Test Saugwischer: Roborock - Transformers reinigen Böden

Roborock Saros Z70 und F25 Ace Combo. Bis in die Ecken sauber.
Roborock- Roborock F25 und Z70 überzeugen durch ihre Fähigkeit, Kanten und Ecken gründlich zu reinigen.
- Der F25 ist ein Kombi-Gerät, das als Wischsauger und Handstaubsauger genutzt werden kann.
- Der Z70 hebt sich durch seinen KI-gesteuerten Greifarm hervor, der kleine Gegenstände aufräumen kann.
- Beide Modelle bieten automatische Selbstreinigung und sind über eine App steuerbar.
- Der Z70 kostet etwa 1800 Euro, der F25 Ace Combo rund 660 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Zeiten, in denen erst gesaugt und dann gefeudelt wurde sind längst vorbei. Beim modernen Hausputz haben sich All-In-One-Geräte durchgesetzt. Also jene, die saugen und wischen können, am besten beides gleichzeitig. Oder noch besser, beides, gleichzeitig und allein.
So sehr diese Haushaltshilfen willkommen sind, am Ende des Tages entscheidet über die Zufriedenheit der Familie und die Erleichterung der Reinigung, ob und in welchem Umfang Nacharbeiten notwendig sind. Der kritische Blick fällt dabei schnell auf Kanten und Ecken, bei denen die meisten Saugwischer zwar bemüht sind zu putzen, aber in der Praxis oft scheitern.
Insofern spielen smarte Steuerung und schickes Design eher die zweite Geige. Nutzwert ist gefragt, zumal zeitgemäßes Gerät in Sachen Preis natürlich deutlich über dem liegt, was einst für Staubsauger und Wischer ausgegeben werden musste. Daher wundert es nicht, dass die Test- und Bewertungs-Community immer genauer hinschaut, was nach dem Reinigungsgang noch an Arbeit übrig bleibt. Wir schließen uns dem gern an.
An die Arbeit geht es mit zwei Geräten von Roborock. Die in Peking 2014 gegründete Firma hat in ihrer eher jungen Geschichte schon für einige Aufsehen gesorgt. Zuletzt auf der CES in Las Vegas im Frühjahr. Und auch unser Test bringt zwei Geräte, die so (noch) nicht alltäglich sind. Da wäre zum einen der Wischsauger F25 sowie der Saugroboter der Saros-Serie Z70. Um gar nicht erst den Eindruck entstehen zu lassen, wir würden Äpfel mit Birnen vergleichen - beiden rühmen sich, die Meister aller Kanten zu sein. Wir werden sehen.
Roborock F25 und Z70 - Aufbau
Auf den ersten Blick allerdings haben beide wenig gemeinsam. Der F25 kommt in der Form eines klassischen Staubsaugers daher, der sich bei näherer Betrachtung vor allem der Bodeneinheit als Wischsauger entpuppt. Dabei fällt sofort auf, dass die Konstruktion, die Bodendüse und Rolle enthält, über einen transparenten Aufsatz verfügt. Dies ist der Tank für Frischwasser, in den eine kleine Abteilung integriert ist, in die eine Reinigungslösung gefüllt werden kann. Anders als bei den meisten herkömmlichen Wischsaugern findet sich entsprechend am Handlauf nur noch ein Tank, der fürs Schmutzwasser. Damit wird die Gesamtkonstruktion leichter und handlicher. Roborock verwendet zusätzlich für jedes der groß dimensionierten Stützräder einen eigenen Elektromotor. Beide werden KI gesteuert synchronisiert, was tatsächlich für sehr leichtes Manövrieren am Boden sorgt. Kurven oder Rückwärtsfahren gehen ohne Kraftanstrengung vonstatten. Nicht zuletzt lässt sich die Handeinheit um bis zu 70 Grad aus dem Lot bringen, was die Arbeit eben an genannten Kanten erleichtert. Zudem lässt sich der Sauger dank des am Wischteil angebrachten Tanks komplett flach hinlegen, was ihm eine maximalie Höhe von nur knapp zwölf Zentimetern ermöglicht.
