Hobby bei Bad Freienwalde: Warum ein Modellbauer Segelunterricht an der Oder nimmt

Neue Herausforderung für sein Hobby: Modellbauer Friedhelm Hönicke (75) aus Schiffmühle mit einem Paket Bauteilen und Bauplan für mein Hachette-Modell. Das Segelboot hat er gerade fertiggestellt. Der US-Panzer ist eine Auftragsarbeit.
Steffen Göttmann- Ein 75-Jähriger aus Schiffmühle baut detailgetreue Schiffsmodelle und zeigt sie in Finowfurt.
- Aktuell beginnt er den Flugzeugträger „Graf Zeppelin“ von Hachette im Maßstab 1:200.
- Das Standmodell wird 1,30 Meter lang, etwa acht Kilogramm schwer und erhält Lichteffekte.
- Teile kommen in 150 Lieferungen, die Kosten eines Hachette-Modells sind sehr hoch.
- Das Modell soll ins Luftfahrtmuseum Finowfurt – dort betreut er auch den Modellbauteich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Friedhelm Hönicke aus Schiffmühle bei Bad Freienwalde hat im Alter von zehn Jahren mit dem Modellbau begonnen. Nach einer schlimmen Fraktur lag er lange im Krankenhaus. Bei einem Heimaturlaub fielen ihm drei Papierbögen zum Bau von Flugzeugen in die Hände. Da begann eine Leidenschaft, die ihn bis heute nicht loslässt.
Inzwischen hat er sich auf den Bau von Schiffsmodellen konzentriert. Die meisten sind schwimmfähig und fahren funkgesteuert mit Elektromotoren.
Der 75-Jährige engagiert sich im Betreiberverein des Luftfahrtmuseums Finowfurt bei Eberswalde, wo er einen Teil seiner Modelle der Öffentlichkeit präsentiert. Zudem lädt er Kinder und Interessierte an den dortigen Modellbauteich ein und lässt sie per Funksteuerung seine Schiffsmodelle steuern. Für sie hat er extra einen schnellen und wendigen Jetski und Fischkutter gekauft, bei denen sich sogar die Netze bewegen lassen. Doch jetzt hat er eine große Herausforderung angenommen.
Hobby-Modellbauer aus ganz Deutschland gut vernetzt
Hönicke ist über die sozialen Medien mit Modellbauern aus der ganzen Bundesrepublik vernetzt. „Mein Freund Wolfgang aus Walsrode hat mir ein Hachette-Modell geschenkt“, berichtet der Schiffmühler stolz. Hachette ist ein französischer Verlag, der sich unter anderem dem Modellbau für Fortgeschrittene verschrieben hat.
Abonnenten, die sich für den Kauf eines Modells entschieden haben, bekommen jeden Monat zum Preis von 13,99 Euro ein Paket mit Bauteilen und einen detaillierten Bauplan. Es handele sich um das Modell des Flugzeugträgers „Graf Zeppelin“ im Maßstab 1:200, berichtet Hönicke.

Modellbau zum Anfassen: Kinder und Erwachsene können am 24. und 25. April im Luftfahrtmuseum Finowfurt Modelle wie diese per Funk bewegen Jetski, Jeep Willys und ein russischer T34-Panzer (v.l.).
Steffen GöttmannDer Modellbauer aus Schiffmühle legt Wert auf die detailgetreue Kopie des Originals. Hachette-Modelle sind bekannt für diese Qualität und deshalb nicht gerade preiswert. Er selbst würde sich das Modell nicht leisten. Die Gesamtkosten eines Hachette-Modells betragen nämlich zwischen 1500 und 3000 Euro.
150 Paketsendungen mit Bauteilen umfasst das Modell der „Graf Zeppelin“. 95 Ausgaben schickte ihm sein Freund Wolfgang in zwei großen Paketen. Die restlichen 55 Pakete lässt er vom Hersteller direkt nach Schiffmühle schicken. Das Modell wird aus Druckguss-, Holz- und Kunststoffteilen gefertigt sein. „Ich bin gespannt auf diese Aufgabe und darauf, wie das Modell aussieht“, sagt Hönicke.
Miniaturschiff wird 1,30 Meter lang und 8 Kilogramm schwer
1,30 Meter lang und acht Kilogramm schwer werde das Standmodell, das nicht schwimmen kann, kündigt Hönicke an. Per Funksteuerung drehen sich die Propeller der Flugzeuge auf dem Deck und auf dem Schiff geht das Licht an. Weil es zu groß ist für sein Haus, werde er es nach Fertigstellung dem Luftfahrtmuseum Finowfurt als Dauerleihgabe für die Ausstellung zur Verfügung stellen. „Die freuen sich dort alle schon“, sagt er verschmitzt.
Das Nazi-Regime plante den Flugzeugträger zum Einsatz im Zweiten Weltkrieg, konnte ihn aber nie fertigstellen. Die Deutschen versenkten die unvollendete „Graf Zeppelin“ am Kriegsende in der Ostsee, die Sowjets wollten sie heben, sprengten dann aber das Wrack, das seitdem in 80 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund vor der polnischen Küste liegt.
Friedhelm Höniche nimmt Segelunterricht in Kienitz
Der Schiffmühler bastelt genauso gerne an Modellen von Jachten und Motorbooten. Bei der Hobbyausstellung in Altlandsberg erwarb er das unvollendete Modell eines Segelbootes aus Kunststoff, bei dem sich Ruderanlage und Segel per Funk steuern lassen.
Hönicke vollendete den Bausatz, reparierte fehlerhafte Teile und will das Boot zu Wasser lassen. Einen Motor hat es nicht. „Ich habe keine Ahnung vom Segeln und weiß nicht, wie ich das Boot steuern kann“, berichtet er. Aber eine Lösung ist in Sicht: „Schiffsmodellbauer aus der Region treffen sich in Kienitz, um ihre Boote auf der Oder fahren zu lassen und zu fachsimpeln“, so Hönicke. Dort habe er sich mit einem Hobbykollegen verabredet, der ihn in die Geheimnisse des Segelns per Funksteuerung einweist.
Luftfahrtmuseum Finowfurt lädt 2026 zum Ostfahrzeugtreffen
Wenn das Luftfahrtmuseum Finowfurt am 24. und 25. April 2026 zum 19. Ostfahrzeugtreffen einlädt, erwartet Friedhem Hönicke Besucher am Modellbauteich. Dort können Erwachsene und Kinder Schiffe über den Teich steuern und vielleicht auch mal Panzer fahren.
Hönicke hat im Auftrag eines Modellsammlers einen M24, einen US-amerikanischen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg, im Maßstab 1:16 gebaut, der sich auch per Funk steuern lässt. „Ein solches Panzer-Modell fährt sich ganz anders als ein Auto und ist viel wendiger. Da sind viele Leute erstaunt“, sagt Hönicke. Nach Finowfurt nimmt er auch das Modell eines Jeep Willys mit Fahrerfigur mit, das die Besucher durch einen Parcours steuern können.


