Test Mähroboter
: Parkside - Der Terminator lässt mähen

Kurzer Rasen von ganz allein und günstig. Wie gut ist der Budget-Rasenroboter? Ein Test.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Geduldig unterwegs: Der PAMRS 1000 A1 mäht Flächen von bis zu 1000 Quadratmeter über mehrere Stunden hinweg.

Geduldig unterwegs: Der PAMRS 1000 A1 mäht Flächen von bis zu 1000 Quadratmeter über mehrere Stunden hinweg.

Parkside
  • Der Parkside PAMRS 1000 A1 Mähroboter mäht bis zu 1000 qm autonom per App.
  • Installation der Induktionsschleife erfordert Zeit und Geduld.
  • Hindernisvermeidung nicht perfekt, der Robo kann sich verhaken.
  • Preis unter 300 Euro, fast wartungsfrei und mulcht den Rasen.
  • Alternative: teuerere Modelle bieten mehr Komfort, aber PAMRS 1000 A1 ist eine gute Budgetoption.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gartensaison hat begonnen und für viele ist ein gepflegter Rasen nach wie vor Ziel und Aushängeschild eines gelungenen Ensembles. Allerdings, das Grün kurz und damit möglichst Unkraut außen vor zu lassen kann echt in Arbeit ausarten. Wer auf Fußball- oder Golfplätze schaut, sieht die Greenkeeper dort jeden Tag ihre Runden drehen.

Kein Wunder also, dass Mähroboter immer beliebter werden. Sie sind, wenn man so will, das Schaf in Maschinenform. Anspruchslos und mit immensem Gleichmut gehen sie zu Werke. Und da sie nicht aufsammeln, sondern das Schnittgut liegen lassen, wird durch das Mulchen gleich noch ein wenig gedünkt. Allerdings stellt die Navigation auf dem Grundstück durchaus eine Herausforderung dar, die die Hersteller mit unterschiedlichen Lösungswegen angehen.

Da in freier Natur, bietet sich GPS natürlich an. Ähnlich wie die mittlerweile weit verbreiteten Saugroboter navigieren sich die Mähmaschinen via Satellit und/oder optischer Mittel über das Grundstück. Vorteil, nach dem Mapping agieren sie vollkommen autark und zuverlässig. Nachteil, die Preise bewegen sich wie bei den Indoor-Pendants schnell weit über 1000 Euro.

Die deutlich billigeren Varianten arbeiten mit Induktionsschleifen. Die grenzen das Gebiet ein, in dem der Robo chaotisch, aber doch geplant hin- und herfährt. Nachteil: Ein Kabel muss manuell verlegt werden, am besten eingegraben. Das ist aufwendig und nicht ganz ohne Fallstricke.

"Du packst das" ist der markige Spruch von Arnold Schwarzenegger für alle, die es selbst angehen wollen. Der Ex-Terminator gibt sein Gesicht als Testimonial für die Kaufland/Lidl-Eigenmarke Parkside und vermittelt den Eindruck, dass es jeder kann. Die richtigen Tools vorausgesetzt. Und dazu soll auch der PAMRS 1000 A1 gehören. Ein Mähroboter auf 20 Volt Basis, per App steuerbar. Wir haben pünktlich zu Frühlingsbeginn ein Exemplar auf eine 300 Quadratmeter große Rasenfläche losgelassen, die alle Tücken eines Gartens mit sich bringt: Gefälle, Büsche und Bäume, Wege, alles andere als eine rechteckige Form. Wie sich der Robo geschlagen hat, zeigt unser Test.

Parkside Mähroboter - Aufbau und Inbetriebnahme

Der PAMRS 1000 A1 kommt kompakt und in einer deutlich kleineren Kiste als erwartet daher. Werksseitig wird alles mitgeliefert, was für einen schnellen Start notwendig ist. Wobei, schnell ist eher relativ. Denn Voraussetzung, dass sich der Robo überhaupt bewegt, ist eine fertige Induktionsschleife. 200 Meter Kabel sowie 350 Rasenhaken aus Plastik werden mitgeliefert. Im Idealfall soll nämlich jeden Meter das Kabel mit einem Haken im Boden verankert werden. An kniffligen Stellen wie Hängen beispielsweise empfiehlt die in Sachen Text eher spärliche Bedienungsanleitung, den Abstand zu verkürzen. Deutlich, sollte man an dieser Stelle hinzufügen.

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Parkside PAMRS 1000 A1 mit Bodenplatte und Ladestation. Neben der Stromversorgung wird unter der Klappe die Induktionsschleife angeschlossen.

