Rettungskräfte in MOL: Wie die Jugendfeuerwehr spielerisch den Löscheinsatz probt

Auf die Plätze: Start einer Mannschaft beim Löschangriff nass auf dem Sportplatz Altranft beim Stadtpokal der Jugendfeuerwehren.
Steffen GöttmannDie drei Jungen im Alter von 11 bis 13 Jahren von der Jugendfeuerwehr Neuenhagen warten in einem Zelt auf ihren Einsatz. „Löschangriff nass“, die Königsdisziplin im Feuerwehrsport steht an. Für richtige Löscharbeiten sind die Kinder und Jugendlichen viel zu jung. Damit aber später einmal alle Handgriffe sitzen, ist der Stadtpokal der Jugendfeuerwehren der Stadt Bad Freienwalde am 20. April auf dem Sportplatz Altranft eine gute Gelegenheit, um das Erlernte auszuprobieren. Wer gut und mit Disziplin trainiert hat, ist klar im Vorteil. Denn es geht auf Zeit. Die schnellste Mannschaft gewinnt.
Wetterkapriolen stören den Wettbewerb
130 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 18 Jahren aus vier Feuerwehren zeigen in 13 Mannschaften, was sie beim wöchentlichen Training gelernt haben. Eltern und Großeltern, die zum Anfeuern der Mannschaften gekommen sind, macht die Kälte sichtlich zu schaffen. Regen- und Graupelschauer wechseln sich ab, der kalte Wind zieht durch Mark und Bein. Wenn die Sonne es doch schafft, eine Wolkenlücke zu finden, wird es jedoch gleich angenehm warm. Ihre Jugendfeuerwehren und die Betreuer geschickt haben die Feuerwehren Bad Freienwalde, Altranft, Neuenhagen und Hohenwutzen/Altglietzen.
„Wir als Stadtwehrführung sind enttäuscht, dass nicht alle Feuerwehren dabei sind“, sagte Christian Miroslau, stellvertretender Stadtbrandmeister aus Neuenhagen. Die Ressentiments, die die Älteren in der Stadt noch lange dem Zusammenschluss hegten, sei bei den jungen Leuten passé. Die Trennung zwischen Kernstadt und Ortsteilen gebe es in der Feuerwehr nicht mehr, seit René Erdmann Stadtbrandmeister sei. „Wir sind alle eine große Familie“, unterstreicht Christian Miroslau
Stadtpokal als Einstieg ins Wettbewerbsjahr
„Wenn die Betreuer verhindert sind, wird es schwierig", findet Ida Lichtenberg, Stadtjugendwartin für alle Jugendwehren der Stadt Bad Freienwalde, beschwichtigende Worte. Sie ist neu im Amt und gehört der Feuerwehr Hohenwutzen an. Denn die Betreuer seien Kampfrichter, bauen die Wettkampfstrecke auf und sind für den Ablauf verantwortlich. Das leisten sie wie ihre Einsätze freiwillig und unentgeltlich.
Beim Stadtpokal mussten die Jugendlichen in drei Disziplinen antreten: Gruppenstafette, ein Staffellauf, wobei es darum geht, so schnell wie möglich, einen Schlauch zu verlegen, Feuerwehrknoten zu knüpfen und mit einer Kübelspritze ein Ziel zutreffen: 5 mal 80 Meter Hindernis-Staffellauf sowie den „Löschangriff nass‟.

Geschafft: Wer mit dem Wasserstrahl das Ziel trifft, hat den "Löschangriff nass" erfolgreich abgeschlossen.
Steffen Göttmann„Die Jugendfeuerwehren trainieren einmal pro Woche, vor Wettkämpfen sicher häufiger“, sagt Ida Lichtenberg. Der Stadtpokal stelle stets der Einstieg ins Wettkampfjahr dar. Der nächste offizielle Wettbewerb seien die Bereichsmeisterschaften der Feuerwehren im Altkreis Bad Freienwalde. Dieser werde auch in den Altkreisen Seelow und Strausberg ausgetragen. Die jeweils bestem Teams qualifizieren sich für die Kreismeisterschaften.
Oskar ist der Teamgeist wichtig
„Ich freue mich auf den Löschangriff nass“, sagt Oskar, einer der drei Jungs aus Neuenhagen. Da sei Teamgeist gefragt. „Wir müssen uns gegenseitig vertrauen“, betont er.
Hat einer das Saugrohr hinten richtig gekoppelt, sodass sich genug Wasserdruck im Schlauch aufbaut, muss er nach vorne laufen, um dem Kollegen am Strahlrohr zu helfen, den Wasserstrahl ins Ziel zu spritzen. Das Zusammenspiel der ganzen Mannschaft ist der Schlüssel zum Erfolg.
Die Gewinner des Stadtpokals der Jugendfeuerwehren der Stadt Bad Freienwalde
U10 (männlich): 1. Platz: Neuenhagen, 2. Platz Bad Freienwalde, 3. Platz Hohenwutzen; 10-14 Jahre (weiblich): 1. Platz: Altranft, 2. Platz: Bad Freienwalde, 3. Platz: Hohenwutzen; 10-14 Jahre (männlich): 1. Platz: Bad Freienwalde, 2. Platz: Neuenhagen, 3. Platz: Altranft, 4. Platz: Hohenwutzen; 15-18 Jahre (weiblich): 1. Platz: Neuenhagen, 2. Platz: Altranft; 15-18 Jahre (männlich): 1. Platz: Bad Freienwalde
Den schnellsten Löschangriff brachte Bad Freienwalde 15-18 männlich mit 0:26,82.




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