Prävention
: Oderland auf Corona-Welle gut vorbereitet

Einfacher Mundschutz ist im Oderland nicht mehr zu haben. Er wehrt ohnehin keine Viren ab, so Apotheker Robert Witzke.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Mit Sprühflasche und Tuch: Pharmazieingenieurin Pia Stach von der Alten Apotheke in Bad Freienwalde desinfiziert ihren Tisch.

Steffen Göttmann

Mehr Desinfektionsmittel als sonst gehe jedoch über den Ladentisch. Am Donnerstag erwartete er eine Lieferung von 400 Flaschen.  „Mundschutz gibt es schon lange nicht mehr“, ergänzt der Apotheker. Die einfachen Gesichtsmasken helfen ohnehin nicht. Erforderlich seien FFP-2 oder FFP-3-Atemschutzmasken. „Wir haben pro Apotheke eine, die aber nicht verkauft werden. Wir brauchen sie für Rezepturen mit gefährlichen Stoffen“, fügt er hinzu. FFP-Masken haben Partikel- oder Virenschutz-Filter. Den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass die Apotheken Desinfektionsmittel selbst mischen, sei realistisch. Es gebe zwei Mischungen mit Ethanol oder Isopropylalkohol. Doch für beide seien die Grundstoffe derzeit nicht erhältlich.

Hygiene wird in Apotheken groß geschrieben. Die Mitarbeiter seien sensibilisiert und desinfizieren die Tische im Laden noch mehr als sonst, so Witzke. Zudem tauschen sich die Apotheker untereinander aus.

Desinfektionsmittel vorhanden

„Wir haben unsere Mitarbeiter informiert und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt“, erklärt Syvia Borkert, stellvertretende Amtsdirektorin des Amtes Barnim-Oderbruch, in dessen Trägerschaft sich auch Kitas befinden. Im Amt werden Geländer, Türen und Griffe jetzt häufiger desinfiziert. Dafür seien Verantwortlichkeiten festgelegt worden. Die Mitarbeiter folgten den Empfehlungen des Kreis-Gesundheitsamtes.  „Wir sehen uns gut vorbereitet“, so Sylvia Borkert.

Etwas mehr Sorgen macht sich Frank Wruck, Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft. Die Fahrer kämen täglich mit viel Kleingeld und vielen Menschen in Kontakt, beschreibt er die Gefahren. „Wir haben Desinfektionsmittel ausgegeben, können aber keines nachbestellen“, so Wruck. Beim Ausbrechen des Virus und Kontakt von Busfahrern mit erkrankten Fahrgästen sei die Folge nicht abzuschätzen. „Es kann sein, dass wir dann den Busverkehr nicht mehr aufrecht erhalten können“, gibt er zu bedenken. Ein Notfallplan liege bereit. Alle Fahrer hätten Handreichungen zum Umgang mit Fahrgästen erhalten, sagt der BBG-Chef.

In Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde gibt es ohnehin ein ausgeklügeltes Hygienemanagement. „Wir halten einen Fragebogen für alle Patienten bereit“, sagt Chefarzt Dr. Hardy Limburg. Sie werden um Auskunft gebeten, ob sie die bekannten Symptome hatten und sie in einem Risikogebiet leben. Viele Patienten kommen nach einer Operation, haben ein geschwächtes Immunsystem, oder noch weitere Krankheiten. Die Fachklinik verfüge über erfahrenes Personal, auch wenn sie kein Akutkrankenhaus sei.

Grenzbewohner werden zurzeit per SMS vom polnischen Gesundheitsministerium über das Virus informiert.