Rollstuhl
: Basketball aus anderer Perspektive

Für drei Schulen der Region hat Holger Kranz in dieser Woche Rollstühle zum Ausprobieren dabei.
Von
Anett Zimmermann
Wriezen/Bad Freienwalde
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In der Turnhalle: Jochen Gärtner (Mitte) beim Rollstuhlbasketball an den Johanniter-Schulen in Wriezen

Anett Zimmermann

Jochen Gärtner aus Berlin ist der einzige, der am Montag an den Johanniter–Schulen in Wriezen die ganze Zeit im Rollstuhl sitzt. Sauerstoffmangel bei der Geburt habe zu seinen Bewegungseinschränkungen geführt, berichtet er, während eine neue Gruppe zum Rollstuhlbasketball in die Turnhalle kommt. Das habe er selbst einmal gespielt, sagt er noch, ehe er die Schüler zu sich ruft.

Mädchen oft stärker interessiert

Diese haben kurz zuvor den von Holger Kranz von der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung des inklusiven Sports betreuten Parcours mit Rollstühlen bewältigt. Natürlich gebe es immer ein paar alberne Jugendliche, sagt Kranz, aber die Mädchen seien oft wirklich interessiert. Einen Rollstuhl zu fahren, sei eben doch nicht ganz so einfach, erst recht, wenn man eine Behinderung habe oder gesundheitlich eingeschränkt sei.

Wenn Teilnehmer der Projekttage diese Situationen im Alltag erkennen und Hilfe anbieten würden, wäre bereits viel gewonnen, sind sich Jochen Gärtner und Holger Kranz einig. Ähnlich sieht das Marion Brunnert von der Selbsthilfekontaktstelle im Haus der Begegnung in Bad Freienwalde. Mit der Regionalen Kontakt– und Informationsstelle für Selbsthilfe (REKIS) in Strausberg organisiert sie regelmäßig solche Angebote.

An den Johanniter–Schulen findet es im Rahmen des Biologie–Unterrichts zum Thema Erkrankungen des Nervensystems wie zum Beispiel Multiple Sklerose statt. An der Albert–Schweitzer–Schule in Bad Freienwalde am Dienstag und der Grund– und Oberschule „Salvador Allende“ in Wriezen am Mittwoch sei es Teil des LER–Unterrichts zum Thema Inklusion und Toleranz, so Marion Brunnert. Mit Handschuhen, Gewichten oder Brillen würden Einschränkungen auch an zwei weiteren Stationen erlebbar gemacht. Ziel sei zudem, auf Selbsthilfegruppen aufmerksam zu machen.