Solarpark
: Gemeinde schiebt Photovoltaikanlage Riegel vor

Der Gemeinderat hat sich mehrheitlich gegen eine weitere Anlage in Metzdorf entschieden. 100 Hektar Photovoltaik sind vorerst genug, finden die Bliesdorfer Kommunalpolitiker.
Von
Nadja Voigt
Metzdorf
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Hat für einen weiteren Standort gekämpft: Alexander Rosenthal aus Vevais. An der Dornbuschmühle haben seine Firmen ihren Sitz.

Nadja Voigt

Vorerst ist die Tür zu: In der Gemeinde Bliesdorf wird es zunächst keine neue Solaranlage geben. Das Projekt in Sophienhof, in diesem Jahr vom Gemeinderat durchgewunken, wird das letzte Projekt gewesen sein. Mehrheitlich haben die Gemeindevertreter nun gegen den Flächennutzungs– und Bebauungsplan für das Projekt „Metzdorf III“ votiert. Sehr zum Missfallen von Ortsvorsteher Frank Neß. „Ich bin enttäuscht“, sagt der Metzdorfer auf MOZ–Nachfrage am Dienstag. Er selbst besitzt im Kommunalparlament kein Stimmrecht. Die Entscheidung seiner Kollegen im Gemeinderat findet er kurzsichtig. "Das schadet Metzdorf.“ Denn er hatte sich davon versprochen, gemeinsam mit dem Investor kleinere Baustellen im Ort anzugehen. Zudem wäre die Anlage versteckt gebaut worden, argumentiert Neß. Und auf einer Fläche mit sehr niedrigen Bodenwerten. „Und wenn wir keine fossilen Brennstoffe mehr nutzen wollen und können, müssen doch Alternativen her.“

Lange wurde in der Gemeinde um eine Entscheidung gerungen. Immer wieder wurde das Thema vertagt. Zuletzt gab es eine Bürgerversammlung in Metzdorf (die MOZ berichtete). Aus der nahm Bürgermeister Reiner Labitzke auch mit, dass die Metzdorfer dem Thema einer weiteren Anlage gegenüber aufgeschlossen seien. „Aber wir haben bereits auf 100 Hektar Photovoltaik in der Gemeinde“, so Labitzke am Dienstag am Telefon gegenüber dieser Zeitung. Außerdem gebe es die Problematik, den Strom loszuwerden. Und dass die Bürger keinerlei Ersparnis haben. Die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zum Aufstellen der Anlagen sieht er dagegen differenziert. „Aber die Akzeptanz der Bürger ist erschöpft.“

Alexander Rosenthal, Geschäftsführer der SPP Energy GmbH, die das Projekt beantragt hatte, hatte seinen Antrag nach der Bürgerversammlung noch einmal verändert, und die Wasserspeicheranlage aus der Planung genommen. Nun sollte eine Batterie–Lösung als Zwischenspeicher her, um die Laufzeiten in die Abendstunden zu verlängern, wie er am Montag in Metzdorf erklärte. Innerhalb der Anlage sollten sie realisiert werden. Das besorgte wiederum den Gemeinderat und anwesende Feuerwehrleute in der Diskussion. Mit nun bekanntem Ergebnis.

Bei Energiewende außen vor

Das kommentiert die Firma wie folgt: „Aus  unserer Sicht wurde es grundlos abgelehnt. Es gibt selten ein Projekt, dass so unkritisch ist. Desto unverständlicher ist die entschlossene Ablehnung der Gemeindevertreter. Leider bedeutet das, dass wir in Metzdorf nicht weiterkommen.“ Ihr Fazit: „Bliesdorf macht bei der Energiewende nicht mehr mit. Fridays for Future spielt keine Rolle. Solange der Strom aus der Steckdose kommt, sieht man keinen Handlungsbedarf. Der Klimawandel wird geleugnet, aber die Wasserknappheit ist in aller Munde. Von Dürre und Schädlingen bedrohte Kiefern werden gegen bauwillige Zuzügler aufs Äußerste verteidigt, aber eine Baumschutzsatzung sieht man kritisch. Es ist schwer einzuschätzen, um was es den Bliesdorfern eigentlich geht.“