Test Saugroboter: Die S-Klasse unter den Robovacs?

Roborock Saros-Serie. Die neue S-Klasse der Saugroboter.
Roborock / Collage moz.de- Roborock bringt zwei neue Saros-Saugroboter auf den Markt.
- Saros 10 und 10R sind flach und navigieren präzise.
- Der 10R nutzt moderne StarSight-Technologie statt LiDAR.
- Beide heben sich durch starke Saugleistung und flexibles Chassis hervor.
- Unterschiede: Wischpad (Saros 10) vs. rotierende Mops (Saros 10R).
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eben noch im Blitzlichtgewitter auf der CES in Las Vegas hat Roborock seine neuen Saros-Saugroboter bereits in Europa im Handel. Beide setzen nicht nur auf modernste Technik und KI, sondern kehren auch einen Trend um, der in der Vergangenheit typisch für Robovacs schien.
Mehr Leistung, besseres Innenleben und in der Folge wachsende Ausmaße galten bisher als normal bei Saugrobotern. Im Ergebnis passten neue Modelle immer seltener unter Schränke, Kommoden oder scheiterten an Sockeln von Küchen. Und somit musste der Mensch öfter und größere Flächen nacharbeiten.
Schuld an größeren Dimensionen war vor allem die "Light Detection and Ranging"-Navigation, die üblicherweise in einem Turm untergebracht und zusätzlich auf die Maschinen gesetzt wurde. Diese wuchsen so schnell über zehn Zentimeter an. Roborock verabschiedet sich nicht zwingend vom LiDAR, hat aber dennoch dafür gesorgt, dass die neuen mit 7,98 sogar unter der Acht-Zentimeter-Marken bleiben. Ob die Höhenreduktion sich mit dem Anspruch auf neueste Technik und überzeugende Putzleistung vereinbaren lässt, zeigt unser Doppel-Test.
Saros 10 /10R - So navigieren die Flachmänner
Von den Namen her könnte man meinen, dass der Saros 10 und der Saros 10R nicht nur Brüder, sondern gar Zwillinge seien. Und zumindest auf den ersten Blick spricht auch nichts dagegen. Tatsächlich teilen sich die beiden einige Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich dann jedoch in wichtigen Merkmalen. Auffällig ist, dass am 10R das gewohnte LiDAR nicht mehr zu finden ist. Roborock setzt hier die nächste Generation, StarSight genannt, ein. Statt on top befinden sich rund um den Robo Sensoren sowie an der Front eine RGB-Kamera, die insgesamt 21600 Punkte nutzen, um die Umgebung in 3-D darzustellen. Die Chinesen geben an, dass damit 108 Objektarten verschiedener Größe erkannt werden können.
Dass auch der Saros 10 mit gleicher Bauhöhe trotz traditioneller Navigation auskommt, ist dem einfahrbaren Turm zu verdanken. Ein in der Frontpartie eingebauter Schlitz sorgt für Sicht und ermöglicht so die Orientierung durch das LiDAR im Bereich von 100 Grad auch unter Möbeln. Höhensensoren geben Bescheid, wenn das Navisegment eingefahren werden muss und wieder heraus darf. Um Zweifler zu beruhigen, versichert Roborock, dass der Bewegungsmechanismus auf mehrere zehntausend Zyklen ausgelegt sei.

Roborock Saros 10 / 10R. Navigieren auch um geschwungene Kabel herum.
RoborockIm reinen Betrieb sind Unterschiede zwischen beiden Navigationsarten nicht auszumachen. Der 10R dreht vielleicht immer mal eine Runde mehr, um sich einen Überblick zu verschaffen, ein Nachteil generiert sich daraus nicht. Fakt ist, beide Robos suchen so gut wie nie Kontakt zu Hindernissen, gleichwohl es für eine vernünftige Reinigung von Vorteil ist, die Räume zumindest ein wenig vorzubereiten. Aber weder Socken noch Kabel werden gefressen, gesucht wird immer der kürzeste Weg, selbst dann, wenn Möbel wie Liegen oder Stühle verschoben worden sind. Für dunkle Abschnitte sind beide mit einer LED-Frontleuchte ausgestattet, extra erhellen muss man also die Zimmer nicht.
