Test Laser-Beamer: Formovie Theater - Zwischen Kino und Streaming

Formovie Theater Premium. Ultra-Nahdistanz-Beamer für riesige Bildschirm-Diagonalen.
Formovie- Test des Formovie Theater Premium: Laser-Beamer für große Bildschirmdiagonalen.
- Einfacher Aufbau, 3,81 Meter Bilddiagonale aus 42 cm Abstand, 2200 ISO-Lumen.
- Unterstützt Dolby Vision, HDR 10, hervorragender Schwarzwert, ruhiges Bild.
- Audio von Bowers & Wilkins, Dolby Atmos, DTS-X, 15 Watt-Systeme.
- Preis-Leistungs-Verhältnis top, aber billige Fernbedienung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das lineare Fernsehen ist tot. Zumindest für alle jene, die nicht permanent Game-Shows oder durch Werbung bis in die Unendlichkeit verlängerte Filme sehen wollen. Darüber hinaus haben sich Netflix, Prime Video & Co längst den anderen Teil des Publikums geschnappt.
Letztgenannte Zielgruppe wird kaum noch das gute alte Lichtspieltheater aufsuchen, zu groß das Angebot der Streamingplattformen. Und die Zeiten für die Gestrigen werden noch härter. Denn konnte das Kino einst zumindest noch mit riesiger Leinwand und Bombast-Sound punkten, gibt's den im Verhältnis zum eigenen Wohnzimmer mittlerweile auch für zu Hause.
Ultra-Nahdistanz-Beamer oder auch Laser-Projektoren sind die Player der Zukunft. Vergleichsweise gigantische Bildschirmdiagonalen und wenig Komplikationen bei der Aufstellung, dazu immer besserer Ton und das breite Angebot von Google-TV scheinen mittlerweile konkurrenzlos für Unterhaltungs-Junkies. Wenn, ja wenn die immer noch happigen Preise nicht wären.
Ob es lohnt, sich in Unkosten zu stürzen, haben wir an einem neuen Vertreter der Projektoren-Generation getestet. Angetreten ist der Theater Premium von Formovie, einer Firma aus dem Xiaomi-Universum, hervorgegangen aus der Zusammenarbeit mit Appotronics, dem Marktführer in Sachen Laser-Technologie für Kinoprojektionen. Theater Premium ist der Nachfolger des gleichnamigen Laserbeamers Theater, einen knappen halben Meter breit, fast zehn Kilo schwer und - das ist gewissermaßen fast eine Überraschung - nur 2800 Euro teuer. Dafür bietet er in vielen Parametern mehr als sein Vorgänger, was wir uns im Einzelnen anschauen werden. Rein optisch, soviel sei verraten, unterscheiden sich beide kaum voneinander.
Theater Premium - Aufbau und Installation.
Im Gegensatz zu den normalen ist die Inbetriebnahme der Laser-Beamer mehr als einfach. Sie werden vor eine Leinwand gestellt, mit Strom versorgt, fertig. Der Theater Premium verfügt über ein Projektionsverhältnis von 0,21:1. Er zaubert somit aus einem Abstand von 42 Zentimetern eine Bildschirmdiagonale von sagenhaften 3,81 Metern. Der maximale Platzbedarf zur Leinwand beträgt dabei nur 77 Zentimeter für die größtmögliche Ansicht. Verkleinert wird diese nicht über optische Einstellmöglichkeiten, sondern lediglich über den Abstand Beamer-Leinwand. Apropos: Da das Bild von unten auf selbige "geworfen" wird, ist eine absolut plane Fläche notwendig. Hier ist u.U. noch eine Investition für eine möglichst gute Projektionsfläche notwendig.
Fein justiert wird das Bild entweder über die Ausrichtung des Gerätes oder über die Vier- bzw. Achtpunkt-Keystone-Korrektur. Während das reine Handarbeit ist, wird die Schärfe über einen Autofokus automatisch eingestellt. Aber auch hier ist manuelle Nacharbeit möglich. Da jede Lageveränderung des Beamers das Bild beeinträchtigt, sollte der Aufstellplatz möglichst so gewählt werden, dass das ein für allemal fest ist, sonst wird's nervig auf Dauer. In den Einstellungen wird dann noch die Verbindung zum heimischen WLAN hergestellt, mit dem der Theater Premium via 2.4 oder auch 5 GHz und WiFi 6 kommuniziert.

