Womit haben wir das verdient?
: Ansichtssachen

16-jährige konvertiert zum Islam und überfordert damit ihre Familie. Unterhaltsamer Clash der Kulturen.
Von
Stefan Klug
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Womit haben wir das verdient?

Neue Visionen

Mit einem guten Gefühl für zuweilen leise Zwischentöne hat Eva Spreitzhofer als Drehbuchautorin und Regisseurin dieses Projekt umgesetzt. Dabei war es offensichtlich nicht ihr Ziel, Religion egal welcher Richtung, auf die Schippe zu nehmen. Vielmehr hält sie unserer westlichen Gesellschaft gekonnt einen Spiegel vor und scheut sich auch nicht, Vorurteile und Klischees zu bedienen. Weit ab vom erhobenen Zeigefinger wird dennoch Kritik in die eine wie die andere Richtung ausgeteilt. Dabei kommt allerdings die Unterhaltung nicht zu kurz. Doch es sind nicht die groben Schenkelklopfer, sondern eher die breit gestreuten Schmunzeleinheiten, die den Zuschauer erheitern. Nicht immer politisch korrekt, aber immer respektvoll dem andersgläubigen gegenüber. Dazu erleben wir ein glänzend aufgelegtes und wunderbar unaufgeregtes Ensemble, das mit Worten und Gesten, zuweilen aber auch nur mit Gesichtsausdrücken Stimmungen perfekt wiederzugeben vermag. Einen solch am Ende doch entspannten Umgang mit Alltagsproblemen wünschte man sich mehr im deutschsprachigen Kino.

Genre: Komödie; FSK: o.A.; Laufzeit: 92 Minuten; Verleih: Neue Visionen; Regie: Eva Spreitzhofer; Caroline Peters, Chantal Zitzenbacher, Simon Schwarz; A 2018