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Zwar ist die Anleitung bildtechnisch breit aufgestellt, wer aber zum ersten Mal eine Schleife für einen Mähroboter installiert, könnte so einige Schwierigkeiten bei der Umsetzung haben. Insofern scheint angeraten, probeweise zuerst ein kleines Areal oberflächlich einzuzäunen und zu schauen, was wie funktioniert. Denn das Kabel muss richtig gepolt via einer Steckverbindung mit der Ladeeinheit, die auf die Grundplatte montiert wird, verbunden werden. Dabei zeigt sich, dass die Richtung des Stromflusses tatsächlich nicht egal ist. Der Robo befände sich außerhalb des Gebietes, ist dann die typische und vor allem nervige Fehlermeldung. Außerdem sollte die ideale Zuführung des Kabels zur Ladestation gecheckt werden, damit der PAMRS 1000 A1 den Weg zum Dock fehlerfrei findet. Dies muss schließlich mit den beiliegenden Erdschrauben möglichst fest auf der Oberfläche verankert sein. Denn der Robo ist bei Kontakt eher kein Feingeist. Dazu später mehr.

PAMRS 1000 A1 - App und Display

Der PAMRS 1000 A1 trägt den Zusatz "smart" im Namen, was auf die Möglichkeit verweist, auch per App steuern zu können. Eigentlich zu müssen, denn ohne ist die Bedienung wirklich fummelig. Von der Startseite der Applikation blickt uns Arnold Schwarzenegger an, der einen Akkuschrauber wie einst die Pumpgun in "Terminator 2" hält. Unter meine Geräte findet sich unser Robo und zeigt auf den ersten Blick den Ladezustand. Die Seite für den PAMRS 1000 A1 ist übersichtlich und relativ einfach gestaltet. Drei große Knöpfe sind der Steuerung vorbehalten, die Menüpunkte darunter dienen den Grundeinstellungen von "Igelschutz" (kein Mähen bei Nacht), "Regensensor" und Geräte-PIN. Mit dieser wird der Mäher gesichert, sobald er angehoben wurde oder den Einsatzsbereich verlassen hat. Im Prinzip ein gutes Feature, was im Alltag seine Tücken zeigt. Denn so bequem und praktisch die Steuerung per App ist, hat der Robo aus welchen Gründen auch immer seine Arbeit unterbrochen, muss er am Gerät über die PIN-Eingabe wieder aktiviert werden. In diesen Fällen also nix Steuerung aus der Ferne...

Mähroboter PAMRS 1000 A1: Unter der Klappe findet sich das Display, die Steuerungsknöpfe und das Drehrad für die Schnitthöhen-Verstellung.

Mähroboter PAMRS 1000 A1: Unter der Klappe findet sich das Display, die Steuerungsknöpfe und das Drehrad für die Schnitthöhen-Verstellung.

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Unter einer regensicheren Klappe finden sich auf der Oberseite ein monochromes Matrixdisplay sowie sechs selbst erklärende Knöpfe, über die auch die vierstellige PIN mit Zahlen von Eins bis Vier eingegeben werden muss. Ebenso lassen sich alle anderen Funktionen via Display starten, allerdings etwas umständlich über verschiedene Untermenüs. Insofern macht dann schon die deutlich bequemere Auswahl auf dem Handy Sinn. Besonders die Zeitpläne sind eine gute Sache, weil man so die Woche durchplanen kann, mit täglich bis zu zwei Sitzungen. Dabei lässt sich auch die Länge der Arbeitszeit individuell einstellen.

Mähroboter - Arbeitsweise und Qualität

Einmal eingerichtet, die Induktionsschleife richtig installiert, startet der PAMRS 1000 A1 problemlos zu seiner bis zu acht Stunden dauernden Tour über die Fläche. Er folgt dabei nicht wirklich einem nachvollziehbaren Muster, aber die Qualität des Schnittes lässt keinerlei Kritik aufkommen. Das Mähwerk besteht aus einem sich drehenden Teller von 22 Zentimetern Breite, an dem drei kleine Messer per Schraube fliegend installiert sind. Die Schnitthöhe lässt sich per Drehrad stufenlos zwischen 25 und 60 Millimeter verstellen. Blätter und sonstige lose Materialien werden zuverlässig mit zerhäckselt, als Laubsammler indes taugt er ebenso wenig wie Äste oder ähnliches auf dem Rasen liegen sollten. Der Robo fährt immer in eine Richtung, bis er entweder das verlegte Kabel erreicht oder an ein Hindernis stößt. Im ersteren Fall überfährt er ca. 20 Zentimeter und dreht dann. Insofern ist genügend Abstand bei Absätzen nach unten, starken Gefällen oder Bewuchs wichtig. Sonst rollt der Mäher ins Aus oder verhakt sich gern.

Anders als bei Indoor-Reinigungsrobotern sind die Annäherungssensoren des PAMRS 1000 A1 eher weniger sensibel. Bei Steinen, Mauern und allem, was wirklich hart ist, funktioniert die Vermeidung nach Kontakt recht gut, wenngleich er ordentlich gegen die Hindernisse kracht. Handelt es sich aber um Sträucher oder eher weiche Gegenstände, versucht der Robo sie nicht selten wegzuschieben oder daran vorbeizukommen. Entsprechend ramponiert sah das grüne Gehäuse bereits nach drei Wochen aus. Eher ärgerlich jedoch ist, dass die großen und profilstarken Räder, jedes getrieben von einem eigenen Motor, sich beim Versuch des Gegendrückens mitunter eingraben und so die Grasnarbe beschädigen. Das ist spätestens der Punkt, an dem man die Verlegung des Kabels überdenken und ggf. anpassen sollte.