Auch beim Z70 erfindet Roborock designmäßig das Rad nicht neu. Der Robo ist rund, verfügt über zwei rotierende Wischmopps sowie eine Mittelwalze aus Gummilamellen. Vorn rechts werkelt die bekannte Bürste, die allerdings nur aus zwei Adern besteht, was gewollt zu einer Unwucht führt, die das Verheddern von Haaren verhindern soll. Aus gleichem Grund ist die Gummibürste mittig geteilt und dahinter ein Kamm angebracht, der alles fein ausrichtet und das problemlose Einsaugen erleichtert. Für die Navigation setzt der Z70 wie schon vor ihm der 10R das hauseigene StarSight-System. Statt eines Turmes für die LIDAR-Orientierung nutzt der Saugroboter mehrere verbaute Kameras, danke derer er die Umgebung in 3-D erkennt. Das ermöglichen insgesamt 21600 Sensorpunkte. Damit ist nicht nur die nahezu berührungslose Hindernisvermeidung gewährleistet, sondern auch eine sehr genaue Orientierung auf der Karte bzw. im Raum.
Saugroboter und Wischsauger - Arbeitsweise
Der Z70 nutzt also gleich vierfache Reinigungshardware: Die rotierende Seitenbürste fegt zur Mitte, was sich halbrechts vor dem Robo befindet. Dabei fährt sie sogar noch etwas zur Seite aus, wenn die Kameras Ecken, Kanten oder Lücken identifizieren. Die zentrale, unten angebrachter Mittelwalze sammelt ein, was an trockenem Schmutz unterschiedlicher Partikel-Größe im Weg liegt und die Saugeinheit zieht alles in die innenliegenden Staubbehälter. Bis zu 22000 Pascal Saugleistung kann der Robo abrufen, was im Bereich guter Haushaltstagessauger liegt. Schließlich wischen die rotierenden Mopps noch alles feucht durch. Auch hier kommt wie bei der Seitenbürste die FlexiArm-Technologie zum Einsatz. An Kanten kann der rechte Wischer über das Chassis hinaus ausgefahren werden, was eine nahezu 100prozentige Erreichbarkeit der Winkel sicherstellt. Darüber hinaus verfügt der Z70 über ein um vier Zentimeter anhebbares Chassis. Damit lassen sich zum einen höhere Kanten überwinden und zum anderen, hochfloriere Teppiche saugen. Apropos: Im Modus nur saugen oder textile Belege zuerst, lässt der Robo die Mopps gleich in der Station zurück.

Roborock F25 Ace Combo. Die Rolle kommt bis auf weniger als einen Millimeter nah an Kanten heran.
RoborockAuf ein ähnliches Kanten-Ergebnis kommt auch der F25. Die nach innen rotierende Rolle nimmt die gesamte Breite der Wischeinheit ein, sodass man auch dank des flexibel ausstellbaren Handlaufes auf weniger als einen Millimeter an Wände, Scheuerleisten etc herankommt. Die Bürste wird dabei ununterbrochen mit Frischwasser und Reinigungsmittel versorgt. Gleichzeitig verhindert ein mehrstufiges Abscheidesystem aus Kamm und Schaber, dass der Schmutz an der Rolle bleibt. Stattdessen wird mit bis zu 25 000 Pascal eingesaugt und zugleich der Boden getrocknet, was im Ergebnis ein nebelfeuchtes Finish gewährleistet.
Roborock - Alles in einer App
Roborock integriert alle Geräte in einer App. Letztere macht natürlich vor allem für den Saros Z70 Sinn, da dieser darüber komplett gesteuert werden kann. Alle Reinigungseinstellungen werden mittels der Applikation vorgenommen, also wie gearbeitet werden soll - saugen, wischen, beides. Am besten nutzt man den SmartPlan. Anhand von Reinigungshäufigkeit und Verschmutzungsgrad entscheidet dann die KI, wie der Robo vorgeht. Es ist darüber hinaus möglich, Räume einzeln und auch unterschiedlich zu bearbeiten. Und da beim Mapping, also dem Erstellen der Karte, auch die Beschaffenheit der Böden erkannt wird, kann darauf auch noch gezielt Einfluss genommen werden. Wer es also möchte, wählt ganz individuell, alle anderen lassen einfach machen.

Roborock Sarow Z70. Da Chassis kann bis vier Zentimeter angehoben werden.
RoborockDarum kommt man bei F25 nicht wirklich drumrum, denn auch mit App bleibt die Einflussnahme auf den reinen Reinigungsvorgang eher bescheiden. Der Wischsauger reguliert anhand des Verschmutzungsgrades Wasserzuführung und Saugleistung automatisch, wenn ausgewählt. Es lassen sich allerdings die Intensitäten auch per Knopfdruck am Gerät regeln. Selbiges quittiert dann in der ausgewählten Sprache. Das einzustellen braucht es die App, die nach getaner Arbeit noch eine Zusammenfassung liefert.
