Wien erleben
: Wiens schönste Seiten im Strauss-Jahr

Österreichs Hauptstadt feiert heuer 200 Jahre Johann Strauss. Ein Stadtspaziergang, nicht nur im Walzerschritt.
Von
Stefan Klug
Wien
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Johann-Strauss-Denkmal im Stadtpark. Selfie-Hotspot in Wien.

Johann-Strauss-Denkmal im Stadtpark. Selfie-Hotspot in Wien.

Stefan Klug
  • Wien feiert 2025 den 200. Geburtstag von Johann Strauss mit zahlreichen Veranstaltungen.
  • Highlights: Strauss-Wohnung, Stadtpark-Denkmal, Haus der Musik, Musikverein und Wiener Staatsoper.
  • „Donauwalzer“ entstand in Strauss' Wohnung in der Praterstraße – inoffizielle Hymne Österreichs.
  • Strauss' Leben: 500 Werke, drei Ehen, Engagements in Oper und Balltradition.
  • Wien-Tipps: Vienna City Card, zentrale Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Österreichs Hauptstadt kennt viele berühmte Köpfe, schließlich war sie als Zentrum der Habsburger Monarchie lange Zeit auch ein Dreh- und Angelpunkt in der Politik Europas. Musikalisch haben im Wien der Vergangenheit jedoch vor allem zwei Herren von sich Reden gemacht, die seinerzeit als Popstars der Unterhaltung galten. Der eine - natürlich - Wolfgang Amadeus Mozart, gebürtig jedoch in Salzburg. Der andere, ein echter Wiener: Johann Strauss.

Zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Vater mit dem Zusatz „Sohn“ bedacht, hat er den Walzer zwar nicht erfunden, ihm aber zu Massentauglichkeit und Berühmtheit verholfen. Der Walzerkönig, wie er auch genannt wird - obwohl dieser „Titel“ auch schon seinem früh verstorbenen Vater zugedacht wurde - erblickte am 25. Oktober 1825 das Licht der Welt. Entsprechend feiert Wien in diesem Jahr den 200. Geburtstag des berühmten Sohnes.

Johann Strauss Wohnung / Johann Strauss' Apartment

Praterstraße 54 Wien. In der Beletage bewohnte Johann Strauss eine elegante Wohnung, hier entstand auch der „Donauwalzer“.

WienTourismus/Paul Bauer

Wer sich diesem und dessen Schaffen bei einem Besuch in der Donau-Metropole nähern will, ist gut beraten, den Wohn- und Wirkungsstätten des „Schani“, wie er liebevoll genannt wurde, einen Besuch abzustatten. Da sich jene Orte vor allem über das kompakte Zentrum der Stadt verteilen, ist je nach Ausgangspunkt die U-Bahn ein empfohlenes Transportmittel, meistens jedoch ist man noch besser zu Fuß unterwegs. Für den Startpunkt, die Johann Strauss Wohnung, muss man sich an die einstige Peripherie der Stadt begeben.

Im zweiten Bezirk, der Leopoldstadt, führt der Weg zur Praterstraße 54. In diesem bürgerlichen Haus lebte Johann Strauss zwischen 1863 und 1870. Die Strauss-Wohnung in der ersten, der Beletage, ist originalgetreu erhalten und bildet heute eine Dependance des Wien Museums. Hier entstand unter anderem der „Donauwalzer“ 1867. Ein Werk, das zur inoffiziellen Hymne Österreichs avancierte. Die Räumlichkeiten geben Einblick in die Wohn- und Arbeitsverhältnisse des Komponisten, zeigen persönliche Gegenstände, Manuskripte, Porträts sowie historische Notendrucke. Eine Stunde sollte rund eingeplant werden, sich mit den Memorabilien etwas ausgiebiger zu beschäftigen.

