Test Saugroboter
: Qrevo S Pro – so gut ist der Budget-Saugroboter

Roborock schickt einen Nachfolger des hauseigenen Einsteiger-Modells ins Rennen. Der Qrevo S Pro im Reinigungs-Stress-Test.
Von
Stefan Klug
Frankfurt (Oder)
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Roborock Qrevo S Pro. Einsteigermodell mit Premium-Genen.

Roborock Qrevo S Pro. Einsteigermodell mit Premium-Genen.

Roborock / moz.de
  • Roborock Qrevo S Pro: Mittelklasse mit Premium-DNA und starker Automatisierung.
  • Gute Saugleistung auf Hartboden, solide auf flachen Teppichen, Mopps heben sich 10 mm.
  • Station mit Heißwasserwäsche, Warmlufttrocknung und automatischer Staubentleerung.
  • App ist umfangreich und verständlich, präzises LiDAR-Mapping mit Routinen und Sperrzonen.
  • Schwächen bei Kanten, Ecken und kleiner Hinderniserkennung – Topmodelle sind hier besser.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Saugroboter sind im Haushalt längst keine Technik von morgen mehr. Weltweit wurden 2025 mehr als 30 Millionen Stück verkauft. Viele Nutzer erwarten daher nicht mehr nur einen kleinen Helfer, der Staub einsammelt, sondern ein weitgehend automatisiertes Reinigungssystem: Saugen, Wischen, Kartieren, Teppiche erkennen, Mopps reinigen, Staub entleeren und am besten alles per App planbar machen.

Die Frage lautet deshalb weniger, ob ein Saugroboter sinnvoll ist, sondern wie viel Automatisierung, Wischkomfort und Hindernisintelligenz man im Alltag wirklich braucht. Und welchen Preis der Nutzer bereit ist, dafür zu bezahlen.

Roborock Qrevo S Pro. Alltagshelfer vor allem für harte Fußbodenbeläge.

Roborock Qrevo S Pro. Alltagshelfer vor allem für harte Fußbodenbeläge.

Roborock

Roborock spielt in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle. Die Marke hat sich in den vergangenen Jahren vom Spezialisten für smarte Saugroboter zu einem der prägenden Anbieter im Markt entwickelt, und liegt mit 17,7 Prozent Marktanteil über die breitere Kategorie hinweg an der Spitze. Kurz gesagt: Wer heute über Saugroboter schreibt, kommt an Roborock nicht vorbei. Besonders stark sind die Chinesen dort, wo es um Navigation, Wischtechnik, App-Steuerung und Multifunktionsstationen geht. Kurz gesagt: Bei modernen Saug- und Wischrobotern kommt man an Roborock kaum vorbei.

Qrevo S Pro – Die Vernuftvariante

Der Qrevo S Pro ist in Roborocks Portfolio die Vernunft-Variante: kein Billigheimer, aber klar unterhalb der Curv- und Saros-Spitze positioniert. Das Design folgt der klassischen Roborock-Schule: ein runder Roboter mit aufgesetztem LiDAR-Turm und eine vergleichsweise kompakte, funktionale Station. Der Roboter misst 350 × 353 × 96,5 Millimeter, die Station 340 × 487 × 519 Millimeter. Damit ist der Roboter nicht ultraflach, passt aber noch unter viele Sofas, Betten und Schränke, sofern dort rund zehn Zentimeter Platz bleiben.

Unter dem Gehäuse arbeiten eine Vollgummi-Hauptbürste, eine gegen Haarverheddern optimierte Seitenbürste und zwei rotierende Mopps. Diese Mopps können auf Teppichen um 10 Millimeter angehoben werden. Der Akku fasst 5200 mAh, die Laufzeit liegt laut Hersteller bei bis zu 180 Minuten. Dazu kommen ein 330-ml-Staubbehälter, ein 80-ml-Wassertank im Roboter sowie in der Station 4 Liter Frischwasser, 3,5 Liter Schmutzwasser und ein 2,7-Liter-Staubbeutel für mehrere Wochen Betrieb ohne manuelles Entleeren.