Beiden gemeinsam ist das neue AdaptiLift Chassis, das die Gesamtkonstruktion bis zu vier Zentimeter anheben kann. Damit sind Türschwellen in Altbauten oder hochflorige Teppiche kein Hindernis mehr. Außerdem bewältigen die Saubermänner so Schlittenbeine, wie sie vor allem bei Stühlen und Couches zu finden sind. Fallsensoren passen natürlich auf, dass die Kletterer nicht Treppen hinabstürzen.

Roborock Saros 10 / 10R. Hindernisse kein Problem, das Chassis lässt sich anheben.
RoborockPad oder Mop - Saros 10 / 10R im Wischvergleich
Den nächsten konstruktiven Unterschied finden wir an der Unterseite. Während der Saros 10 auf das in Vorgängermodellen verwendete Wischpad setzt, rotieren im 10R die mittlerweile weit verbreiteten Mops. Beide haben ihre Berechtigung und im Endeffekt findet sich nicht wirklich ein Unterschied bei der Wischleistung. Da beide Robos nach festzulegenden Parametern selbstständig an die Station zurückkehren, um die Wischeinheit zu säubern, besteht keine Gefahr, dass der Schmutz nur verteilt wird. Zwar kann der 10R den rechten Mop ausfahren und so besser an Kanten gelangen, der 10er hält allerdings mit einer Miniaturausgabe eines rotierenden runden Wischers dagegen, der ebenfalls geschwenkt werden kann.
Erkennen die Sensoren besonders verschmutzte Bereiche, nutzen beide die Möglichkeit, das Chassis so anzuheben, dass der Druck auf Mop oder Pad erhöht wird. Bewegen sich die Saros auf Flüssigkeiten zu, wird die vordere rotierende Bürste aus dem Spiel genommen, um diese nicht zu verschmutzen. Nach mehrere und anspruchsvollen Wischdurchläufen gibt es keinerlei Grund zur Beanstandung. Beide Wischsysteme erweisen sich als zuverlässig sauber.
Saros 10 /10R - Saugen auf höchstem Niveau
Das gilt ebenso für die Saugeinheit. Hier sind die Unterschiede nicht sichtbar und nicht wirklich groß. Aber dennoch nicht weniger beeindruckend. Mit bis 22 000 Pa geht der Saros 10 zu Werke, was im Bereich sehr guter Akku-Handstaubsauger liegt. Der 10R rangiert mit 20 000 Pa nur kurz darunter. Zusammen mit dem anhebbaren Chassis wird so der letzte Krümel auch aus dem Flokati entfernt. Die Reinigungseffizienz auf Hartböden liegt bei fast 100 Prozent, auf Teppichen immer noch im überzeugenden Bereich. Zudem erkennen beide Geräte natürlich, ob sie über Fliesen, Holzböden oder eben textilen Bodenbelag fahren und passen die Saugleistung entsprechend an.

Roborock Saros 10 / 10R. Mit über 20 000 Pa besonders stark auch auf Teppichen.
RoborockEine nicht minder wichtige Rolle spielt die Seitenbürste. Roborock nennt das System "Flexiarm", denn die asymmetrisch geschwungene Bürste wird in der Nähe von Hindernissen eingezogen. Die besondere Bauweise unterstützt zudem noch ein weiteres Feature.