Strauss Denkmal - Der Selfie-Spot Wiens

Mit der U-Bahn zurück ins Zentrum bis Stubentor oder eine halbe Stunde zu Fuß nach Süden und immer in etwa in Sichtweite der Wien, jenem Fluss, der der Stadt den Namen gab, breitet sich mit sattem Grün der Stadtpark aus. Hier erholen sich Wiener und Gäste, letztere aber vor allem suchen ihn, Johann Strauss in Gold. Edmund Hellmers Strauss-Denkmal, im Kern allerdings Bronze, wurde 1921, 22 Jahre nach dem Tod des Walzerkönigs errichtet. Es zeigt den Komponisten mit Geige, wie er vor einem Orchester stehen könnte. Mittlerweile ist es das meist fotografierte Denkmal der Stadt. Wer mit Strauss für ein Selfie allein sein will, braucht durchaus Geduld und Durchsetzungsvermögen.

Johann Strauss Wohnung / Johann Strauss' Apartment

Original-Partitur „An der schönen blauen Donau“. Der Donauwalzer ist Österreichs heimliche Nationalhymne.

WienTourismus/Paul Bauer

Das sollte man auch im knapp 600 Meter entfernten „Haus der Musik“ mitbringen, das natürlich nicht nur dem Walzer gewidmet ist. Dieses moderne Klangmuseum berücksichtigt Johann Strauss mit einem eigenen Kapitel. Interaktive Stationen führen durch die Welt seiner Kompositionen, erklären den Walzerrhythmus und zeigen, wie seine Werke orchestriert wurden. Strauss-Fans können als virtueller Dirigent die Wiener Philharmoniker leiten, die dann den „Donauwalzer“ spielen. Je nachdem, wie überzeugend oder eben nicht der Besucher dabei ist, gibt's Beifall oder Kritik von den Musikern.

Noch einmal einen halben Kilometer südlich kennt man nur Applaus. Denn im Goldenen Saal des Musikvereins treten vor allem Koryphäen der Klassik auf, wird jedes Jahr das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker in alle Welt übertragen. Strauss dirigierte hier „Freut Euch des Lebens“ zur Eröffnung des Neubaus des Vereinsgebäudes. Führungen durch das einem Tempel ähnliche Bauwerk sind mit Ausnahme sonntags möglich. Aber mehr noch lohnt natürlich der Besuch eines der regelmäßig stattfindenden Konzerte.

Johann Strauss - Frauenschwarm und Womanizer

Nur einen kurzen Spaziergang weiter Richtung Süden findet sich die Karlskirche. Mit dieser ist ein etwas anderer Blick auf Johann Strauss verbunden. In einem der bedeutendsten Sakralbauten Mitteleuropas gab der Komponist Angelika Dittrich das Ja-Wort. Sie war die zweite von drei Ehefrauen des Walzerkönigs. Die Verbindung war relativ kurz und endete unglücklich. Strauss lagen die Frauen zu Füßen und er liebte die Frauen. Viele seiner Werke enthielten weibliche Vornamen. Um seine dritte Gattin, Adele, ehelichen zu können, legte er gar die österreichische Staatsbürgerschaft ab und konvertierte zum Protestantismus.

Zehn Minuten Richtung Westen findet sich das MusikTheater an der Wien. Das gibt es seit rund 400 Jahren. Zwei Jahre wurde es generalsaniert und hat gerade wiedereröffnet. Weil Strauss hier 13 seiner 15 Operetten uraufgeführt hat, läutete die Stadt Wien das Strauss-Jahr im Januar mit einer seiner erfolgreichsten Kompositionen ein: Das Spitzentuch der Königin. Aber auch Mozart, Schumann oder Prokofjew werden hier in szenischen Produktionen gegeben.

Wiener Staatsoper / Vienna State Opera

Die Wiener Staatsoper. Die Strauss-Brüder waren zum Beginn der Ball-Tradition mit Tanz die ersten Dirigenten des Orchesters.