Saros Z70 und F25 - Die Basisstation
Beiden Geräten ist gemein, dass die jeweiligen Stationen für die intensive Schlussreinigung sorgen. Beim F25 kommen dabei fast ausschließlich Bordmittel des Hauptgerätes zum Einsatz. Das Frischwasser aus dem Bodenteil wird erwärmt, die sich schnell drehende Rolle gereinigt und schließlich das Schmutzwasser in den entsprechenden Behälter am Handteil geleitet. Nach fixen nicht ganz fünf Minuten übernimmt dann die Ladestation den Trocknungsvorgang. Der sich wiederum drehenden Rolle entzieht eine Art Fön mit rund einem 90 Grad-Luftstrom die Feuchtigkeit in wirklich bemerkenswert kurzen fünf Minuten. Und das Ergebnis ist mehr als gut. An Nacharbeiten bleibt so lediglich, den Schmutzwasser-Behälter zu entleeren und zu reinigen.
Ähnlich automatisiert gestalten sich die Nacharbeiten beim Saros Z70. Wenn dieser andockt, wird automatisch der Staubbehälter abgesaugt. Der in der Station befindliche Beutel kann für ca. drei Monate den Schmutz aufnehmen, bevor er gewechselt werden muss. Die Mopp-Wäsche erfolgt vollkommen automatisch, im übrigen auch zwischendurch nach festgelegten Intervallen. Der Schlussreinigung folgt die Trocknung, die wahlweise zwei oder drei Stunden dauert. Ob und wann die Frisch- bzw. Abwasser-Tanks der Station befüllt oder entleert werden müssen, teilt diese via App mit. Am Ende bleibt hier neben dieser Tätigkeit nur, alle paar Monate die Waschanlage kurz unter den Wasserhahn zu halten.
Roborock Z70 - Der räumt sogar auf
Nachdem wir nun ganz viel Standard - wenngleich auf hohem Niveau erlebt haben - kommt jetzt das eigentliche Highlight, das den Saros Z70 in den Mittelpunkt der diesjährigen CES in Las Vegas gerückt hat. Denn auf der Oberseite des Robos versteckt sich unter einer platinfarbenen Klappe ein echt exklusives Feature. OmniGrip umschreibt einen mechanischen und von KI gesteuerten Greifarm, der den Einsatz von Saugrobotern revolutionieren kann. Denn die notwendigen Aufräumarbeiten, v.a. mit all dem kleinen Geraffel, das so auf Fußböden herumliegt und Gefahr läuft, vom Robo „gefressen“ zu werden, entfällt. Socken, Schuhe, zerknülltes Papier - derzeit bis zu 108 Objekte, die leichter als 300 Gramm sind, erkennt der Z70 und ist in der Lage, dank zweier Kameras, diese zu ergreifen und anzuheben.

Roborock Saros Z70. Der KI gesteuerte Greifarm nimmt 108 definierte Objekte bis 300 Gramm auf und setzt sie um.
RoborockDazu muss diese Funktion in der App freigeschaltet und ein Ablageplatz definiert werden. Zusätzlich kann ein mitgelieferter Papierkorb genutzt werden, dessen Position ebenfalls in der Applikation festzulegen ist. Der Z70 registriert beim ersten Reinigungsgang die einzelnen Objekte und räumt sie dann beim zweiten Durchgang tatsächlich an die angewiesenen Plätze. Das funktionierte während unserer Testwochen ziemlich zuverlässig, gleichwohl der Robo mitunter auch zu Fehlgriffen neigte und beispielsweise ein Dekopaddel wegräumen wollte, was natürlich viel zu groß und zu schwer war. Insofern ist es sinnvoll, beim Erstensatz in der Nähe zu bleiben, um sicherzustellen, dass sich der kleine Kerl an fixen Einrichtungsgegenständen nicht übernimmt. Wenn gewollt, ist die Anhebefunktion auch über die Fernsteuerung, also manuell möglich. Derzeit eine nette Auflockerung zur Unterhaltung von Gästen...
