Investition
: Frischzellenkur für das Kurmittelhaus

Der Umbau des Kurmittelhauses hat begonnen. Bad Freienwalde investiert 560 000 Euro nur in diesem Jahr.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Abriss: Martin Weißer von der Berliner Firma Karl Früh Lüftungstechnik stemmt mit dem Bohrhammer alte Rohre aus dem dunklen Flur im Keller des Kurmittelhauses. Der Flur führt zu den Behandlungsräumen.

Steffen Göttmann

Die Stufen zum Haupteingang des Kurmittelhauses sind mit Holz verkleidet. Ein Zettel an der verpackten und verschlossenen Tür weist auf den Seitengang hin. Der Weg zum Keller ist ebenso versperrt wie der zur Rezeption. Aus dem Keller dringen die Geräusche eines Bohrhammers. Mitarbeiter einer Berliner Lüftungstechnik–Firma sind dabei die alten Lüftungsrohre, die sich entlang der Decke im Flur ziehen, zu entfernen.

„Wir haben mit dem Umbau begonnen“, sagt Kristin Schröder–Kolew, Geschäftsführerin der Kurmittelhaus GmbH und Verwaltungsleiterin der Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde. Bis zum Jahresende bleibt der Anwendungsbereich des Kurmittelhauses geschlossen. Der Zugang zur Kosmetik, zur Fußpflege und zum Gymnastikraum ist über den Nebeneingang möglich.

Behandlung vorerst in Klinik

„Wir sind am 13. August in die Klinik umgezogen“, berichtet die Geschäftsführerin. Die neun Physiotherapeuten unter der Leitung von Heike Janke haben den Umzug vorbereitet, Kisten gepackt und beschriftet. Die Mitarbeiter der Haustechnik managten deren Umzug. zur Klinik.

Die Anmeldung fürs Kurmittelhaus befindet sich nun in einem Raum neben der Rezeption der Klinik. „Wir haben einen Auszubildenden bereit gestellt, der die Patienten von dort zur Behandlung begleitet“, sagt Kristin Schröder–Kolew. Denn die Behandlungsräume seien in der Klinik verteilt. Die meisten Patienten hätten sich an die Umstellung gewöhnt. Wer jedoch darüber hinaus herzkrank ist, dem sei mitunter der Weg vom Kurmittelhaus zur Klinik zu weit, so die Physiotherapeutin. Aber die meisten Kunden kommen damit klar.

Im Kurmittelhaus wird die Rezeption zu einer Lounge mit bequemen Sitzmöbeln und Teeküche umgestaltet. Die Behandlungsräume werden in warmen hellen Farben gestrichen. Das Kurmittelhaus bedient sich des Berliner Ateliers Gebel, in dem ein Architekt mit einer Innendesignerin zusammenarbeitet, so dass die Gestaltung aus einem Guss erscheint. Das Paar gestaltet auch Zimmer der Fachklinik neu. Und setzt die Farbkonzeption im Kurmittelhaus fort.

Die gravierendsten Veränderungen erfährt der Keller des Kurmittelhauses, der im Charme der Neunziger daher kommt . Der Moorpackungsbereich, bisher Durchgangszimmer, teilt sich künftig in vier Einzelräume, die alle eine Tür zum Flur haben. "Medizinische Bäder lohnen sich nicht mehr“, erläutert Kristin Schröder–Kolew. Sie weichen einer finnischen Sauna. Medizinische Bäder gebe es weiterhin, aber nur noch in der Fachklinik.

Entrée nicht mehr zeitgemäß

„Wir haben eine Baugenehmigung für Sauna, Moorsauna, Umbau des Eingangsbereichs sowie des Entrees und klären offene Fragen des Brandschutzes“, fast Astrid Goschin, Fachdienst Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Bad Freienwalde, zusammen. Es entspreche nicht mehr dem heutigen Standard, dass der Gast das Kurmittelhaus betritt und erst um die Ecke gehen muss, um die Rezeption zu entdecken. Das Brandschutzkonzept sei den neuen Vorschriften angepasst worden, erläutert Astrid Goschin. Die für dieses Jahr im Haushalt eingestellten 561 000 Euro reichen daher nicht aus. Die Stadt müsse einen Brandschutzanlage einbauen. Weil das Treppenhaus aus Holz nicht den Anforderungen entspricht, werde eine Brücke aus dem Sportraum im ersten Stockwerk als zweiter Fluchtweg zum Hang gebaut. Das Kurmittelhaus ist eine der Bedingungen fürs Moorheil–Prädikat.