Die Saugleistung gibt Roborock mit 18 500 Pascal und damit den erzeugten Unterdruck an. Dieser Wert allein entscheidet nicht über die tatsächliche Reinigungsleistung, er zeigt aber, dass der Qrevo S Pro keineswegs schwach motorisiert ist.

Roborock Qrevo S Pro. Gute Saugleistung, die Mops werden bis zu zehn Millimeter bei Teppichen angehoben.

Roborock Qrevo S Pro. Gute Saugleistung, die Mops werden bis zu zehn Millimeter bei Teppichen angehoben.

Roborock

Sein Arbeitsprinzip ist klassisch, aber effektiv. LiDAR, also laserbasierte Distanzmessung, kartiert die Wohnung. Anschließend fährt der Roboter systematisch durch die Räume, zuerst entlang von Kanten und dann in geordneten Bahnen über die Fläche. Vorn sitzt zusätzlich Roborocks Reactive-Tech-Sensor mit strukturiertem Licht. Er soll Hindernisse erkennen und umfahren. Das funktioniert bei größeren Gegenständen gut, ersetzt aber nicht die aufwendigeren Kamera- und KI-Systeme der teureren Modelle.

Die Station übernimmt die lästigsten Nebenjobs: Staub absaugen, Wasser nachfüllen, Mopps waschen, Mopps trocknen und den Roboter wieder aufladen. Genau hier spürt man die Premium-DNA am stärksten, denn dieser Automatisierungsgrad war noch vor kurzer Zeit vor allem deutlich teureren Modellen vorbehalten.

Qrevo S Pro – Ersteinrichtung und App-Alltag

Nach dem Auspacken bleibt erfreulich wenig zu tun. Die Station wird aufgestellt, die Base eingeklickt, das Kabel verstaut, der Frischwassertank gefüllt und der Roboter aufgeladen. Danach wird er per Roborock-App eingebunden. Wichtig ist dabei: Unterstützt wird nur 2,4-GHz-WLAN, was bei Smart-Home-Geräten allerdings weiterhin üblich ist.

Im ersten Durchlauf erstellt der Qrevo S Pro eine Karte der Wohnung. Danach lassen sich Räume benennen, Grenzen korrigieren, Teppiche markieren, Möbel eintragen und Sperrzonen setzen. Gerade für Einsteiger ist das angenehm, weil der Roboter nicht einfach losfährt und irgendwie reinigt, sondern schnell eine nachvollziehbare Struktur der Wohnung erzeugt.

In der App zeigt sich, warum Roborock seinen guten Ruf hat. Es gibt SmartPlan 2.0 für automatische Strategieanpassung, individuelle Routinen, Zeitpläne, spontane Fleckenreinigung, temporär zu meidende Bereiche, Teppichlogik, Wasserstufen, Saugstufen und virtuelle Sperrzonen. OTA-Updates, also drahtlose Software-Aktualisierungen über WLAN, können neue Funktionen und Optimierungen nachreichen. Auch Matter-Unterstützung ist ein Thema. Matter ist ein Smart-Home-Standard, der Geräte verschiedener Hersteller besser miteinander verbinden soll.

Für Laien wichtig: Die App wirkt mächtig, aber nicht unnötig kompliziert. Wer nur saugen und wischen lassen möchte, findet schnell die wichtigsten Funktionen. Wer tiefer einsteigen will, kann sehr genau festlegen, wann, wo und wie der Roboter reinigen soll.

Qrevo S Pro – Premium-DNA und sichtbare Sparstellen

Der Qrevo S Pro übernimmt viele Grundideen der teureren Roborock-Modelle. Er ist nicht einfach ein Saugroboter mit angehängtem Wischtuch, sondern ein komplettes Reinigungssystem. Er saugt, wischt, hebt die Mopps auf Teppichen an, leert den Staub automatisch, wäscht die Wischpads, trocknet sie und lässt sich detailliert per App automatisieren. Das ist die eigentliche Premium-DNA.

