Betrug in Wriezen
: Angeblicher Polizist fordert 40.000 Euro von Seniorin für Schwester

Der Enkeltrick als Betrug-Taktik per SMS ist bekannt. Diesmal wurde eine Seniorin in Wriezen von der „Polizei“ angerufen und aufgefordert für die Freilassung der Schwester Geld zu überweisen.
Von
Jessica Reichhardt
Wriezen
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Wriezen: Statt des Enkels meldet sich ein vermeintlicher Polizist bei einer Seniorin und fordert eine Hohe Geldsumme, um die Schwester nicht ins Gefängnis zu schicken. Betrug findet in vielen Formen statt und die Anrufer werden immer gewiefter.

Karl-Josef Hildenbrand

Deepfake (manipuliertes Video- und Audiomaterial), gefälschte SMS-Nachrichten oder Anrufe, in denen sich die Betrüger als Kinder des Opfers ausgeben, sind einige der Tricks, mit denen die Diebe an das Geld kommen. Bevorzugt werden vor allem ältere Menschen.

In viel zu vielen Fällen mit Erfolg. Eine typische Masche: „Oma und Opa, ich liege im Krankenhaus. Bitte schickt mir Geld an diese Bankverbindung“. So war es auch am Nachmittag des 17. August. In den Nachmittagsstunden erhielt eine ahnungslose Rentnerin aus dem Nichts einen dubiosen Anruf.

Angeblicher Polizist feilscht um Freilassung

Statt des Enkels oder der Enkelin wurde ihr von den Betrügern ein Polizeibeamter aus Fredersdorf vorgespielt. Angeblich sei die Schwester der Rentnerin in einen Autounfall verwickelt – und habe diesen sogar verursacht. Um die Frau am Telefon noch mehr unter Druck zu setzen, setzt der unbekannte Betrüger noch eins drauf. Die Schwester der Rentnerin müsse wegen des Unfalls sofort ins Gefängnis. Dies könne jedoch verhindert werden, wenn auf der Stelle 43.000 Euro überwiesen werden.

Eine ganz schön hohe Summe. Das findet auch die Rentnerin und verlässt sich auf ihr Bauchgefühl. Sie hatte sich im Vorfeld über gängige Betrugstaktiken informiert und wies den angeblichen Polizisten aus Fredersdorf ohne weiteres ab.

Betrug gelingt bei Strausberg

Die Polizei bestätigte der Frau später, dass es sich tatsächlich um einen Betrugsversuch handelte und sie richtig entschieden hatte. Ein nicht ganz so glückliches Ende hatte am selben Tag eine andere Frau. Allerdings in Rehfelde bei Strausberg.

Auch sie wurde über ihr Handy in Form einer SMS kontaktiert, in der es hieß, dass ihr Sohn ein neues Telefon mit einer anderen Rufnummer kaufen musste. Anschließend wurde die Mutter von dem unbekannten Betrüger über den Nachrichtendienst WhatsApp um Geld angefleht. In der Hoffnung, ihrem Kind aus einer schwierigen Lage helfen zu können, überwies die Frau dem unbekannten Betrüger mehrere tausend Euro. Später erreichte sie ihren wahren Sohn und kontaktierte die Polizei über den Betrug. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.