PAMRS 1000 A1 von Parkside. Vorsicht vor Stühlen und Liegen, der Robo fährt sich darunter gern auch mal fest.

PAMRS 1000 A1 von Parkside. Vorsicht vor Stühlen und Liegen, der Robo fährt sich darunter gern auch mal fest.

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Parkside PAMRS 1000 A1 - Weitere Features

Es ist dabei im Übrigen nicht notwendig, alles neu zu installieren. Wie sich zeigte, leidet die Konstruktion nicht, wenn zwei Enden einer durchtrennten Stelle einfach miteinander wieder "verknüppert" werden. Insofern kann man also auch mittendrin ein Stück ansetzen. Wenn eines Tages die perfekte Konfiguration ermittelt wurde, ist es tatsächlich ratsam, das Kabel zu vergraben. Denn bei allen Arbeiten auf dem Rasen, v.a. harken oder auch vertikutieren, bleibt man hängen oder beschädigt es gar. Da der Robo auf das Signal bis zu einer Tiefe von fünf Zentimetern noch reagiert, sichert die Erd-Verlegung den Erhalt der Konstruktion bei gleichzeitig unkomplizierter Erledigung von anderen Arbeiten auf dem Grün.

Apropos: Neben dem kompletten Mähen lässt sich der PAMRS 1000 A1 auch zu bestimmten Spots dirigieren bzw. wichtige Sekundärbereiche einrichten. Das alles ist allerdings etwas umständlich, da die Zuweisung über die Entfernung der Stelle entlang des Kabels bis zu Basisstation ausgemessen und eingegeben werden muss. Funktioniert, ist aber nichts, was man alle Tage ändern will. Der Robo verfügt zudem über einen Regensensor. Wenn gewollt, wird die Arbeit unterbrochen, der Mäher kehrt zur Basisstation zurück und beginnt wieder, wenn der Niederschlag vorbei ist. Interessanterweise empfiehlt Parkside trotz der Wasserdichtheit der Konstruktion eine Überdeckung der Station, was dann allerdings angedockt den Regensensor außer Kraft setzen würde. Unser Robo hat einige Niederschläge unbeschadet aber auch so überstanden.

Mähroboter - Zusammenfassung und Alternativen

Vom Ende her betrachtet, gibt es nichts zu meckern. Der PAMRS 1000 A1 verrichtet seine eigentliche Arbeit ohne Fehl und Tadel, hält den Rasen kurz und das Unkraut ebenfalls. Nach unserer knapp einmonatigen Testphase hat sich das gesamte Erscheinungsbild der Rasenfläche optisch deutlich verbessert. Wasser in den Wein gießt ein wenig die doch nicht so ausgereifte Hindernisvermeidung, was allgemein kein ganz großes Problem darstellt. Bei längerer Abwesenheit sollte man den Robo allerdings nicht allein arbeiten lassen. Denn einmal vom Pfad abgekommen, braucht es zwingend menschliche Hilfe, den Weg zurückzufinden. Und mitunter hat unser PAMRS 1000 A1 auch Dinge angestellt wie ein bockiger Zweijähriger, immer mit dem Kopf durch die Wand.

Parkside PAMRS 1000 A1. Schnittbreite 22 Zentimeter, Höhe von 25 bis 60 Millimeter verstellbar. Das Mähergebnis ist wirklich gleichmäßig und gut.

Parkside PAMRS 1000 A1. Schnittbreite 22 Zentimeter, Höhe von 25 bis 60 Millimeter verstellbar. Das Mähergebnis ist wirklich gleichmäßig und gut.

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Andrerseits, was ist die Alternative? Ein Handmäher, bei dem der Mensch selbst ran muss, kostet ungefähr das Gleiche. Denn mit unter 300 Euro ist der PAMRS 1000 A1 fast schon unschlagbar günstig. Parkside hat mit dem PAMR 500 A1 noch ein um 50 Euro billigeres Gerät im Angebot, das aber ohne App-Steuerung daherkommt. Das wäre der entscheidende Nachteil. Die Arbeitsfläche von dann nur 500 Quadratmetern dürfte bei den meisten dagegen keine Rolle spiele.

Parkside PAMRS 1000 A1 - Test-Fazit

Wer nicht selbst Hand beim Rasenmähen anlegen will, kommt an einem Robo nicht vorbei. Parkside bietet hier den PAMRS 1000 A1 zum Preis eines normalen Elektro-Mähers. Insofern macht man mit dem Mähroboter nichts falsch. Der sorgt für einen ordentlichen Schnitt und ist im Prinzip wartungsfrei. Durch das Mulchen wird zudem der Rasen gleich mit gedünkt. Die Installtion der Induktionsschleife ist etwas mühsam und die Hindernisvermeidung nicht immer optimal. Aber im Endeffekt nimmt der PAMRS 1000 A1 wirklich viel Arbeit ab. Wer das alles noch ausgefeilter und bequemer haben möchte, müsste das Vierfache ausgeben. Dafür gibt es angesichts des gut gepflegten Rasens in unserem Test allerdings keinen Grund.

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