Saugroboter - Haaren keine Chance
Denn die unrunde Konstruktion soll verhindern, dass sich Haare umwickeln können. Überhaupt hat sich Roborock mit dieser Thematik gezielt auseinandergesetzt. Denn auch die Hauptbürste unter den Geräten wurde so konstruiert, dass der Körperbewuchs nicht nur effektiv eingesammelt werden kann, sondern ebenso ohne Rückstände in den Staubbehälter wandert. Dafür hat man die Rolle in der Mitte geteilt. Die Plastiklamellen, bestückt mit dünnen Borsten, laufen dabei mit unterschiedlichen Umdrehungen aufeinander zu. Das hat den Effekt, dass Haare zur Mitte transportiert und eingesaugt werden, ohne sich um die Bürsten zu wickeln. Das System funktioniert in der Praxis hervorragend, auch mit sehr langen Haaren. Im Prinzip haben wir nach mehreren Einsätzen keine gefunden, die sich um irgendwelche Teile an der Unterseite des 10 oder 10R festgekrallt hätten.
Roborock App - Steuerzentrale für alles
Saros 10 und 10R werden wie üblich über die hauseigene App gesteuert. Die kommt sehr aufgeräumt und übersichtlich daher und dient als Zentrale für alle Aufgaben. Zuerst muss natürlich eine Karte erstellt werden. Diese kann man dann noch als Matrix detailreicher gestalten, indem mithilfe der Handy-Kamera der gesamte Bereich gescannt wird. On top lassen sich Fotos von den größten Hindernissen einpflegen, die dann dank der KI in der Navigation von den Robos erkannt und entsprechend umkurvt werden. Schon die erste erstellte Karte ist ziemlich gut. Es stimmen fast alle Raumaufteilungen und auch die Bestimmung der Fußböden. Wo notwendig, lassen sich Räume neu aufteilen und/oder Wände verschieben. Eine 3-D-Übersicht erleichtert dies.
In der App werden dann grundlegende und Reinigungseinstellungen vorgenommen. Letztere lassen sich für jeden Raum separat auswählen. Besonders praktisch dabei ist die Erstellung von Shortcuts, auf die einfach und schnell per Widget zugegriffen werden kann. Das bietet sich vor allem für häufig verwendete Standards etwa wie saugen, wischen oder saugen und wischen an. Oder aber spezielle Aufgaben wie "Nach dem Essen". Dann fährt der Robovac in die Küche und macht sauber. Die Saros-Modelle unterstützen aber auch den sogenannten SmartPlan. Hier bestimmt der Robo anhand von Bodenstruktur und Verunreinigung, was, in welcher Reihenfolge und in welcher Intensität gemacht wird.
Umgekehrt ist die App zugleich das Medium, Nachrichten zu empfangen, etwa, wenn sich der Saros doch einmal festgefahren hat oder es Probleme mit den Medien gibt. Und last but not least wird die Applikation auf dem Handy zur Fernsteuerung genutzt. Zum einen lässt sich der Roboter per Pin-And-Go zu einem bestimmen Stelle navigieren, die gereinigt werden soll. Und kann man auch selbst die Kontrolle übernehmen und per Frontkamera durch die eigene Wohnung fahren. Ganz praktisch, um unter Möbeln oder bei Abwesenheit sich einen Überblick zu verschaffen. Nicht zuletzt kommt der App aber auch bei der Bedienung der Basisstation eine Rolle zu.
Roborock 10 / 10R: RockDock vs. Dockingstation
Beide Saros docken an einer optisch durchaus ansprechenden Basis an, die über eine verspiegelte Front verfügt. Es zählen aber freilich die inneren Werte. Dazu gehörten Frisch- und Abwassertank sowie ein weiterer kleiner für Reinigungsmittel. Man muss Roborock anrechnen, dass sie gar nicht erst den Versuch unternehmen, dem User hier etwas aufzuzwingen. Putzmittel werden nicht mitgeliefert und Auswahl wie Verwendung verbleiben beim Gusto des Users. Der Staubbeutel ist groß genug dimensioniert, um bis zu sieben Wochen in der Station verbleiben zu können. Trotz der Gemeinsamkeiten hat Roborock der jeweiligen Basis einen anderen Namen spendiert.