Im Vergleich zu höherpreisigen Modellen wie Qrevo Curv 2 Pro oder der Saros-Reihe werden die Unterschiede aber sichtbar. Die teureren Geräte sind je nach Modell flacher, saugstärker, besitzen ausfahrende Seitenbürsten oder Wischmodule, kommen besser an Ränder und Ecken heran und erkennen Hindernisse intelligenter. Auch bei Teppichen und Schwellen sind die Topmodelle im Vorteil, weil sie teilweise mit aufwendigeren Hubmechanismen, stärkerer Teppicherkennung oder flexibleren Fahrwerken arbeiten.

Roborock Qrevo S Pro. Nicht Premium an Kanten, aber gut.

Roborock Qrevo S Pro. Nicht Premium an Kanten, aber gut.

Roborock.

Beim Qrevo S Pro wurde also nicht an den Basisfunktionen gespart, sondern am letzten technischen Schliff. Er hat eine sehr gute Station, starke Saugwerte, rotierende Mopps und eine ausgereifte App. Was ihm fehlt, sind die Speziallösungen der Oberklasse: ausfahrende Randwerkzeuge, ultraflache Bauweise, noch heißere oder dynamischere Moppwäsche, ausgefeiltere Objektvermeidung und mehr Teppichintelligenz.

Das ist kein Makel, sondern eine klare Positionierung. Roborock grenzt den Qrevo S Pro bewusst von seinen Flaggschiffen ab, ohne ihn künstlich kleinzuhalten. Wer ein „Flaggschiff light“ sucht, ist hier richtig. Wer das technisch Maximale will, landet bei Curv, Saros oder vergleichbaren Topmodellen.

Qrevo S Pro – Reinigung, Navigation und Preis-Leistung

Beim Saugen wirkt der Qrevo S Pro erwachsener, als sein Mittelklasse-Image vermuten lässt. Auf Hartboden überzeugt er klar: Staub, Krümel, Haare und Alltagsdreck nimmt er zuverlässig auf. Auch in Fugen und an Teppichübergängen hilft die hohe nominelle Saugkraft. Die Vollgummi-Hauptbürste kommt mit Haaren besser zurecht als einfache Borstenwalzen, auch wenn sie nicht völlig wartungsfrei ist.

Auf Teppich ist das Bild differenzierter. Flache Teppiche bewältigt der Qrevo S Pro gut. Bei dickeren Teppichen, sehr feinem Sand oder viel Tierhaar zeigt sich dagegen, dass die Premium-Modelle noch Reserven haben. Die 10-Millimeter-Moppanhebung ist im Alltag sinnvoll, schützt aber vor allem flache Teppiche. Bei hochflorigen Teppichen kann es weiterhin ratsam sein, Sperrzonen einzurichten oder den Wischmodus dort auszuschließen.

Beim Wischen punktet der Qrevo S Pro stärker. Die beiden rotierenden Mopps arbeiten sichtbar aktiver als einfache Wischtücher, die nur hinter dem Roboter hergezogen werden. Eingetrocknete Alltagsflecken, Staubschleier, Pfotenabdrücke oder leichte Küchenverschmutzungen bekommt er meist gut in den Griff. Stark klebrige, alte oder dicke Flecken brauchen weiterhin Nacharbeit, aber für regelmäßige Unterhaltsreinigung ist das System sehr überzeugend.

Roborock Qrevo S Pro. Premium-DNA spübar. Die Station saugt ab und reinigt die Mops mit warmen Wasser.

Roborock Qrevo S Pro. Premium-DNA spübar. Die Station saugt ab und reinigt die Mops mit warmen Wasser.

Roborock

Die Station ist dabei mehr als Komfortkosmetik. Heißwasserwäsche und Warmlufttrocknung halten die Pads sauberer und geruchsärmer. Gerade wer den Roboter mehrmals pro Woche laufen lässt, profitiert davon spürbar. Ohne eine solche Station müsste man die Mopps deutlich häufiger selbst auswaschen und trocknen lassen.

