Deutsch-polnische Kooperation: Warum der Wintersport in Bad Freienwalde Brückenbauer in Europa ist
- 20 Jahre deutsch-polnische Skisprungkooperation in Bad Freienwalde durch Ausstellung gewürdigt.
- Brandenburgs Ministerpräsident Woidke betont die Bedeutung des Sports als Brückenbauer in Europa.
- Jubiläumsschau zeigt jährliche Erfolge seit 2001 – prominente Gäste wie Woidke und Sportlegenden vor Ort.
- Fokus auf Nachwuchstalente wie Alvine Holz, Max Unglaube und Moritz Terei als Aushängeschilder.
- Blick auf 2023: 100-jähriges Vereinsjubiläum und Weltmeisterschaft – Förderanträge in Arbeit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dass Deutschland und Polen zu den erfolgreichsten Nationen im Skispringen weltweit zählen, daran hat Bad Freienwalde im Nordosten Brandenburgs einen nicht unwesentlichen Anteil. Im nördlichsten Wintersportzentrum der Republik, zugleich Landesleistungszentrum, wird der sportliche Nachwuchs so erfolgreich trainiert, dass die jungen Talente immer wieder für Medaillen sorgen. Dass die deutsch-polnische Kooperation in diesem Bereich nun schon 20 Jahre besteht, würdigt neuerdings eine Ausstellung im Schanzenturm, die am Sonnabend (30. Oktober) eröffnet wurde. Als Ehrengast zu diesem feierlichen Anlass hatte sich extra Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eingefunden. Er ist zugleich der Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit im Auftrag der Bundesregierung.
Eine Schautafel für jedes Jahr
Jedes der 20 Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit, von den ersten Anfängen 2001 am Beginn des Aufstiegs im Treppenhaus bis zu den jüngsten Erfolgen 2020 ganz oben ist mit einer Tafel vertreten, auf der Schlagzeilen, Bilder und Artikel zusammengestellt sind – die meisten davon aus der MOZ stammend. Während Vereinschef Dieter Bosse nach der Begrüßung gemeinsam mit Woidke, Bürgermeister Ralf Lehmann sowie Bogdan Kostyra von der Euroregion Pro Europa Viadrina den feierlichen Banddurchschnitt vollzog, führte Günther Lüdecke den Ministerpräsidenten durch die Ausstellung. Schließlich ist Lüdecke beim WSV nicht nur der erste Ansprechpartner für Veranstaltungen, sondern hat auch wie kaum ein anderer die wichtigsten Daten und Zahlen ständig präsent.

Feierlicher Banddurchschnitt zur Ausstellungseröffnung: Bogdan Kostyra (Projektmanager bei der Euroregion), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Vereinschef Dieter Bosse vom WSV 1923 und Bad Freienwaldes Bürgermeister Ralf Lehmann (von links)
Thomas BergerWoidke war bereits einmal 2016 zu Gast, ist den Tafeln zu entnehmen, schon sein Amtsvorgänger Matthias Platzeck nahm davor bei passendem Anlass gern den Weg von Potsdam in diese Ecke des Landes auf sich. Zu den zahlreichen anderen prominenten Besuchern der Schanzen am Papengrund gehörte beispielsweise die srilankische Volleyball-Nationalmannschaft, ist der Jubiläumsschau neben allerlei anderem Wissenswerten ebenfalls zu entnehmen.
Vorbildbeispiel in einer Zeit neuer Spannungen
„Der Anlass und die Ausstellung kommen genau im richtigen Moment“, nahm Woidke in seinem Grußwort unmittelbar auf neue Spannungen in den internationalen Beziehungen, gerade das aktuell schwierige Verhältnis zwischen der EU und der nationalkonservativen Regierung in Warschau, Bezug. „Viele machen sich da Sorgen, und ich gehöre dazu“, bekannte er freimütig. „Gerade deshalb ist es wichtig, darauf hinzuweisen, was wir erreicht haben und weiter erreichen können“, würdigte er das, was beim WSV 1923 seit nunmehr zwei Jahrzehnten an Kooperation scheinbar selbstverständlich läuft, wie der (Winter-)Sport Menschen aus beiden Ländern verbinden kann. „Ihr seid Brückenbauer im besten Sinne. Es sind stabile, tragbare Brücken, die immer stabiler werden und in Zukunft noch mehr gebraucht werden“, unterstrich Woidke und dankte Dieter Bosse stellvertretend für das gesamte WSV-Team für dieses Engagement.

Auch Geschenke bekam Ministerpräsident Dietmar Woidke bei seinem Besuch beim WSV 1923 überreicht. Ebenfalls beim Gruppenbild dabei die Weltmeister und Olympiasieger Ulrich Wehling (links) und Helmut Recknagel (2. von rechts) – Letzterer ist Namenspate der größten Bad Freienwalder Schanze.
Thomas BergerViele Sportlerkarrieren hätten an dieser Stelle schon ihren Anfang genommen. Dazu gehören drei Nachwuchstalente, deren Namen sich mancher inzwischen anhand ihrer Erfolge schon eingeprägt hat: Alvine Holz, Max Unglaube und Moritz Terei, mit denen sich Woidke ebenso unterhielt wie mit den anwesenden Skisprung-Legenden Helmut Recknagel, Namensgeber der größten Bad Freienwalder Schanze, und Ulrich Wehling.
WM 2023 fest im Blick
Der Ministerpräsident ließ darüber hinaus die Weltmeisterschaft 2023 nicht unerwähnt, die mit dem hundertjährigen Vereinsjubiläum zusammenfällt. Noch einiges bleibt dafür im Vorfeld zu tun, für den in der Staatskanzlei vorliegenden Förderantrag für eine Aufstiegshilfe am Sprungturm zeigte er sich zuversichtlich. Gemeinsam mit der Stadt Bad Freienwalde und dem Landkreis Märkisch-Oderland, an diesem Tag vertreten durch Vizelandrat Friedemann Hanke (CDU), werde man weiter für gute Rahmenbedingungen sorgen, versicherte Woidke. Auch die Sparkasse, für deren Vorstand Reinhard Kampmann erschienen war, ist schon seit Jahren ein fester Partner.
Mit leichter Verspätung trafen Witnicas Bürgermeister Dariusz Edward Jaworski und seine Stellvertreterin Małgorzata Łopatka ein. Jaworski bekam abschließend von Dieter Bosse ebenso einen Ehrenpreis überreicht wie das eigene Stadtoberhaupt Ralf Lehmann und Bogdan Kostyra. Dieser erklärte, er nehme die Auszeichnung im Namen eines freiheitlich-demokratischen Europas entgegen, an dem man weiterhin gemeinschaftlich Stein für Stein baue.