Roborock Saros 10 / 10R. Die Basisstation versorgt mit Strom, Wasser und reinigt die Mops.
RoborockRockDock Ultra 2.0 beim 10er, Multifunktions-Dockingstation 4.0 beim 10R. Die Unterschiede sind marginal, sowohl in Größe als auch Anwendung. Mopwäsche bei 80 Grad, Trocknung zwischen 55 und 60 Grad, Selbstreinigung der Station, schnelles Laden, Versorgung der Robos mit warmen Wischwasser haben beide gemein. Beim 10R lässt sich die Waschanlage sogar entnehmen. Und in beiden Station legen die Robovacs ihre Wischeinheit ab, sobald der Auftrag nur saugen enthält. Die Basis arbeitet zuverlässig und im gegebenen Rahmen auch leise. Die Trocknungszeit liegt mit zwei Stunden in Mitteleuropa im durchaus schnellen Bereich.
Saugroboter hören aufs Wort
Roborock lässt die Integration der Saros-Modelle für Alexa und Google Home zu. Doch damit ist die Sprach-Steuerung noch nicht ausgeschöpft. Denn auch ohne Netzwerk hören die Robos aufs Wort. Allerdings muss man sich hier an die in der App aufgeführten einfachen Sprachbefehle halten. Und laut sprechen. Dann erweckt man die Helferlein mit "Hello Rocky" zum Leben. Allerdings ist dieser Bereich der Steuerung noch ausbaufähig. Denn unsere Kandidaten haben zwar immer verstanden, dass sie beispielsweise saugen sollen, aber die Einschränkung nur das Bad durch den Befehl "Bad saugen" nicht.
Die Chinesen stellen zudem in Aussicht, dass die Saros-Modelle demnächst per Update auch für das neue Matter-Protokoll fit gemacht werden sollen. Damit wären sie dann in das Apple-Home-Universum integriebar. iPhone-User sollte dies freuen.
Saros 10 / 10R - Vergleich und Zusammenfassung
Am Ende des Tages haben wir zwei sehr gute und zudem gleichwertige Saugroboter erlebt, die beide in dem überzeugen konnten, wofür sie entwickelt wurden: Einfache und intuitive Bedienung und selbstständige und zuverlässige Reinigung. Besser geht es derzeit wohl nicht. Daher kann die Entscheidung eigentlich nicht gegen, sondern eher nur für einen der beiden fallen. Da sie in den Parametern gleichauf sind, werden hier Kleinigkeiten eine Rolle spielen. Ob man auf Wischpad oder rotierende Mops steht beispielsweise. Oder die größe der Räume. Trotz gleichem Akku ist der 10er 40 Minuten ausdauernder und reinigt mit 240 Quadratmetern Fläche am Stück immerhin 40 mehr als der Bruder. Soweit die guten Nachrichten. Denn auch, wenn derzeit noch Eröffnungsangebote etwas unter zehn Prozent Rabatt verheißen, mit knapp 1500 Euro muss man für so gute Unterstützung im Haushalt doch tief in die Tasche greifen. Der Saros 10 wie auch der Saros 10R stellen somit nicht nur in Sachen Leistung die Spitze der Saugroboter dar, sondern sind auch beim Preis die S-Klasse der Branche.
Saros 10 / 10R - Test-Fazit
Sehr flach, sehr sauber, sehr intuitiv, sehr teuer. Mit den Saugrobotern der Saros-Serie bewegt sich Roborock vom Start weg in jedweden Spitzenbereich. Sowohl der 10 als auch der 10R navigieren sich traumhaft durch eine vollgestellte Wohnung und erreichen dank ihrer kompkaten Größe und den ausfahrbaren Mops und Bürsten wirklich fast jeden Winkel. Dazu eine Saugleistung, die selbst gute Akku-Handstaubsauger schwachbrüstig aussehen lässt. Ja, sie sind teuer. Aber angesichts der gebotenen Leistung stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis dann wieder.
