Freibad
: Geplanter Wasserspielplatz in Bad Freienwalde wird 300.000 Euro teurer

Die Stadt Bad Freienwalde will ihr Schwimmbad attraktiver gestalten. Beim Eltern-Kind-Bereich explodieren die Kosten.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Die Stadt Bad Freienwalde will ihr Schwimmbad attraktiver gestalten. Beim Eltern-Kind-Bereich explodieren die Kosten. (Archivbild)

Anett Zimmermann

Seit 1993 plant die Stadt den Ausbau des Freibades. Beim Wasserspielplatz handelt es sich um eine Fläche mit Spielgeräten und Fontänen. Ein- bis vierjährige Kinder können gefahrlos mit ihren Eltern spielen. Die Investition soll die Familienfreundlichkeit des Freibades erhöhen.

Finanzierung schwierig

Die Stadtverwaltung hatte Zuschüsse aus dem Leader-Programm für ländliche Entwicklung der Europäischen Union beantragt. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Oderland unter dem Vorsitz des Landrates bewilligte im Juni 2019 einstimmig die beantragten 290 000 Euro, das entspricht 75 Prozent der 387 000 Euro Gesamtkosten. Der Eigenanteil der Stadt sollte bei 96 000 Euro liegen. Er steigt nun auf 390 000 Euro, wenn es der Stadt nicht gelingt, mehr Zuschüsse zu bekommen. Nach Einschätzung des Fachdienstes für Wirtschaftsförderung und Bauordnung der Stadt wirkt sich eine Erhöhung des Eigenanteils nicht negativ auf die Auszahlung der Fördermittel aus. Sollte die Stadt jedoch einen neuen Förderantrag stellen, berge dies die Gefahr langer Wartezeiten.

„Die Finanzierung ist schwierig, wir haben für 2021 noch keine Orientierungsdaten vom Land“, sagte Danny Jenssen, Kämmerer der Stadt Bad Freienwalde. Sicher sei bereits, dass der Stadt durch Corona 250 000 Euro Gewerbesteuer verloren gehen. Die Feuerwehr Altranft benötige zudem ein neues Feuerwehrfahrzeug, das 350 000 Euro kosten werde. Der Haushaltsentwurf weise einen Fehlbedarf von 2,7 Millionen Euro aus. „Deshalb beginnt jetzt bei uns das Streichkonzert“, sagte Jenssen. Zudem bleibe abzuwarten, was durch den Digitalpakt für die Schulen auf die Stadt zukommt. Sie müsse neue Tafeln und Tablets beschaffen. Jetzt schaut die Verwaltung, auf was sie verzichten könne.

Kämmerer erarbeitet Vorschläge

„Ich bin ein bisschen erschüttert, den Eltern-Kind-Bereich haben alle Fraktionen mitgetragen“, sagte Angela Hannemann (Linke). In der letzten Stadtverordnetenversammlung habe man sich darauf verständigt, dass die Stadt selbst baut, wenn keine Fördermittel fließen. „Jetzt sagen wir, wir können es uns nicht leisten. Ich finde es nicht gut, dass der Eltern-Kind-Bereich in Frage gestellt wird“, ergänzte sie.

Der Ausschuss kam überein, der Kämmerer solle bis zur Stadtverordnetenversammlung am 5. November, wenn der Haushalt vorgelegt wird, Vorschläge unterbreiten, wo das Geld herkommen könnte. Weil die Sanierung der Alten Schmiede in Hohensaaten und des Kurtheaters gestrichen, die alte Post verkauft werde, gebe die Stadt weniger aus und erziele Erlöse, so Jenssen. Der Finanzausschuss bewilligte daher einstimmig die Mehrausgabe zugunsten des Freibades.