Schwächer bleibt die Rand- und Eckenarbeit. Weil dem Qrevo S Pro ausfahrende Wisch- und Bürstenarme fehlen, kommt er nicht ganz so eng an Leisten, Möbelbeine und Zimmerecken heran wie Roborocks Topmodelle. Das Ergebnis ist im Alltag ordentlich, aber nicht perfekt. Wer maximale Kantenreinigung erwartet, wird hier den Unterschied zur Oberklasse sehen.

Die Navigation ist insgesamt gut, die Hinderniserkennung eher Mittelklasse. Das LiDAR-gestützte Mapping arbeitet präzise, Räume werden sauber erkannt, Fahrwege sind strukturiert und der Roboter findet zuverlässig zurück zur Station. Problematisch wird es bei kleinen, weichen oder unübersichtlichen Gegenständen. Kabel, Socken, kleine Netzteile oder Katzenspielzeug sollte man besser wegräumen, bevor der Roboter startet. In aufgeräumten Wohnungen ist das kein großes Problem. In lebhaften Haushalten mit Kindern, Haustieren und vielen Kleinteilen kann es dagegen störend sein.

Geräusch und Wartung liegen auf einem angenehmen Niveau. Im normalen Reinigungsbetrieb ist der Qrevo S Pro nicht lautlos, aber gut erträglich. Deutlich lauter wird es nur kurz beim automatischen Absaugen an der Station. Positiv ist der abnehmbare Stationsboden, der die Reinigung erleichtert. Ganz wartungsfrei ist der Roboter trotzdem nicht. Haare können sich weiterhin an der Hauptwalze sammeln, Tanks sollten regelmäßig ausgespült und die Mopps kontrolliert werden. Der Unterschied zu einfachen Robotern ohne vollwertige Station bleibt aber enorm.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis trifft Roborock einen starken Punkt. Der Qrevo S Pro ist kein Billigstmodell, sondern ein oberes Mittelklasse-Angebot mit viel Luxus im Paket. Für deutlich weniger Geld als die Flaggschiffe bietet er viele Funktionen, die früher fast automatisch in der Premiumklasse lagen: automatische Staubentleerung, automatische Wasserversorgung, Heißwasser-Moppwäsche, Warmlufttrocknung, gute App, präzise Kartierung und starke Saugleistung.

Qrevo S Pro – für wen mehr, für wen weniger geeignet?

Der Roborock Qrevo S Pro ist vor allem eines: ein gelungener Grenzgänger. Er ist mit knapp 500 Euro günstig genug, um noch als Vernunftkauf zu gelten, und komplett genug, um sich im Alltag erstaunlich premium anzufühlen. Geeignet ist er für Haushalte, die viel Komfort wollen, überwiegend Hartboden oder normale Teppiche haben, eine gute App schätzen und möglichst wenig Mopp- und Staubbeutelarbeit selbst erledigen möchten.

Weniger geeignet ist er für Wohnungen mit vielen Kabeln und Kleinteilen auf dem Boden, für Menschen mit sehr hohen Ansprüchen an Randreinigung oder für Haushalte mit vielen hochflorigen Teppichen und maximalem Tierhaaraufkommen. Wer genau diese Punkte priorisiert, sollte eher zu einem Modell mit ausfahrenden Bürsten, besserer KI-Hinderniserkennung und aufwendigerer Teppichmechanik greifen.

Qrevo S Pro – Test-Fazit

Der Qrevo S Pro ist nicht bloß ein Einstiegsmodell. Er trägt die DNA der teuren Roborocks sehr deutlich in sich – nur eben ohne deren letzten Schliff. Seine größte Stärke ist nicht eine einzelne spektakuläre Funktion, sondern das Gesamtpaket. Saugen, Wischen, App, Station und Automatisierung greifen so gut ineinander, dass der Qrevo S Pro im täglichen Gebrauch hochwertiger wirkt, als seine Position im Portfolio vermuten lässt.

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