Tanken in Polen
: Lohnt sich neben Benzin und Diesel in Polen auch das Einkaufen?

Ob aus Bad Freienwalde oder Seelow, viele fahren bereits regelmäßig zum Tanken über die Grenze nach Polen, aber lohnt es sich auch, Lebensmittel im Nachbarland einzukaufen?
Von
Florian Luber
Bad Freienwalde / Seelow / Osinów Dolny / Kostrzyn nad Odrą
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Zapfsäule Hohenwutzen. Das Ziel vieler deutscher Tanktouristen: Zapfsäule einer Tankstelle in unmittelbarer Nähe zum Polenmarkt Hohenwutzen.

Felix Krone

Wer im Osten Brandenburgs lebt und ein Auto besitzt, ist über die Preissituation beim Tanken wahrscheinlich bestens informiert und weiß, dass man in Polen eigentlich immer günstiger wegkommt. Aber gilt das nur für Benzin?

Um einen guten Vergleich zu bekommen, haben wir uns sowohl in Osinów Dolny, die beste Option auf der polnischen Seite von Bad Freienwalde aus gesehen, als auch in Kostrzyn nad Odrą, die schnellste Option in Polen von Seelow aus gesehen, umgesehen und verglichen.

Tanken noch immer günstiger

Wer in Bad Freienwalde tanken möchte, hat genau zwei Tankstellen zur Auswahl, von denen eine wegen der Sanierung des Dammbauwerks nur über einen Umweg zu erreichen ist. Die Preise liegen hier zwischen 1,80 Euro und 1,90 Euro pro Liter für Superbenzin und Diesel. In Osinów Dolny hat man die Wahl zwischen mehreren Tankstellen, wobei der Preisunterschied bei allen Anbietern nur marginal ist und mit 1,55 Euro knapp 30 Cent unter dem deutschen Preis liegt. Auch in Seelow haben die Bürgerinnen und Bürger zwei Tankstellen zur Auswahl, hier ist der Dieselpreis meist günstiger als der Superbenzinpreis und schwankt insgesamt eher zwischen 1,80 Euro und 2 Euro. Auf der polnischen Seite in Kostrzyn nad Odrą gibt es wiederum drei Tankstellen in unmittelbarer Nähe zur Grenze, auch hier unterscheiden sich die Preise untereinander kaum. Insgesamt kommt man hier aber mit einem Preis von 1,50 Euro pro Liter am günstigsten weg.

Was ist mit dem Wocheneinkauf?

Die beiden polnischen Nachbarn bieten aber nicht nur eine günstige Möglichkeit zum Tanken, in beiden Orten gibt es einen Markt beziehungsweise in Kostrzyn nad Odrą einen Basar. Beide sind an allen Wochentagen geöffnet und bieten eine Vielzahl von Ständen.

Gleiche Kette, anderer Preis?

Eine weitere Alternative für den Wocheneinkauf in Polen bietet sich in Kostrzyn nad Odrą mit dem deutschen Unternehmen Lidl, das nicht nur in Bad Freienwalde und Seelow jeweils eine Filiale betreibt, sondern auch in der polnischen Nachbarstadt. Wenn man die Preise vergleicht, stellt man schnell fest, dass man in der polnischen Filiale meist günstiger wegkommt, wenn auch nur marginal. Bei Milchprodukten liegen die Unterschiede größtenteils im einstelligen Cent–Bereich bis hin zu 30 Cent, gleiches gilt für Zucker. Deutlich größer sind die Unterschiede bei Toilettenpapier, Wurst oder Kaffee, hier kann man teilweise mehrere Euro sparen, wenn man auf der polnischen Seite unterwegs ist.

Polnische Alternative in Osinów Dolny

Fährt man nun von Bad Freienwalde nach Osinów Dolny, gibt es zwar nicht die Alternative Lidl, dafür aber mit Biedronka eine polnische Lebensmittelkette. Auch hier spart man bei den Milchprodukten einige Cent gegenüber dem deutschen Anbieter, allerdings nicht beim Käse, dort zahlt man etwa gleich viel. Die größte Ersparnis, auch im Vergleich zum polnischen Lidl, gibt es hier beim Kaffee, wo man teilweise mehrere Euro sparen kann, ähnliches gilt auch für Wurstprodukte. Insgesamt verhalten sich die Preise bei Biedronka ähnlich wie bei der polnischen Alternative in Kostrzyn nad Odrą, es ist meist etwas günstiger als in Deutschland.

Was ist das Fazit?

Ob es sich generell lohnt, den Wocheneinkauf nach Polen zu verlegen, um am Ende ein paar Cent zu sparen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Denn je nachdem, von wo aus man über die Grenze fährt, legt man einige Kilometer zurück, bevor man in Polen ist und verliert die beim Einkauf gesparten Cent vielleicht auf der Hin– und Rückfahrt. Wenn man aber ohnehin in Polen ist, weil man eben tanken will, gibt es eigentlich keinen Grund den Wocheneinkauf nicht auch ins Nachbarland zu verlegen.

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