Großbrand
: Feuer verursacht Millionen-Schaden in Leuenberg

In Leuenberg hat ein Feuer einen Millionen-Schaden verursacht. Vermutlich ein technischer Defekt an einem Ofen hat den Großbrand verursacht.
Von
Steffen Göttmann
Leuenberg
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  • Löscheinsatz von oben: Die Bad Freienwalder Feuerwehr richtete den Wasserstrahl von der Drehleiter auf die Flammen.

    Löscheinsatz von oben: Die Bad Freienwalder Feuerwehr richtete den Wasserstrahl von der Drehleiter auf die Flammen.

    Steffen Göttmann
  • Verkohlt: Die Feuerwehr konnte verhindern, dass das Feuer auf die Vegetation übergreift.

    Verkohlt: Die Feuerwehr konnte verhindern, dass das Feuer auf die Vegetation übergreift.

    Steffen Göttmann
  • Wasserzufuhr: Feuerwehrleute pumpen Wasser aus Tanklöschfahrzeugen in die Zisterne im Hintergrund.

    Wasserzufuhr: Feuerwehrleute pumpen Wasser aus Tanklöschfahrzeugen in die Zisterne im Hintergrund.

    Steffen Göttmann
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Eine dunkle Rauchsäule stand am Donnerstagabend über Leuenberg. Gegen 18 Uhr bekam der Besitzer den Anruf einer Nachbarin, dass Rauch aus seiner Lagerhalle quillt. Zuerst habe er noch selber versucht, das Feuer zu löschen, dann aber doch die Feuerwehr um 18.05 Uhr alarmiert. „Als wir sieben Minuten später um 18.12 Uhr ankamen, gingen wir noch von einem Entstehungsbrand aus und wollten mit sechs Atemschutzträgern das Feuer in der Halle bekämpfen“, sagte Robert Müller von der Löschgruppe Leuenberg, die zuerst den Unglücksort erreichte.

Doch nur fünf Minuten später habe das Dach der Halle in voller Ausdehnung gebrannt. Als der Eigentümer die Feuerwehrleute noch darauf hinwies, dass sich in der Lagerhalle zwei Gasflaschen zum Schweißen befinden, zogen sich die sogenannten Angriffstrupps zurück. „Es gab dann auch zwei Detonationen“, so Müller, der auch stellvertretender Amtswehrführer der Amtsfeuerwehr Falkenberg-Höhe ist. Die Druckwelle sei so groß gewesen, dass in der benachbarten Lagerhalle die Scheiben barsten. „Wir konnten nicht mehr viel tun“, sagte Müller. Deshalb sei es zuerst wichtig gewesen, dass das Feuer nicht auf den benachbarten Wald und die zweite Lagerhalle übergreift. Dies sei gelungen. Der Wald ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete und reicht mindestens bis Prötzel.

Inzwischen schraubte sich eine ungeheure Rauchsäule in die Höhe. „Sie war bis in die Lausitz sichtbar“, sagte Kreisbrandmeister Sebastian Nestroy. Es seien deswegen derart viele Notrufe hereinkommen, dass die Einsatzleitstellen Schwierigkeiten bekamen, sie alle abzuarbeiten.

Mit 80 Feuerwehrleuten bekämpften die Brandschützer die Flammen ( wir berichteten). Die gesamte Amtsfeuerwehr war in die Löscharbeiten eingebunden. Amtswehrführer Mario Sarre fungierte als Einsatzleiter. Die Bad Freienwalder Feuerwehr rückte mit drei Fahrzeugen, darunter der Drehleiter, an, um das Feuer von oben zu bekämpfen.

Probleme habe die Wasserzufuhr bereitet, erklärte Robert Müller. Als die 80 000 Liter fassende Zisterne neben der Lagerhalle leer war, habe sie die Feuerwehr mit Hilfe von Tanklöschfahrzeugen (TLF) aufgefüllt. So seien TLF mit einem Fassungsvermögen von bis zu 5000 Litern Wasser aus Bad Freienwalde, Wriezen, Prötzel, Strausberg und Werneuchen angerückt, die zwischen dem Wasserwerk Wölsickendorf und der Zisterne pendelten. 160 Kubikmeter Wasser seien dabei bewegt worden, berichtete der Löschgruppenführer. Der nahe Hydrant sei nur auf Trinkwasser ausgelegt und bringe den notwendigen Druck nicht auf, sagte Müller.

Gegen 23 Uhr richtete die Löschgruppe Leuenberg eine Brandwache ein, die in zwei Schichten arbeitete. Weil das Metalldach in die Halle gefallen war, brannte es darunter weiter. Mit Hilfe eines Radladers, den die Agrargenossenschaft „Höhe“ zur Verfügung gestellt habe, konnten die Dachteile hochgehoben und das Feuer darunter abgelöscht werden. „Ohne diese Maschine hätten wir das Feuer schwer löschen können, denn wir haben als Feuerwehr so ein Gerät nicht“, sagte Robert Müller.

Keine Verletzten

Hilfe habe auch die Bäuerliche Produktionsgemeinschaft Beiersdorf/Freudenberg geleistet, die der Feuerwehr ein 12 000-Liter-Fass zur Verfügung stellte. Der Kontakt zu den Betrieben komme über Einsatzkräfte zustande, die dort arbeiten, sagte Müller. Erst am Freitag um 10.18 Uhr habe die Feuerwehr den Einsatzort an die Polizei übergeben, die auch während des Einsatzes zugegen war. Der Schaden erreiche wohl Millionen-Höhe. Verletzt wurde jedoch niemand.

Die 98 Meter lange und 23 Meter breite Halle sei von verschiedenen Mietern genutzt. Einer habe dort mobile Saunen gebaut, von denen eine noch vor der Halle stand. Ferner standen darin mindestens drei Autos vom Trabant bis zum BMW, ein Traktor sowie ein Gabelstapler. Auch gab es in der Halle einen Geigenbauer. Ursache sei vermutlich ein technischer Defekt. Der Brand sei von einem Ofen ausgegangen, so der Löschgruppenführer. Die Halle stamme aus DDR-Zeit, berichtete ein Leuenberger, der den Einsatz beobachtete. Dort sei Getreide getrocknet worden.