Hundesport bei Wriezen
: Hund Marouk auf richtiger Fährte zur Deutschen Meisterschaft

Mario Will aus Bliesdorf hat wieder Anschluss an die Spitze gefunden. Mit Marouk von Hatzbachtal ist er Vize-Landesmeister geworden. Weitere Wettbewerbe stehen bevor.
Von
Steffen Göttmann
Bliesdorf
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Ganz in Familie: Mario Will mit seinem Riesenschnauzer Marouk vom Hatzbachtal, mit dem der Bliesdorfer brandenburgischer Vize-Landesmeister geworden ist.

Ganz in Familie: Mario Will mit seinem Riesenschnauzer Marouk vom Hatzbachtal, mit dem der Bliesdorfer brandenburgischer Vize-Landesmeister geworden ist. Sie posieren hinter dem Pokal, den sie bei der Landesmeisterschaft bekommen haben.

Mario Will

Fährtenarbeit, Unterordnungsarbeit und Schutzdienst sind die drei Disziplinen, die Mario Will mit seinem fünf Jahre alten Riesenschnauzer Marouk vom Hatzbachtal immer wieder trainiert. Ziel ist, dass er die Fähigkeiten des Hundes bei Wettbewerben wie der Landesmeisterschaft für Gebrauchshunde abrufen kann. Das ist dem Bliesdorfer jetzt vortrefflich gelungen. Das Team wurde Vize-Landesmeister beim Wettbewerb des Pinscher- und Schnauzerklubs Berlin-Brandenburg im Spreewald.

Damit haben Mario Will und sein treuer Begleiter den Fahrschein für die Deutsche Meisterschaft und die Weltmeisterschaft gelöst. Der erfahrene Hundesportler hofft, gemeinsam mit Marouk an seine Erfolge mit Paul vom Dammkrug anzuknüpfen, mit dem er bei Deutschen Meisterschaften sehr erfolgreich vordere Ränge belegte. 92/92/90 Punkte von jeweils möglichen 100 Punkten erreichten die Beiden bei der Landesmeisterschaft in Fährtenarbeit, Unterordnungsarbeit und Schutzdienst.

Geduld ist das Zauberwort bei der Ausbildung von Hunden

Spielerisch trainiert Mario Will mit seinem Hund. Immer wieder lobt er Marouk, gelingt dem Hund etwas besonders gut, bekommt er Leckerbissen. „Man arbeitet mit Tieren, das sind keine Maschinen“, betont der Bliesdorfer. „Marouk ist ein Familienmitglied, der bei uns im Garten lebt“, unterstreicht der Hundesportler. Ins Haus darf der Riesenschnauzer zwar nicht, hat aber auf dem Grundstück eine großzügige Unterkunft. „Man muss einfach Geduld haben“, ist für Mario Will das Rezept für Erfolg bei Wettbewerben. „Geduld ist das Zauberwort in der Hundeausbildung“, betont er.

Will hat 1991 mit Gebrauchshundesport begonnen, damals noch mit einem Schäferhund. Inzwischen sind schwarze Riesenschnauzer seine Favoriten. Er bekommt sie seit Jahren von einem Züchter aus dem hessischen Hatzbachtal, mit dem ihn eine in sehr gute Freundschaft verbindet. Mit der Leistung seines fünfjährigen Rüden ist der Bliesdorfer sehr zufrieden. „Er ist konzentriert der Spur gefolgt, das hat er sehr gut gemacht“, lobt Mario Will die Arbeit seines Hundes bei dem Landeswettbewerb.

Selbstständigkeit des Vierbeiners ist gefragt

In der Fährte wird der Geruchssinn des Hundes überprüft, indem der Vierbeiner exakt die Spur eines Menschen, nämlich der des jeweiligen Fährtenlegers folgt, und Gegenstände aus verschiedenen Materialien wie Holz und Leder zum Beispiel durch Platz, Sitz oder Steh anzeigt, die zuvor abgelegt wurden. „Besonders wichtig ist die ruhige, konzentrierte und gleichmäßige Sucharbeit des Hundes“, berichtet Will. Da der Hundeführer mithilfe einer langen Leine einen Abstand von zehn Metern einhalten muss, wird auch die Selbstständigkeit des Hundes gefordert. Die Länge einer Fährte beträgt 600 bis 800 Schritt. Fährten werden meist auf Wiesen oder einem Acker gelegt.

Bei der Unterordnung müsse der Hund Befehlen wie Sitz, Platz und Steh gehorchen, so Mario Will Zudem gehört „Stöckchen“ Holen zur Disziplin. Dazu muss der Hund mit dem Apportierholz im Maul über eine ein Meter hohe Wand springen sowie eine 1,80 Meter hohe Schrägwand überwinden. Beim Schutzdienst muss der Hund in den Armschutz eines Schutzhundhelfers beißen. „Auf einmaligen Zuruf muss er ‚bei Fuß‘ seines Herren kommen“, so Will.

Optimale Bedingungen für Hundesportler in Bliesdorf

Der Hundefreund findet in Bliesdorf optimale Bedingungen vor. Mit sechs Mitstreiterinnen und Mitstreitern, mit denen er die Begeisterung für das Hobby teilt, trifft er sich zweimal pro Woche zum gemeinsamen Training mit den Hunden – ausschließlich Riesenschnauzer auf einer Fläche in Bliesdorf Emilienhof. Für intensives Trauung zum Beispiel im Fährtenarbeit stelle Bauer Nikolaus König seinen Acker zur Verfügung.

Wenn der eigene Trainingsplatz nicht ausreicht, treffen sich die Hundefreunde im Stadion des SV Bliesdorf. „Der Verein erlaubt uns, dort zu trainieren“, richtet Will seinen Dank an den Vorstand. Und auch den Bliesdorfern dankt er, weil sie es tolerieren, wenn beim Training an einem Sonntagmorgen die Hunde kläffen. Will selber ist Ausbildungswart und leitet Hunde sowie deren Halterinnen und Halter an.

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