Tanken und Einkaufen in Polen: Brückenabriss in Bad Freienwalde – Umleitung geändert
In Höhe der Gesundbrunnenstraße knacken Bagger am 23. Oktober den Beton der Brücke in Bad Freienwalde. Mit ihrem Beschluss am 28. August haben die Stadtverordneten der Kurstadt mit knapper Mehrheit den Weg freigemacht, dass die Baufirma Matthäi die Brücke abreißt und durch einen Kreisverkehr ersetzt.
Damit war der Abriss endgültig besiegelt. Letzte Versuche von Abrissgegnern, einen Baustopp herbeizuführen, scheiterten unter anderem an diesem Votum der Stadtverordnetenversammlung.
Vier Bagger in Position gebracht
Das Bauunternehmen hat bis zum Wochenende alles vorbereitet, um die Brücke ab Montag abreißen zu können. Vier Bagger stehen in Höhe der für Fußgänger und Fahrzeuge gesperrten Gesundbrunnenstraße auf und unter der Brücke bereit. Damit die Betonteile weich fallen und möglichst wenig Schaden anrichten, hat die Baufirma ein mehrere Meter hohes Bett aus Sand unter der Brücke aufgeschüttet. In den beiden vergangenen Wochen fräste die Baufirma bereits die Asphaltschicht der Brücke ab und zerkleinerte sie.
„Am Montag wird die Ampel an der Gesundbrunnenstraße geschaltet“, sagt Joachim Kock-Fuchs, Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit der