Storch bei Wriezen
: Total entkräftet – wie die Rettung in Beauregard gelungen ist

Immer wieder geraten Störche im Oderbruch in Not. Zuletzt hat es ein Jungtier aus Beauregrad bei Wriezen erwischt. Wie der Storch gerettet wurde – und wie mittlerweile sein Befinden ist.
Von
Felix Krone
Beauregard
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Alles für den Storch: In Beauregard, einem Ortsteil der Stadt Wriezen, musste eine Hebebühne zum Einsatz kommen, damit ein geschwächter Storch gerettet werden konnte.

Alles für den Storch: In Beauregard, einem Ortsteil der Stadt Wriezen, musste eine Hebebühne zum Einsatz kommen, damit ein geschwächter Storch gerettet werden konnte.

Micaela Köhler
  • Geschwächter Jungstorch in Beauregard bei Wriezen mit Hebebühnenhilfe aus Nest gerettet.
  • Storchenhof Papendorf päppelte das Tier auf – Storch erholte sich zügig.
  • Jungstorch kann inzwischen fliegen und ist auf dem Weg nach Afrika.
  • Ursache: Mangelnde Futterversorgung im Nest führte zu Schwächung.
  • Zwei weitere Störche aus der Region wurden ebenfalls erfolgreich rehabilitiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach den erfolgreichen Storchenrettungen in Rathsdorf-Altgaul und Hohenwutzen, am 18. Juli, bei ersterer ist sogar die Feuerwehr mit Drehleiter angerückt, wurde kürzlich auch ein Artgenosse in Beauregard aus seiner misslichen Lage befreit. „Mit unserer Storchenkamera beobachteten wir, dass einer der drei diesjährigen Jungstörche nicht mehr aufstehen konnte, er bekam zu wenig Futter ab und war sehr schwach“, berichtet Micaela Köhler. Denn auf dem Grundstück von ihr und ihrem Mann Jürgen steht ein Storchenmast.

Der ist aufgrund seiner Höhe für Menschen nur schwer zu erreichen – doch bekommt das Ehepaar Hilfe: „Olaf Schröder, Inhaber der Firma Elektro Schröder aus Bad Freienwalde, unterstützt uns jedes Mal, wenn wir das Storchennest auf unserem Grundstück prüfen und etwas aufräumen wollen, er kommt mit seinem LKW mit Steiger, damit wir in das in über acht Meter Höhe liegende Nest gelangen können“, berichtet die Beauregarder Einwohnerin. Der Elektromeister sei einen Tag, nachdem ihm das Paar wegen des angeschlagenen Storches um Hilfe gefragt habe, direkt nach Beauregard gekommen. Dafür sind die Köhlers sehr dankbar, wie sie betonen.

Storch bei Wriezen gerettet – so geht es dem Tier

Auch mit der Storchenbeauftragten, Doreen Stecker haben die Beauregarder Kontakt aufgenommen. „Sie erzählte uns, dass es noch zwei weitere derartige Fälle in der Umgebung gibt und gab uns die Adresse vom Storchenhof in Papendorf“, sagt Micaela Köhler. Hierbei handelt es sich um eine Einrichtung, in der angeschlagene Störche aufgepäppelt und anschließend wieder in die freie Wildbahn entlassen werden. Betreiber Jens Krüger „meinte, wir können den geschwächten Storch jederzeit bringen“ sagt die Storchenliebhaberin.

Der gerettete Jungstorch in Beauregard bei Wriezen

Der geschwächte Jungstorch in Beauregard bei Wriezen – mittlerweile ist das Tier wieder wohlauf.

Micaela Köhler

Gesagt, getan: mit Olaf Schröders Hilfe holten die Köhlers den Storch aus dem Nest und brachten ihn mit dem Auto nach Papendorf bei Pasewalk, wo sich das Tier nach Angaben von Micaela Köhler rasch erholte. Dort sind auch die beiden angeschlagenen Störche aus Rathsdorf und Hohenwutzen untergekommen.

„Auf unsere Nachfrage hin erfuhren wir, dass er inzwischen bereits fliegen und dank Olaf Schröder und Jens Krüger vom Storchenhof Papendorf nun mit allen anderen Störchen die weite Reise nach Afrika antreten kann“, sagt die Beauregarderin. „Da hat nur eine richtige Mahlzeit gefehlt – er hat nicht genug zu essen bekommen“, erklärt Jürgen Köhler in Bezug auf den schwächlichen Zustand des Jungstorches aus Beauregard, der mittlerweile zum Glück wohlauf ist.