TV inklusive des Playstores. Nach dem Einschalten sieht man lediglich acht Kacheln, über die die Anschlüsse gesteuert werden sowie ein rudimentäres File-Management. Dazu ist ein Dropdown-Menü aufrufbar, über das grundsätzliche Einstellungen von WiFi über Bluetooth bis hin zu Bildpresets, Ton die Verwendung von Keyfeatures wie Dolby Vision und nicht zuletzt Sicherheitsvorkehrungen reguliert werden.
Dennoch muss der User nicht auf die bunte Welt des Android-TVs verzichten. Denn Awol Vision legt einen Fire-Stick 4K bei, für den auf der Rückseite ein extra Fach mit HDMI und USB-Anschluss für den Strom reserviert ist. Ziemlich clever, dass man da auf fertige Lösungen zurückgreift und die eigenen Ressourcen auf die Kernfunktion des Projektors konzentriert.
Ultra-Nahdistanz-Beamer: Das Bild
Und die ist ganz klar das Bild. Die Amerikaner verwenden einen Triple-Laser, also für jede RBG-Grundfarbe einen. Dazu kommt mit einer f2.0 Glaslinse die derzeit größte in der Beamerbranche zum Einsatz und am Ende steht eine Farbraumabdeckung von 107 Prozent nach BT2020. 3000 Lumen maximale Helligkeit, etwas weniger davon direkt auf der Leinwand - es muss also nicht absolut dunkel im Raum sein, um das Spektrum von einer Milliarde Farben genießen zu können. Im Einsatz sind zudem die Bildverbesserungssysteme Dolby Vision und HDR+. Und das alles bei einem Kontrastverhältnis von 2500:1 und einer Auflösung von maximal 3840 mal 2160 Bildpunkten.

Awol Vision LTV 3000Pro: Ein Laser pro RGB-Farbe und scharf bis in die Ecken.
Awol VisionAm Ende steht nach dem vielen Fach-Chinesisch ein Bild, das selbst bei maximaler Größe bis in die Ecken hinein scharf und kontrastreich ist. Der Schwarzwert mag nicht an den von OLED-TVs heranreichen, aber allein schon die schiere Größe der Darstellung, das ungemein große Farbspektrum sowie die durchweg flüssigen Ansichten machen das sofort vergessen. Es lohnt durchaus, seine Film-Bibliothek nochmals anzuschauen, es gibt viel Neues zu entdecken. Die 4K-Bildern innewohnende Räumlichkeit verstärkt der 3000 Pro durchaus. Nicht zuletzt ist der Projektor in der Lage, authentische 24 Bilder pro Sekunde wiederzugeben. Und on top, oftmals unerwähnt: Der LTV 3000Pro kann Bilder in 3-D wandeln. Die dazu notwendigen aktiven Brillen müssen jedoch zusätzlich angeschaft werden.
Awol Vision LTV 3000 Pro: Einstellmöglichkeiten
Passt das dargereichte Bild noch zu wenig zu den eigenen Vorstellungen, Besteht die Möglichkeit, im auf den zweiten Blick dann doch umfangreichen Menü noch kräftig nachzusteuern. Zum einen werden Presets für Film, Live, Spiel usw. geboten. Und dann dürfen Profis auch gern direkt ins Farbmanagement eingreifen und Farbton, -Sättigung, -Helligkeit, -Offset und Verstärkung einstellen. Wer die große Leinwand lieber zum Zocken nutzt, kann sich je nach Game für Leistung oder Bild entscheiden. Die Latenz ist dabei abhängig von der Auflösung. 15 ms bei 4K. Wer es besser braucht, muss auf 1080p - was immer noch sehr gut ist - heruntergehen und kann dem LTV 3000 Pro dann überragende 8ms Verzögerung abverlangen. Die sind selbst bei Racern oder Shootern nicht mehr wahrnehmbar. Auch weil dann 120 Hz wiedergegeben werden. Übrigens: Natürlich ist das Bild immer nur so gut wie die Quelle. Wird also UHD von Disc zuspielt, darf auf einen großen Auftritt gehofft werden. Aber auch gestreamt via Firestick macht der Beamer keine Kompromisse - vorausgesetzt, die Bandbreite der Datenverbindung spielt mit.
4K Laser TV: Ton, Bedienung, Smart Home
Auch wenn Beamer ist erster Linie Bild-Maschinen sind, so spielt doch Audio keine unwichtige Rolle. Bauartbedingt allerdings ist nicht wirklich viel Platz für Schallwandler. 36 Watt leistet hier die Serienbestückung. Das ist ganz ordentlich und klingt im Rahmen der Möglichkeiten gut. Bei einem Beamer der Kategorie LTV 3000 Pro sollte aber nicht am Ton gespart werden. Um so weniger, als dass der Chipsatz Dolby Atmos und DTS Virtual X verarbeiten kann. Über den HDMI eArc bzw. den optischen Ausgang stehen also alle Möglichkeiten zur Verfügung, dem überragenden Bild einen adäquaten Sound zu spendieren. Der garantiert dann auch, dass das ca. 30 db laute Lüftergeräusch nicht mehr zu hören ist, das sonst unterschwellig immer ein wenig mitmischt.
Awol Visions Beamer lassen sich problemlos aus der Ferne bedienen. Die mitgelieferte Remote-Control ist qualitativ dem Hauptgerät angemessen und verfügt über einen übersichtlichen Aufbau, der eine intuitive Steuerung gewährleistet. Im übrigen auch die des Fire-TV-Sticks. Hat man allerdings die Grundparameter eingestellt, kann alles andere bequem über Alexa oder Google organisiert werden. Denn der Projektor lässt sich einfach mit den Sprachassistenten koppeln und so ins Smart Home einbinden. Und natürlich ist ebenso die Spiegelung von Handy oder Tablet möglich. Am Ende das ganze Programm, das auch ein verbautes Android-TV geboten hätte.