WienTourismus/Christian Stemper

Knapp zehn Minuten Richtung Norden liegt eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt. Die Wiener Staatsoper ist die nächste Station. „Ritter Pásmán“ war Strauss Ausflug in ein anderes Genre. Der Erfolg bescheiden. Dennoch gibt es eine enge Verknüpfung zwischen Walzerkönig und Oper: Denn er dirigierte bei einer Hofopern-Soirée im Dezember 1877 das Hofopernorchester. Und als sein Bruder Eduard Strauss erstmals die Opern-Soirée-Polka spielte, wurde getanzt. Der inoffizielle Startschuss für den Opern-Ball, der heutzutage mehr als 5000 Besucher jährlich anzieht.

Strauss Highlights - An der Ringstraße mittendrin

Strauss war nicht nur ein Frauenverehrer, manche nennen ihn auch Womanizer. Er galt ebenso als Workaholic. 500 Kompositionen, darunter 150 Walzer, komponierte Johann Strauss zeitlebens. Dazu war er ein Live-Musiker, wie man ihn heutzutage nennen würde. Mitunter mehr als drei Konzerte pro Abend fanden unter seiner Leitung statt, wenngleich er nicht immer anwesend war. So stand sein jüngerer Bruder Eduard der Strauss-Kappelle vor. Nach seinem Tod im Alter von 73 Jahren wurde Johann Strauss 1899 auf dem Wiener Zentralfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. Unsere letzte Station, rund eine dreiviertel Stunde mit dem Nahverkehr vom Zentrum entfernt. Einmal hier, sollte man auch bei den anderen berühmten Musikern vorbeischauen, deren Gräber sich nebenan befinden: Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Franz Schubert, Johann Strauss (Vater) und nicht zuletzt Johann Hölzel, berühmt geworden als Falco, der einst Mozarts Amadeus zum Superstar machte.

Inmitten aller Strauss-Events: The Amauris Vienna, Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert.

Inmitten aller Strauss-Events: The Amauris Vienna, Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert.

Amauris/Tony Gigov

Ob der Walzerkönig das Gebäude am Kärtner Ring 8 jemals betreten hat, wissen wir freilich nicht. Aber das Stadtpalais fast im Zentrum aller Strauss-Stationen hätte ihm ganz sicher gefallen. So wie der Jury, die das The Amauris Vienna zum Luxury Design & Lifestyle Resort of the Year 2025 gekürt hat. Das erst im Frühjahr 2023 nach aufwendigem Umbau des Hauses aus dem 19. Jahrhundert eröffnete Hotel gehört damit zu den besten 101 im deutschsprachigen Raum Deutschland, Österreich, Schweiz. Mit Ausnahme der letzten Ruhestätte kann man bequem alle oben genannten Highlights der Strauss-Historie erlaufen und von der Terrasse des Glasswing-Restaurant auf die Oper blicken. Neben 62 individuell gestalteten Zimmern im Mix zwischen elegant-traditionell und avantgardistisch erwarten den Gast ebenso kuratierte Kunstwerke von klassisch bis zeitgenössisch.

Wien - Reiseinfos

Anreise: Wien ist eine gute Flugstunde von Berlin entfernt. Austrian fliegt mehrmals täglich vom BER direkt. In die Innenstadt geht es entweder mit dem ÖPNV oder dem Taxi. Für die Zugfahrt ab Brandenburg müssen ca. sieben Stunden Fahrzeit eingeplant werden.

Unterwegs: Wer an der Ringstraße wohnt kann alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß besuchen. Allen anderen empfiehlt sich die Vienna City Card, die neben der freien Fahrt mit dem ÖPNV auch Rabatte für viele Museen und Highlights der Stadt enthält. Sehr empfehlenswert ist zudem die Wien-App „ivie - Wien City Guide“. Geführte Audio-Walks, interaktive Karten und mehr machen die Orientierung in der Stadt und die Planung der Ausflüge einfach.

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