Zwölf tote Schafe, zehn werden noch vermisst und mehrere Tiere sind verletzt: Der Angriff auf seine Herde hat Florian Köhler aus Altgaul hart getroffen.
„Ich bin wie jeden Morgen rausgefahren“, erinnert sich der 30-Jährige an den Vorfall vergangene Woche. „Da sind mir die ersten Tiere in kleineren Trupps entgegengekommen.“ Statt im rund ein Hektar großen Weidepferch in der Hutelandschaft Altranft-Sonnenburg liefen die Schafe frei herum. Ausgebrochen nach einem Angriff, bei dem inzwischen zwölf Tiere verendeten. Einige weitere wurden verletzt, eins musste der Schäfer erlösen.

Schäfer seit Generationen

Florian Köhler, der den Betrieb vor fünf Jahren von seinem Großvater Fritz Stiehm übernahm, geht davon aus, dass es einer oder mehrere Wölfe waren, die seine Herde angegriffen haben. 330 Mutterschafe und 200 Lämmer gehören dazu. Der verständigte Rissgutachter habe noch am selben Tag Proben entnommen, auf die Ergebnisse wartet der Schäfer dieser Tage.
Angriff auf Schafsherde in Altgaul

Vermutlich Wölfe Angriff auf Schafsherde in Altgaul

Schon einmal gab es einen Angriff auf seine Herde. Im letzten Jahr wurde dabei ein Tier getötet, ein schwer verletztes hat er erlöst. „Doch die Spuren galten damals als nicht auswertbar“, erinnert sich der studierte Landwirt. „Es hieß, ein Wolf sei nicht auszuschließen.“ Immerhin erhielt er eine Entschädigung für den kaputten Zaun und die toten Schaf. Darauf hofft er auch jetzt, denn es geht für den Schäfer und jungen Familienvater natürlich auch ums Geld.

Schafsherde ist verstört

Ganz davon abgesehen, dass er nun auch schon mal nachts zu seiner Herde fährt und nachschaut, ob es den Tieren gut geht. Immer mit einem unguten Gefühl, wie er berichtet. Auch die Tiere seien nervös und wären die ersten Tage verstört gewesen. Schon macht sich der Schäfer Sorgen, ob sie im Herbst nun überhaupt trächtig werden bei dem Stress.
Regelmäßig überprüft er, ob der Elektrozaun die richtigen Werte aufweist. 2,5 KV müssen es mindestens sein. Doch in dem zum Teil unwegsamen Gelände sei es schwierig, die Stromspannung zu halten, erzählt er. Die ausgetrockneten Böden täten ihr Übriges. Am Dienstag zeigt das Messgerät über 4 KV an. Über einen Meter hoch sind seine Zäune – höher als eigentlich vorgeschrieben. „Doch einen richtigen Schutz gibt es nicht“, sagt Florian Köhler. Er arbeitet mit Hütehunden aber nicht mit Herdenschutzhunden. Denn es sei nicht sicher, ob die Tiere zusammenarbeiten könnten, begründet er. Hinzu komme, dass andere Hundebesitzer und Wanderer an den Zäunen vorbeikommen würden. Da gebe es keine Gewähr, wie die Herdenschutzhunde reagieren würden.

Mehrere Tiere vermisst

Derzeit steht die Herde auf einer Ackerfläche nahe Altgaul. „Wir sind hierhin erst einmal ausgewichen, um die Tiere aus dem Angriffsgebiet herauszuholen. Eine Dauerlösung aber sei das nicht, so Köhler. „Denn wir haben ja auch Verträge, die wir einhalten müssen und sind an das Gebiet gebunden.“
Immer wieder wurden in den vergangenen Tagen noch vermisste Tiere gesehen. Ihr Besitzer bittet darum, mit ihm Kontakt aufzunehmen, falls noch Schafe in der Gegend von Sonnenburg oder Franzenhof gesehen werden. Denn noch immer fehlen ihm einige seiner Schwarzköpfe.