Spezielle Leinwand empfohlen. Der LTV 3000Pro braucht eines sehr glatte Projektionsfläche.
Awol VisionUltra-Nahdistanz-Beamer: Nicht ohne Leinwand
Bedingt durch die Bauart, dass die Optik ganz nah an der Projektionsfläche ist und in sehr spitzen Winkel, werden besondere Anforderungen an die Leinwand gestellt. Denn jede Unebenheit führt automatisch zu Schatten oder Verwerfungen. Anders als bei normalen Beamern sind beispielsweise Raufasertapete oder eine Rollo-Leinwand ungeeignet. Hier muss eine extrem glatte Wand, besser eine Spannleinwand her. Oder eine speziell fallende, wie die hauseigene von Awol Vison. Die motorgetriebene Cinematic ALR Leinwand ist dabei die beste Wahl. Nicht weiß, sondern schwarz besteht sie aus einem sehr dünnen Gewebe mit ALR Oberfläche, die Reflexionen vermeidet und die Farben noch satter erscheinen lässt. Dazu ist das Gewebe viel porig, sodass ohne hörenswerte Verluste auch dahinter Center-Speaker oder Soundbars platziert werden können. Nächster Pluspunkt für die Markentreue: Dank eines USB-Dongles kann die Fernbedienung der Leinwand in der Schublade bleiben. Denn mit dem Start des Projektors fährt sie automatisch hoch. Da die Projektionsfläche deutlich über 30 Kilogramm wiegt ist sie weniger für den mobilen Einsatz geeignet und sollte möglichst an einer Stelle verbleiben, was der Gesamtkonstruktion wie oben beschrieben zugutekommt.

Echte Handarbeit. Bildlage und Schärfe werden manuell eingestellt.
Stefan KlugAwol Vision LTV 3000 Pro: Kosten, Nachhaltigkeit, Zusammenfassung
Wenn wir am Anfang den Vergleich zu modernen OLED-TVs gezogen haben, müssen wir das beim Thema Nachhaltigkeit noch einmal tun. Denn obwohl die Projektionsfläche des LTV 3000 Pro selbst in der kleinsten Konfiguration mit 80 Zoll weit über dem liegt, was durchschnittliche Fernseher zu bieten haben, sind die Betriebskosten deutlich geringer. Schmale 170 Watt pro Stunde oder nur knapp 50 Euro im Jahr bei normaler Nutzung sind ungefähr 20 Prozent dessen, was Fernseh-Nutzer vergleichbar zu stemmen haben. Dazu ist die Lasereinheit auf 25000 Stunden ausgelegt - zwei Filme am Tag macht das eben mal 14 Jahre. Auch da muss der OLED passen. Selbst die Kosten des Beamers allein mit (Blackweek) 3000 Euro sind noch im Rahmen, allerdings schlägt die Leinwand mit noch einmal rund 1000 Euro im Angebot zu. Und trotzdem liegt das Gesamtpaket nicht wirklich deutlich über vergleichbaren TV-Alternativen. Die Größe und Bildkraft jedoch werden diese nicht erreichen.
Der finanzielle Aspekt sollte also schlussendlich nicht der ausschlaggebende sein. Vielmehr sind es die tägliche Nutzbarkeit und das eigene Sehverhalten. Wer auf den Beamer umsteigt, sollte dem linearen Fernsehen lebwohl sagen wollen und vor allem Platz haben. Denn ständiger Auf- und Abbau sind nichts für die Kombi, auch wenn die Leinwand eingefahren auf einen zwar breiten, aber eher kleinen Kasten schrumpft. Auf der Suche nach einer Alternative zum Kino könnte aber die Laser-Beamer-Gemeinde eine sehr gute Wahl sein. Denn ohne Popcorn-Geräusche Fremder kann man in ähnlichen Dimensionen wie im Lichtspieltheater Filme auf höchstem Niveau genießen.
Awol Vision LTV 3000 Pro - Test-Fazit
Der Ultra-Nahdistanz Beamer von Awol Vison ist die perfekte Alternative zum richtigen Kino. Anspruchsvoll bei Aufstellung und Einrichtung bietet er dann aber beeindruckende Werte in Sachen Bild-Diagonalen und Qualität. Egal ob Film, Serie oder Spiel - die schiere Größe der Projektion beeindruckt. Dazu allerdings ist eine spezielle Leinwand notwendig, die den Anschaffungspreis noch einmal um rund 25 Prozent in die Höhe treibt. Andererseits ist die Optik des LTV 3000 Pro auf viele Jahre Nutzung ausgelegt, sodass sich die durchaus hohen Gesamtkosten über die Zeit relativieren.
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