Skispringen: WSV vertieft Kooperation mit Polen
Die beste Bad Freienwalder Mannschaft mit den beiden Überfliegern Max Unglaube und Moritz Terei kam auf Platz drei. Insgesamt 19 Mannschaften waren an den Start gegangen. Die 115 jungen Skispringer im Alter von fünf bis 14 Jahren kamen aus Bad Freienwalde, Sachsen, Thüringen, Polen und Lettland.
Christoph Klumpp, Cheftrainer des Deutschen Skiverbandes (DSV) für den Nachwuchs für Skisprung und Nordische Kombination, überzeugte sich von den Leistungen der Springer. „Das ist ein wunderschönes Stadion, sehr gepflegt und ideal für Talentegewinnung“, sagte Klumpp, der aus dem Schwarzwald stammt. Problem sei, dass der Lift fehlt. Deshalb sei jetzt das Wichtigste, dass der Wintersportverein 1923 Bad Freienwalde eine Aufstiegshilfe baut. Geplant ist ein so genannter „Zauberteppich“, ein Förderband, das Sportler, aber auch Fußgänger nach oben befördert. „Die Kinder kommen nicht so erschöpft oben an und können mehr und besser springen“, sagte der Cheftrainer, der zugab, anfangs nicht so überzeugt gewesen zu sein, in Bad Freienwalde einen DSV–Stützpunkt einzurichten. Doch die Leistungen der Kinder belehrten ihn eines Besseren. Aktuell springen Max Unglaube (Jahrgang 2006) und Moritz Terei (Jahrgang 2007) auf nationaler Ebene ganz vorn mit. „Das spricht für Trainer Stefan Wiedmann“, betonte Klumpp. Max Unglaube sei als Gewinner des Schülercups in seiner Altersklasse der derzeit beste deutsche Springer. Er überreichte ihm als Geschenk des DSV ein paar neue Sprungski. Die beiden Schüler besuchen ab dem nächsten Schuljahr die Sportschule in Oberhof, springen aber weiter für den WSV.
Beide haben in Florian Fechner einen potenziellen Nachfolger. Der neunjährige Bad Freienwalder erreichte 19,5 Meter auf der Zehn–Meter–Schanze, setzte sich damit gegen zehn Konkurrenten durch und erreichte in seiner Jahrgangsstufe Platz eins. „Nicht so gut“, gefiel Julian Weschenfelder (11) aus Lauscha die Bad Freienwalder Schanzenanlage. „Hier fehlen die Aufwinde, man hat keinen Druck von unten“, sagte der Schüler aus Sachsen. „Könnte besser sein“, kommentierte er sein eigenes Ergebnis. Dennoch erreichte er mit 36 Meter Platz fünf.
Am Rande der Veranstaltung unterzeichneten der Bad Freienwalder Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) und Malgorzata Lopatka, stellvertretende Bürgermeisterin der polnischen Gemeinde Witnica, einen Kooperationsvertrag. In dem von der Euroregion Viadrina geförderten Projekt ist der Zauberteppich enthalten, der Aufbau einer deutsch–polnischen Trainingsgruppe mit je zehn Skispringern sowie deren Ausrüstung. Im Gegenzug wird eine Trainingshalle in Kamien Wielki, einem Ortsteil von Witnica, gebaut. Zur Kooperation gehören alle zwei Monate ein gemeinsames Sprungtraining sowie jährlich vier Wettbewerbe in Bad Freienwalde. Bestandteil des Vertrages sind auch Partnerschaftstreffen mit Eltern und Betreuern während Internationaler Wettkämpfe in Deutschland und Polen. Seit Jahren begleitet Bogdan Kostyra, Projektmanager für kleinteilige Maßnahmen von 1000 bis 25 000 Euro von der Euroregion Viadrina in Frankfurt (Oder), den WSV. Von 3,2 Millionen Euro Fördermittel stehen in dieser Periode dafür 500 000 Euro zur Verfügung, sagte er.