Formovie Theater Premium. Anschlüsse satt mit HDMI, USB, LAN und optischen Ausgang.
FormovieFormovie Beamer - Betriebssystem und Apps
Formovie ist mit dem Theater Premium nun auf Google TV als Betriebssystem umgeschwenkt. Das basiert zwar auf Android TV, bietet aber eine deutlich bessere Einbindung sowohl des Play-Stores als auch von Google Assistant und YouTube. Anstatt der starren Aufteilung vorhandener Apps werden anhand der Sehgewohnheiten der Nutzer jetzt Vorschläge unterbreitet. Darüber hinaus können verschiedene Streamingdienste an einem Ort mit eingebunden werden, da hatte Android TV geräteabhängig mitunter große Schwierigkeiten, bspw. bei Netflix. Für die Sprachsteuerung kommt Google Assistant ins Spiel, was ohne Probleme funktioniert. Von der reinen Oberfläche her aber hat sich optisch eher weniger geändert.
Theater Premium - Wie gut ist das Bild?
Ein, nein, das Kaufargument für einen Beamer ist das Bild, sowohl in seiner Größe, aber vor allem in Sachen Qualität. Formovie setzt als Optik-Einheit einen ALPD RGB+ 4.0 Dreifach-Laser ein. Der löst bei einem Kontrastverhältnis von 3000:1 natürlich mit 4K auf, bei einer Bildwiederholrate von 60 Hz. Dabei deckt der Theater Premium mehr als 107 Prozent des BT.2020-Farbraumes ab und erreicht 2200 ISO-Lumen an allen Punkten der Leinwand. Und er unterstützt sowohl Dolby Vision als auch HDR 10 für die Bildoptimierung. So viel zum Fach-Chinesisch. In der Praxis überzeugt Formovie hier vor allem bei drei Dingen:
- 1. durch einen unglaublich guten Schwarzwert. Der ist für den Dynamikumfang und damit für die gesamte Range der Farbdarstellung wichtig.
- 2. durch ein sehr ruhiges Bild. Je fließender die Darstellung, desto natürlicher der Eindruck.
- 3. eine natürliche Farbwiedergabe. Denn gerade RGB-Beamer neigen gern dazu, in bestimmten Farbbereichen wie rot oder blau zu überpowern. Die Darstellung ist dann zu satt, geht ins bonbonfarbene.

Formovie Theater Premium. Beeindruckende Schwarzwerte für ein sattes und natürliches Bild.
FormovieJe nach Inhalt kann der User zudem bestimmte Presets wie Film oder Sport nutzen, die die Darstellung tief in den Einstellungen verändern. Oder aber man geht über individuell und reguliert die wichtigsten Parameter nach eigenem Gusto. Am Ende aber überzeugt der Laserbeamer mit einem unglaublich detailfreudigen und über die gesamte Farbpalette hinweg authentischen Bild. Das gilt vor allem, wenn die Umgebung möglichst abgedunkelt ist. Denn der Theater Premium ist nicht der hellste im Vergleich zur Konkurrenz, aber durchaus im guten Mittelfeld.
Formovie Beamer - Wie gut ist der Ton?
Zweites Key-Feature für einen Beamer könnte der Ton sein, sofern man seinen Projektor nicht in eine vorhandene Anlage einbindet. Formovie arbeitet wieder mit Bowers&Wilkins zusammen, lässt uns in Sachen Aufbau der vorhandenen Soundbar aber etwas im Unklaren. Zu erfahren ist, dass zweimal 15 Watt-Systeme verbaut wurden, die aus Hoch- und Tieftöner bestehen. Und, dass das System im Vergleich zum Vorgänger ein Upgrade erhalten hat. Wer die britischen Soundspezialisten kennt, ahnt, was ihn erwartet. Auch dank Dolby Atmos und DTS-X ist sogar virtueller Raumklang möglich. Aber schon von den Basics her klingt der Theater Premium sehr satt, sehr dominant, mit wirklich gut ortbaren und verständlichen Stimmen. Dabei muss das Sound-Level nicht einmal dramatisch nach oben geschraubt werden, um die Action mitten in den Raum zu verfrachten. Von der Ausgangslage her gehört dieser Formovie akustisch ganz sicher zu den besten Beamern überhaupt.