Roborock F25 Ace Combo - Einer für alles
Aber auch der Roborock F25 Ace Combo kann mit speziellen Features überraschen. Denn er ist, wie der Name verrät, ein Kombi-Sauger. Im Package befindet sich neben der Saugwischeinheit noch ein zweites Gerät als reiner Staubsauger. Um den in Betrieb zu nehmen, wird einfach der Motor der Haupteinheit eingesetzt und schon kann die Reinigung als Handstaubsauger mit langem oder kurzen Rohr, letzteres für Polstermöbel etc, genutzt werden. Drei verschiedene Aufsätze werden mitgeliefert, einer davon zur Beseitigung von Milben beispielsweise. Der reine Sauger stellt immer noch 20 000 Pascal zur Verfügung und die Bürste rotiert mit 450 Umdrehungen pro Minute. Der Sauger kommt wie gewohnt ohne Beutel aus und sammelt nach verschiedenen Filtern den Schmutz in einem entsprechenden Behälter unter dem Handgriff.

Roborock F25 Ace Combo. Fünf in einem. Handstaubsauger und Wischsauger teilen sich einen Motor.
RoborockSaros Z70 - Optimus Prime mit an Bord
Mit einem aktuellen Update macht beim Saros Z70 nun auch ein Hauch von Hollywood mit sauber. Denn es gibt ein neues Sprachpaket, bei dem die Synchronstimme vom Transformer Optimus Prime, Reiner Schöne, die Ansagen macht. Rocktimus-Primes Aufgabenbestätigung und Statusmeldungen knarzen jetzt wie bei den berühmten Blockbustern aus den Systemlautsprechern. Das Ganze ist dabei ein wenig martialisch angelegt. Die leichte Drohung, nun gehe es dem Staub an den Kragen, stellt den Auftakt dar. Werden die Wischmops angedockt, lässt man den User wissen, dass nun die Waffensysteme scharf sind. Am Ende jedoch bleibt alles friedlich und wird sauber. Nettes Feature wohl vor allem für Fans des Franchise.
Saugroboter und Wischsauger - Zusammenfassung
Auch wenn der Flexiarm das Highlight des Z70 ist, kaufentscheidend dürfte die Reinigungsleistung sein. Und hier gibt sich der Robo ebenso wie der Wischsauger F25 keine Blöße. Vor allem die Fähigkeit, ganz bzw. ganz nach an Kanten heran zu reinigen, überzeugt - auch im Vergleich zu anderen. Konstruktiv hervorragend gelöst ist die Kombi aus schwenkbarem Handstück und auf die volle Breite ausgelegten Rollen beim F25. Der Z70 navigiert schon von vornherein sehr sicher und sehr nah an alle Hindernisse heran. Die sich dann ausstellende Bürste bzw. der Mopp lassen keine Reinigungs-Wünsche in der Praxis offen, auch um Stuhlbeine herum beispielsweise.
Während der Z70 also traumhaft navigiert, wischt und dazu noch aufräumt, kommt der F25 in der Version Ace Combo mit einem zweiten Gerät für alle Reinigungstätigkeiten daher, bei denen Schmutz aufgesaugt werden soll. Diese Two-In-One-Lösung macht für alle Sinn, die nicht zwei ähnliche Geräte vorrätig halten wollen. Mit rund 660 Euro ist die Kombi zwar kein Schnäppchen, aber sicher für zwei Geräte fair bezahlt. Wer mit dem Saros Z70 liebäugelt muss hingegen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das Eins-A-Reinigungsergebnis zusammen mit dem Feature des Ordnung schaffens lässt sich Roborock mit rund 1800 Euro gut bezahlen. Damit dürfte die derzeitige Preisspitze dieser Geräte-Kategorie erreicht sein. Aber auch hier gilt: Technische Innovation, praktischer Anwendung plus Ergebnis rechtfertigen die Ausgabe.
Roborock Saros Z70 und F25 Ace Combo - Test-Fazit
Mit dem Saros Z70 und dem F25 in der Version Ace Combo demonstriert Roborock seine Spitzenstellung in Sachen halb- bzw. vollautomatischer Reinigung von Fußböden. Beiden gleich ist die bisher fast unerreichte Gründlichkeit bei Kanten und Ecken. Wischen, saugen, Selbstreinigung überzeugen in der Art der Anwendung wie auch beim Ergebnis. Der traumwandlereisch navigierende Z70 setzt mit seinem KI-gesteuertem Greifarm dem Ganzen noch die Krone auf. Muss man nicht haben, jedoch wenn, will es niemand mehr missen.
