Statistik: Wriezener sind Stromspar-Champions

Stromverbrauch: Je nach Ort laufen die Stromzähler in Märkisch Oderland mal schneller und mal langsamer
Bernd ThissenStrom ist so teuer wie nie zuvor. Um die 30 Cent kostet eine Kilowattstunde Strom aktuell. Jedes mal wenn man irgendeinen Lichtschalter drückt, sich einen leckeren und gesunden Smoothie mixt oder den Fernseher anschaltet, um die Lieblingsserie zu sehen, geht das also an den eigenen Geldbeutel. Mal davon abgesehen, dass die Stromerzeugung in vielen Fällen immer noch die Umwelt und der Stromverbrauch damit das eigene Gewissen belastet. Wie viel Strom verbrauchen die Bürger in Märkisch Oderland eigentlich, welche Unterschiede gibt es und warum? Auskunft dazu gibt die Pressestelle des Stromkonzerns Eon in München.
Wriezen am sparsamsten
Mit 2338 Kilowattstunden pro Jahr liegt der Verbrauch im Märkisch Oderland knapp über dem Durchschnitt der ostdeutschen Bundesländer (2324 kWh) aber auch knapp unter dem Durchschnitt in Brandenburg (2358 kWh). Deutlich mehr verbrauchen übrigens die Privathaushalte in den alten Bundesländern, die im Durchschnitt 2718 Kilowattstunden im Jahr aus der Steckdose holen. In Märkisch Oderland verbrauchen die Wriezener mit 1960 Kilowattstunden am wenigsten, dicht gefolgt von den Einwohnern Bad Freienwaldes mit 1970 Kilowattstunden. Schlusslicht in der Statistik sind die Haushalte in Neutrebbin, die mit 2965 Kilowattstunden mehr als 1000 kWh mehr pro Jahr durch ihre Geräte jagen als der durchschnittliche Haushalt in Wriezen. Haben die Neutrebbiner alle so eine große Weihnachtsbeleuchtung, oder statt stromsparender LED-Lampen noch konventionelle Beleuchtung mit 100-Watt-Birnen? Oder fahren sie dort alle mit Elektroautos und verbrauchen deswegen mehr?
„Die regionalen Unterschiede im Stromverbrauch können verschiedene Ursachen haben“, heißt es dazu bei Eon. Grundsätzlich lasse sich jedoch feststellen, dass in ländlichen Gemeinden im Speckgürtel von Metropolen mehr Strom verbraucht werde als in den Städten selbst, so die Pressestelle des Konzerns. Ein Grund dafür sei, dass die Menschen auf dem Land oft in Häusern oder größeren Wohnungen leben und in den Haushalten oft auch mehr Personen leben als in der Stadt.
Unterschiedliche Haushalte
Dort gebe es viele Studentenwohnungen und Singlehaushalte, die eben oft kleiner seien, wodurch der Stromverbrauch pro Haushalt dann auch geringer ausfalle. Der Durchschnitt pro Bewohner kann in großen Haushalten aber sogar niedriger sein als in solchen mit nur einer Person. Auch in Orten mit vielen Ferienwohnungen sei der Verbrauch übers Jahr gesehen geringer, weil diese naturgemäß nicht das ganze Jahr bewohnt seien.
Deutlich sei übrigens der Trend, Strom zu sparen – und zwar in Gesamtdeutschland. Um 13 Prozent sei der Durchschnittsverbrauch der Privathaushalte in den vergangenen Jahren gesunken, teilt Eon mit. Das spürt man zwar nur im Geldbeutel, wenn der Strom nicht gleichzeitig immer teurer wird, aber zumindest kann man sagen, dass der durchschnittliche Haushalt bei den aktuellen Preisen tiefer in die Tasche greifen müsste, wenn er den eigenen Verbrauch nicht um diese 13 Prozent gesenkt hätte.