Oktoberfest
: Wiesn in Bad Freienwalde

Volles Festzelt, Fassanstich mit Panne und Riesengaudi, das waren die Merkmale der „Kurstadt Wiesn“ in Bad Freienwalde.
Von
Jörn Kerckhoff
Bad Freienwalde
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  • Bis der Arzt kommt: Feuerwehrchef René Erdmann (Mitte) sorgte zusammen mit den "Partymachern" für Stimmung im Festzelt. Da hielt es kaum jemanden auf dem Sitz, wenn die Feuerwehr zur "Kurstadt Wiesn" lädt, ist Oktoberfestgaudi garantiert.

    Bis der Arzt kommt: Feuerwehrchef René Erdmann (Mitte) sorgte zusammen mit den "Partymachern" für Stimmung im Festzelt. Da hielt es kaum jemanden auf dem Sitz, wenn die Feuerwehr zur "Kurstadt Wiesn" lädt, ist Oktoberfestgaudi garantiert.

    Jörn Kerckhoff
  • A Busserl in Ehren kann niemand verwehren. Da haben sich zwei gefunden. Wiesn-Zeit ist eben die Zeit der großen Gaudi aber auch der großen Gefühle.

    A Busserl in Ehren kann niemand verwehren. Da haben sich zwei gefunden. Wiesn-Zeit ist eben die Zeit der großen Gaudi aber auch der großen Gefühle.

    Jörn Kerckhoff
  • Tracht ist Pflicht auf der Wiesn. Das ist in Brandenburg nicht anders, als in Bayern.

    Tracht ist Pflicht auf der Wiesn. Das ist in Brandenburg nicht anders, als in Bayern.

    Jörn Kerckhoff
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Warum eigentlich Oktoberfest in Brandenburg? „Wir waren vor vielen Jahren beim richtigen Oktoberfest in München und haben uns später überlegt, ob wir so etwas nicht selbst organisieren wollen“, erklärt Stadtwehrführer René Erdmann. Und Bürgermeister Ralf Lehmann fügt an: „Es gab einfach den Bedarf, ein Fest in der Stadt zu organisieren und im Herbst war noch Luft dafür.“

Fassanstich mit Tücken

Der Rathauschef war auch vor Ort und wie etwa 99 Prozent der Gäste in Tracht. Dirndl und Lederhosen sind für die meisten Gäste einfach Pflicht, wenn die Feuerwehr zur Kurstadt Wiesn lädt. Für Lehmann ist dieser Termin zur Hälfte Vergnügen, zur anderen Hälfte Arbeit. Bevor er so richtig feiern darf, muss er nämlich den Fassanstich vollziehen — immer eine gute Gelegenheit, sich mal richtig zum Horst zu machen. In der Vergangenheit gab es schon einige Pannen. Fassanstich ist also nicht seine große Stärke? "Da hat jeder seine eigene Interpretation“, so Lehmann lachend.

Auch diesmal wollte es nicht so richtig klappen. Zwar beförderte das Stadtoberhaupt den Zapfhahn mit einem einzigen Schlag ins Fass, auf einmal kam das gute Gebräu aber überall heraus. „Das ist zum Teil unsere Schuld“, grinste René Erdmann. Am Zapfhahn habe ein Gummiring zum Abdichten gefehlt und sie hätten da etwas improvisiert. Offenbar mit mäßigem Erfolg. Witze über fehlende Gummis verbieten sich an dieser Stelle.

Bier gab es eh genug, so waren die paar Liter, die beim Fassanstich verlorengingen, kein Problem. Das Zelt tobte zu den Klängen der „Partymacher“ und DJ Bernd, die für richtig Dampf auf dem Kessel sorgten. Bald tanzten die ersten Gäste auf den Tischen und gaben sich der bajuwarisch–brandenburgischen Freundschaft hin. Hax’n, Brez’n und Leberkäs fanden reißenden Absatz.

Arbeit, bis der Arzt kommt.

Auch wenn am Sonnabend das Feiern bis zum Abwinken im Vordergrund stand, war es für die Kameraden der Feuerwehr doch auch harte Arbeit. Der Aufbau des Zeltes auf dem Festplatz hinter dem ehemaligen Finanzamt begann am Dienstag, dazu kam die Installation der Zapfanlagen, der Bühnentechnik und, und, und. Die Bewirtung übernahmen vor allem die Frauen und Freundinnen der Feuerwehrleute sowie Freunde anderer Vereine. Am Sonntagabend war alles wieder abgebaut und der Platz sah aus, als wäre nie etwas gewesen. „Wir finanzieren mit dem Erlös unsere Jugendfeuerwehr und Dinge, die im Feuerwehretat nicht enthalten sind“, erklärt René Erdmann, warum die Feuerwehr überhaupt so einen Aufwand betreibt.