Formovie Theater Premium. Neue Soundbar von Bowers&Wilkins.
FormovieUnd dennoch dürfen, wenn gewollt, weitere Einstellungen über Presets am Ton vorgenommen und dieser individualisiert werden. Dank eines Line- und eines Optischen-Ausgangs lässt sich der Beamer auch problemlos in eine Heimkinoanlage integrieren. Außerdem können via Bluetooth 5.0 beispielweise Kopfhörer gekoppelt werden. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass keine nervigen Nebengeräusche stören. Das ausgeklügelte aktive Lüftersystem bringt es gerade mal auf 28db, die ab einem Meter Abstand selbst im Ruhemodus kaum noch wahrzunehmen sind.
Theater Premium - Für Videospiele geeignet?
Mit drei HDMI- und zwei USB-A-Eingängen ist der Theater Premium auf alle externen Quellen vorbereitet. So natürlich auch für Nex-Gen-Konsolen. Zusammen mit dem Bild-Preset Spiel und einer Eingabeverzögerung von nur 18 ms steht ausschweifenden Zockerabenden nichts im Wege. Gerade Sportspiele, die bei maximaler Leinwand die Akteure fast in Originalgröße darstellen, lassen die Grenzen zwischen virtueller Realität und tatsächlicher fast verschwinden. Dazu gibt es so gut wie keine Ausfaserungen an Kanten, wie sie bei nicht perfekt aufgelösten Grafiken immer wieder gern auftreten. Animationen laufen rund, es ruckelt nichts.
Formovie Theater Premium - Zusammenfassung
Auch wenn er bei der Helligkeit keine Spitzenwerte liefert, so ist der Theater Premium in Sachen Bildqualität dennoch top. Gestochen scharf, natürlich und geschmeidig - besser geht es kaum. Vorausgesetzt, eine sehr gute Leinwand steht zur Verfügung und der Raum ist möglichst abgedunkelt. Ebenso überzeugt er beim Ton, wenn man sonstige verbaute Soundsysteme zum Maßstab nimmt. Wer echtes Kinofeeling wie beim Bild bevorzugt, muss auf eine externe Anlage umschwenken. Egal wie, die Lüftung kommt dem Hörerlebnis niemals in die Quere. Dazu ist der Beamer in Sachen Konnektivität sehr breit aufgestellt, verarbeitet kabellos gar WiFi 6 im 5 GHz-Band und kann drei HDMI-Geräte gleichzeitig managen. Die Bedienoberfläche ist intuitiv und dank Google-Einbindung vielseitig nutzbar. Die Steuerung durch die Menüs allerdings dürfte etwas zackiger vonstattengehen. Apropos: Was angesichts des wirklich hochwertigen und in jeder Beziehung qualitativ sehr guten Gerätes gar nicht geht, ist die billige Systemfernbedienung, wie sie auch einem Budget-Beamer für ein Zwanzigstel des Preises beiliegt. Hier könnte man etwas mehr Stil erwarten. Aber ansonsten ein Top-Gerät zu einem mehr als fairen Preis.
Formovie Theater Premium - Test Fazit
Bild und Ton top, bei der Helligkeit und dem Tempo des Betriebssystems mit leichten Reserven, aber immer noch besser in jeder Beziehung als der Vorgänger und die Masse der Konkurrenz. Dabei ist der Formovie Theater Premium sogar billiger als die meisten - ein echtes Preis-Leistungs-Wunder. Das Gesparte sollte man in jedem Fall in eine hochwertige Leinwand investieren, dann gibt's die perfekte Kino-, Fernseh- und Spieleunterhaltung zu Hause.
