Reitturnier in Wustrow: Veranstalter bieten Neuerungen zum traditionellen Turnier

Gabor Hanke startet seit Jahren für den RFV Altranft. Der Bliesdorfer, hier mit „Diablesse de Semilly“, dürfte auch 2025 beim Wustrower Pfingstturnier mit von der Partie sein. (Archivfoto)
Udo Plate- Das 62. Reit- und Springturnier in Wustrow findet am 8. und 9. Juni 2025 statt.
- Veranstalter bieten Neues für alle Altersklassen, wie Hobby-Horsing und Bullenreiten.
- Rund 350 Nennungen für 16 Prüfungen, täglicher Reitsport von bis zu zehn Stunden.
- Fokus auf Nachwuchs und anspruchsvolle Prüfungen, Großer Preis von Wustrow am Nachmittag.
- Richter und Tierarzt sorgen für Sicherheit und faire Wettkämpfe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit Jahrzehnten kennen Freunde des Pferdesports an Pfingsten nur ein Ziel: das Reit- und Springturnier in Wustrow. Die Traditionsveranstaltung findet nunmehr bereits zum 62. Mal statt. Von 8. bis 9. Juni 2025 werden zahlreiche Pferdesport-Liebhaber auf dem Turnierplatz erwartet. Das Turnier scheint seine eigenen Rekorde brechen zu wollen: Rund 350 Nennungen sind für 16 Prüfungen eingegangen.
„Wir sind gut aufeinander eingespielt, bei uns greifen die Rädchen bestens ineinander“, sagt Anja Daue-Thieme, Vorsitzende des RFV Wustow. Will heißen: Anja Daue-Thieme und ihre Mitstreiterinnen Stefanie Wagemann, Nicole Scherhag, Chris Thiemeyer sowie Filius William Thieme und die zahlreichen nicht erwähnten Helfer stecken mitten in der heißen Phase der Vorbereitungen.
Täglich bis zu zehn Stunden feinster Reitsport
„Wir werden jeden Tag neun bis zehn Stunden feinsten Reitsport sehen können“, freut sich Anja Daue-Thieme. „Wir möchten das Turnier für alle Altersklassen so attraktiv wie nur möglich gestalten. Wir wollen unsere Erfolge nicht einfach kopieren, sondern unseren Besuchern Neuerungen bieten“, beschreibt die Vorsitzende das Ziel der Turnier-Crew.
Zu dieser Neuausrichtung gehört auch, dass sich die beiden Turniertage immer weiter zu einem Event für die gesamte Familie mausern. So können die Besucher aktiv an einem Hobby-Horsing-Wettbewerb teilnehmen. Dabei gilt es, mit einem Stockpferd einen kleinen Springparcours möglichst fehlerfrei zu absolvieren.
In Finnland, dem Ursprungsland des Sportes, wird neben regionalen Wettkämpfen jährlich eine nationale Meisterschaft ausgetragen. Großer Beliebtheit erfreut sich dieser Sport, der den Fun- und Trendsportarten zugeordnet werden kann, insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren und gewinnt über die anderen skandinavischen Länder hinaus auch in weiteren Teilen Europas an Popularität.
Hobby-Horsing und Bullenreiten
Während die Sportart von „echten Reitern“ eher als kindischer Zeitvertreib wahrgenommen wird, bewertet Fred Sundwall, Generalsekretär des finnischen Reiterverbandes, diese positiv: „Wir finden es einfach wunderbar, dass Hobby-Horsing so populär geworden ist. „Es gibt Kindern und Teenagern, die keine Pferde haben, die Chance, auch außerhalb von Ställen und Reitschulen zu interagieren.“
Seit September 2023 gibt es in Deutschland einen eigenen Verband, der sich um Organisation und Regeln kümmert. Der Deutsche Hobby-Horsing-Verband (DtHHV) wurde für die Weiterentwicklung des Sports gegründet.
Ganz waghalsige Besucher können ihre Körperbeherrschung beim American Bullriding unter Beweis stellen. Beim Bullenreiten auf einem mechanischen künstlichen Bullen, dessen Antriebsmodul mit zwei Motoren bestückt ist, wird die Zeit, die der Reiter auf dem Rücken des Tieres verbringt, gemessen.

Im Regen: Lokalmatador William Thieme holte sich im vergangenen Jahr vor heimischer Kulisse den Kreismeistertitel. Die seinerzeit neu ins Programm aufgenommene Sektdusche nahm Mama Anja Daue-Thieme höchstpersönlich vor.
Udo PlateSportlich startet das Turnier am Pfingstsonntag (8. Juni 2025) um 8 Uhr mit einer Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse. An Prüfungen wird es bei dem Eröffnungstag nicht fehlen. Vielmehr geht es Schlag auf Schlag weiter: Es folgen Stilspringen der Klassen E A*, A** und L. Für 15 Uhr ist Hobby-Horsing eingeplant. Zwei Springen der Klassen M beenden dann den ersten Turniertag.
Abschlusstag gilt dem Nachwuchs
Am Abschlusstag rückt ab 8 Uhr der Nachwuchs mit Springen der Klasse A und L in den Mittelpunkt. „Das ist ein klares Zeichen, dass wir auch auf den Nachwuchs setzen“, sagt Daue-Thieme. Aber auch die Freunde der gehobenen Ansprüche werden am Pfingstmontag auf ihre Kosten kommen. Ab 16.15 Uhr startet der Große Preis von Wustrow, ein S*- Springen mit Stechen.
Im Parcours hat Erik Schubert an beiden Turniertagen das Sagen. Mit seinen Helfern, die von Assistentin Maren Kardel angeleitet werden, sind in allen Prüfungen anspruchsvolle Geläufe zu erwarten. Vor allem im Großen Preis, einem S*-Springen mit Stechen, das um 16.15 Uhr startet, wird der Gorgaster seiner Fantasie mit Steil- sowie Hoch-Weitsprüngen freien Lauf lassen. „Reiter und Pferd sollen sich im Verlauf der Veranstaltung einerseits steigern, andererseits soll ja auch selektiert werden.“
Aus seiner Sicht ist der Aufbau eines Parcours heute technisch und optisch anspruchsvoller geworden. „Früher war die Linienführung der Springbahnen oft sehr monoton, die Hindernisse waren schwarz-weiß und wuchtig“, erklärt Schubert. Als Richter rund um den Wustrower Turnierplatz fungieren Dr. Claudia Herrmann, Maria Hanse, Thomas Kriwens sowie Ralf Breselow. Im Falle eines Falles steht mit Ulf-Michael Stumpe ein erfahrener Tierarzt parat.


