Baden in Bad Freienwalde: Rettungsschwimmer schmeißt hin – Freibad schließt früher

Einsatz für die Sicherheit beim Baden im Freibad Bad Freienwalde: Leiter Dino Christen (l.) und Rettungsschwimmer Erik Sören Tetzlaff, der die Stadt wieder verlässt.
Steffen GöttmannWeil die Stadt Bad Freienwalde lange vergeblich nach einem zweiten Rettungsschwimmer für ihr beliebtes Freibad gesucht hatte, öffnete die Einrichtung erst am 10. Juni ihre Pforten.
Als dann doch noch ein junger Mann zusagte, konnte die Stadt ab 17. Juli an fünf Tagen in der Woche die Öffnungszeiten absichern. Doch damit ist es jetzt Schluss.
Nach knapp drei Monaten ist Feierabend im Freibad
Das Freibad schließt nach knapp drei Monaten Betrieb bereits ab 1. September seine Pforten für die Öffentlichkeit, teilte Ralf Lehmann (CDU), Bürgermeister der Stadt Bad Freienwalde, am 16. August (Freitag) mit. Der erst kürzlich eingestellte zweite Rettungsschwimmer hat offenbar das Handtuch geworfen.
Laut Bürgermeister habe er erklärt, andere berufliche Ziele einschlagen zu wollen. „Gründe für die Kündigung waren, dass mir die Stadt keine Ausbildung in Aussicht gestellt hatte. Dann hätte ich fünf Jahre als Rettungsschwimmer arbeiten müssen, um dann zu hoffen, dass ich zur Prüfung zugelassen werde, da das Freibad ja nicht ganzjährig geöffnet hat", erklärt Erik Tetzlaff. „Die Durchfallquote bei jemanden, der Fachangestellter werden will und nicht die dreijährige Ausbildung macht, liegt bei 90 Prozent“, begründet er seinen Schritt.
Der Bürgermeister habe das Freibad sofort schließen wollen, dass er seinen Freizeitausgleich und 40 Überstunden nehmen kann. „Ich habe diskutiert, dass sich dies nicht wolle und sogar auf Basis eines Nebenjobs weitermachen möchte“, ergänzt der Rettungsschwimmer. Er fügt hinzu: „Ich denke, wenn ich zum fast selben Gehalt eine Ausbildung zum Erzieher machen kann, ist dies doch genauso so wertvoll für die Allgemeinheit.“
Vereine, Schulen und Senioren schwimmen weiter
Damit hat die Kurstadt mit Dino Christen nur noch einen Fachangestellten für Bäderbetriebe, was für den Betrieb des Bades nicht ausreicht. „Nur Schul- und Sportschwimmen und 'Seniorenschwimmen' werden können fortgesetzt werden“, so der Bürgermeister, der weiß, dass die Entscheidung Unmut erzeugen wird, wenn es im September noch heiße Tage gibt. Denn Schulen und Vereine bringen ihre eigenen Rettungsschwimmer mit.
Für sicheres Baden sind drei Rettungsschwimmer nötig
Dino Christen obliegt als Fachangestellter für Bäderbetriebe nicht nur die Badeaufsicht, sondern er wartet die Technik, übernimmt die Pflege der Grünanlagen, des Beachvolleyballplatzes und repariert zum Beispiel Bänke. Das Schwimmbad offenzuhalten, wäre fahrlässig und für den Angestellten nicht realistisch. Um das Freibad im Sommer an sieben Tagen die Wochen betreiben zu können, bräuchte es drei Rettungsschwimmer, wovon mindestens einer Fachangestellter für Bäderbetriebe sein müsste.



