Flüchtlinge bei Wriezen: 13 Migranten aufgegriffen – darum dürfen sie vorerst bleiben

Verbindet Deutschland und Polen: die Europabrücke zwischen Neurüdnitz und Sikierki. In jüngster Zeit scheint sie auch bei Migranten beliebt zu sein.
Ulf GriegerBei Grenzkontrollen an der Europabrücke Neurüdnitz/Sikierki wurden am Sonntag (16. Juni) innerhalb weniger Stunden mehrere Personen ohne die erforderlichen Einreisedokumente aufgegriffen. Wie die Polizei mitteilte, kontrollierten Einsatzkräfte zunächst gegen 11:45 Uhr fünf afghanische Staatsangehörige im Alter von 17 bis 29 Jahren am besagten Grenzübergang. Keiner von ihnen konnte die für die Einreise nach Deutschland erforderlichen Dokumente vorlegen.
Später, gegen 15 Uhr desselben Tages, entdeckten Zivilfahnder der Bundespolizei, der Polizei des Landes Brandenburg und des Zolls eine weitere Personengruppe an der Europabrücke. Diese Gruppe setzte sich aus sieben afghanischen und einem pakistanischen Staatsangehörigen zusammen, die zwischen 17 und 49 Jahre alt waren. Auch sie konnten bei der Kontrolle keine gültigen Einreisedokumente vorweisen.
Elf Migranten an Erstaufnahme weitergeleitet
Die Bundespolizei nahm alle Jugendlichen und Männer mit zur Dienststelle und initiierte Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und nach dem Schutzersuchen, sprich die Bitte um Asyl, von den Betroffenen geäußert wurden, wurden elf Männer zur Erstaufnahmeeinrichtung der Ausländerbehörde des Landes Brandenburg weitergeleitet. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Brandenburg besteht aus dem Ankunftszentrum in Eisenhüttenstadt und vier weiteren Standorten in Frankfurt/Oder, Wünsdorf (Zossen) und Doberlug-Kirchhain.
Die beiden Minderjährigen wurden von den Einsatzkräften in die Obhut einer Jugendeinrichtung bzw. eines Jugendnotdienstes übergeben. Bereits am 5. Juni wurden in der beschaulichen Ortschaft Neurüdnitz bei Wriezen elf afghanische Bürger und ein irakischer Staatsangehöriger im Alter von 19 bis 46 Jahren von der Bundespolizei und der Landespolizei Brandenburg aufgegriffen. Elf von ihnen wurden nach Polen zurückgewiesen, da sie keine Asylgründe vorbringen konnten.

