Brandenburg
: Solarcarport ermöglicht sinnvolle Stellplatznutzung

AnzeigeWo die meisten nur parken, lässt sich zeitgleich auch Strom erzeugen. Mit Photovoltaik auf dem Carportdach kann man Sonnenenergie sinnvoll nutzen, um das E-Auto zu laden und Strom für den Haushalt zu erzeugen.
Von
leane
Brandenburg
3D-Veranschaulichung eines Solarcarports für drei Fahrzeuge.

3D-Veranschaulichung eines Solarcarports für drei Fahrzeuge.

Shutterstock/Es sarawuth

Wer sein Fahrzeug täglich auf dem Stellplatz parkt, nutzt die Fläche einseitig, obwohl es Lösungen gibt, die eine doppelte Nutzung ermöglichen. Denn ein Solarcarport schützt das Auto vor Witterung und bietet zeitgleich wertvolle Fläche für Solarmodule. Mit Photovoltaik-Modulen auf dem Dach des Carports können Hausbesitzer ihr E-Auto mit Strom aus Sonnenenergie laden und den restlichen Strom im eigenen Haushalt nutzen. Was man vor der Planung eines Solarcarports wissen sollte.

Was ist ein Solarcarport?

Ein Solarcarport ist ein wetterfester Unterstand für Fahrzeuge, bei welchem die Dachfläche für eine PV-Anlage genutzt wird. Diese Lösung zur Stromerzeugung besteht in der Regel aus einer Tragkonstruktion, PV-Modulen, Batteriespeicher, Wechselrichter und Ladepunkt fürs E-Auto.

Private Hausbesitzer nutzen Solarcarports in der Regel als Einzel- oder Doppelcarport, während die gewerbliche Nutzung ebenfalls die Errichtung von Solardächern für Stellplätze vorsieht.

Lohnt sich ein Solarcarport in Brandenburg?

Besonders sinnvoll ist die Anschaffung eines Solarcarports für Besitzer eines E-Autos. Wer ein elektrisches Fahrzeug fährt oder eine Wärmepumpe besitzt und den generierten Strom dafür selbst nutzen möchte, profitiert vom generierten Solarstrom. Wie viel Leistung konkret möglich ist, hängt von der Dachfläche, der Ausrichtung und der Verschattung ab. Laut ADAC hat sich die Investition in die Solarmodule im Durchschnitt nach acht bis 14 Jahren durch eingesparte Stromkosen und Einspeisevergütung gelohnt.

Wichtig: In Brandenburg gibt es keine gestzliche Photovoltaik-Pflicht für private Carportso der Wohngebäude. Unternehmen und öffentliche Träger, die neue Stellplatzanlagen mit mehr als 35 Stellplätzen bauen möchten oder bestehende Anlagen grundlegend umbauen, sind laut der Brandenburgischen Bauordnung verpflichtet, diese mit einer PV-Anlage auszustatten.

Planung des Solarcarports: Was muss man beachten?

  • Ausrichtung des Carports
  • Neigungswinkel des Daches zur optimalen Nutzung des Sonnenlichts
  • Verschattung durch Gebäude, Bäume oder benachbarte Anlagen
  • Größe und Tragfähigkeit der vorhandenen Stellplatzfläche
  • Netzanschluss
  • Entfernung zum Gebäude
  • Ertragsprognose und Eigenverbrauchsprognose
  • Vorgesehene Ladeleistung
  • Leitungswege und Kabelschutz
  • Entwässerungsmöglichkeiten über Dachrinnen und Fallrohre
  • Anschluss an Versickerungsmulde, Entwässerungsanlage oder gezielte Ableitung in Grünflächen

Solarcarport in Brandenburg: Ist eine Baugenehmigung nötig?

Laut der Brandenburgischen Bauordnung sind Garagen und Carports bis zu einer bestimmten Größe verfahrensfrei. Hier ist eine Grundfläche bis zu 50 Quadratmetern zugelassen, solange im Bebauungsplan vorgesehen oder im beplanten Innenbereich gelegen. Die mittlere Wandhöhe darf höchsten drei Meter betragen. Bei Pult- oder Flachdächern wird sie gemittelt.

Solange der Bebauungsplan der jeweiligen Gemeinde keine abweichenden Regelungen vorsieht. Ein Bebauungsplan kann festlegen:

  • Wo Carports errichtet werden dürfen.
  • Welche Höhen und Dachformen zugelassen sind.
  • Wie weit der Carport von den Grundstücksgrenzen entfernt stehen muss.
  • Ob Stellplätze oder Zufahrten begrenzt sind.
  • Welche Materialien und Farben für den Carport verwendet werden dürfen.

Liegt ein Grundstück außerhalb geschlossener Ortschaften ist ein Carport genehmigungspflichtig. Ausnahmen bilden hier begünstigte Land- oder Forstwirtschaftliche Betriebe.

Besonders problematisch kann es werden, wenn das eigene Grundstück vom Denkmalschutz betroffen ist und in einem historischen Ortskern steht. Hier ist ebenfalls die Abstimmung mit der Gemeinde nötig.

Mit einem Solarcarport kann man die Fläche des Stellplatzes clever doppelt nutzen und Strom aus Sonnenenergie gewinnen. Die richtige Vorbereitung macht bei diesem Verfahren den Unterschied. Standort, Technik und rechtliche Rahmenbedingungen sollten frühzeitig geklärt werden, idealerweise in Absprache mit dem Bauamt und einem qualifizierten Fachbetrieb.