Feuerwehr-Übung in Letschin
: Unfall im Chemiesaal der Schule – Landkreis löst Alarm aus

Feuerwehrleute aus Letschin dem Amt Golzow, aus Seelow und Bad Freienwalde sind zur Theodor-Fontane-Schule geeilt. Was ist passiert?
Von
Steffen Göttmann
Letschin
Jetzt in der App anhören

Feuerwehreinsatz: Drehleiter aus Seelow am 30. Januar an der Fontane-Schule in Letschin.

Steffen Göttmann

Bei einer Verpuffung am 30. Januar gegen 11 Uhr im Chemiesaal der Theodor-Fontane Schule in Letschin sind eine Lehrerin und ein Schüler verletzt worden. Sie schafften es nicht mehr rechtzeitig ins Freie. Ihre Rettung ist die Aufgabe der 40 Einsatzkräfte aus Letschin, dem Amt Golzow, aus Seelow und Bad Freienwalde. Ist das gelungen?

Das war das Szenario einer vom Landkreis Märkisch-Oderland angeordneten Übung. „Wir haben als Landkreis die Übung angemeldet, weil wir die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Letschin überprüfen und sehen wollen, ob die Organisation vor Ort funktioniert“, sagte Martin Zohles, Leiter des Fachdienstes Zivil-, Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises MOL.

Überprüft werden sollte, ob die Zusammenarbeit der Feuerwehren klappt. Mit Letschin alarmiert, wurden die Feuerwehr des Amtes Golzow. Die Feuerwehr Seelow kam mit der Drehleiter und die Feuerwehr Bad Freienwalde mit dem Einsatzleitwagen, von dem aus große Einsätze koordiniert werden.

Einsatzkräfte wussten nichts von einer Übung

Geheimhaltung war angesagt: Martin Zohles hatte nur Schulleiter Björn Groß eingeweiht. Allen anderen Einsatzkräften ging es erst vor Ort ein Licht auf, dass es sich um eine Übung handeln könnte. Zuerst erreichte die Freiwillige Feuerwehr Letschin das vermeintlich brennende Schulhaus. „Rauch drang aus den Fenstern des Chemieraums im Erdgeschoss, als wir ankamen“, berichtete Silvio Zachau, Einsatzleiter der Feuerwehr Letschin. Aber eigentlich sei es für ihn egal, ob es sich um eine Übung oder einen Ernstfall handelt. Das Engagement sei immer das gleiche.

Problem sei gewesen, dass ihnen niemand etwas über die chemischen Stoffe sagen konnte, die möglicherweise den Unfall ausgelöst hatten, so Zachau. Die Lehrerin war ja bei dem Unfall verletzt worden. Wichtig sei bei so einem Einsatz, eine Struktur auszubauen, denn Feuerwehrleute kommen auf dem Land von überall her und auch mit dem Privatwagen zum Einsatzort.

Drehleiter vorsorglich aus Seelow alarmiert

Die Drehleiter aus Seelow sei vorsorglich mit alarmiert worden, falls Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aus den oberen Stockwerken hätten gerettet werden müssen. Diese hatten jedoch gleich nach dem Alarm das Schulhaus geordnet verlassen und sich auf den zwei dafür vorgesehenen Plätzen aufgestellt.

„Das hat genauso reibungslos funktioniert, wie wir es immer geübt haben“, sagte Bjön Groß. 320 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Schule in Letschin. Das Feuer konnte gelöscht werden sowie die Verletzten, zwei Puppen, wurden gerettet. Allerdings nicht ganz in der vorgesehenen Frist.

Zuwenig Atemschutzgeräteträger vor Ort

Martin Zohles lobte, dass rund 40 Feuerwehrleute den Einsatzort erreicht hätten, sodass genug helfende Hände im Ernstfall dabei gewesen wären. Er kritisierte, dass die Feuerwehren über zu wenig erfahrene Pressluftatem (PA)-Geräteträger verfügten.

Einsatz in Letschin: Feuerwehrleute legen eine Schlauchverbindung ins Schulhaus.

Steffen Göttmann

Diese seien erforderlich, um die Verletzten aus dem verrauchten Chemiesaal zu retten. Zohles kündigte an, die Übung mit den Führungskräften der Feuerwehren und der Gemeinde auszuwerten. Übungen seien dazu da, mögliche Defizite zu offenbaren und Schwächen abzustellen.

Landkreis verstärkt Übungen im Kreisgebiet

Übungen wie diese werde der Landkreis in allen Gebieten Märkisch-Oderlands immer wieder organisieren, sagte Zohles. „Sicher nicht jeden Monat, aber immer mal wieder“, ergänzte der Fachdienstleiter der Kreisverwaltung.

Feuerwehrübungen sollen zeigen, ob die Strukturen wie die Alarm- und Ausrückeordnungen funktionieren. Eigentlich seien die Probleme überall vergleichbar. In den ländlichen Kommunen sei es mitunter schwierig, die Tageseinsatzbereitschaft abzudecken.

Bürgermeister von Letschin dankt den Feuerwehrleuten

„Ich bin zufrieden, dass wir so viele Feuerwehrleute zusammenbekommen haben“, sagte Letschins Bürgermeister Michael Böttcher, der auch nicht informiert worden war. Böttcher: „Ich finde es gut, dass der Landkreis solche Übungen organisiert und damit überprüft, ob wir genügend Leute vor Ort haben.“ Er dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz.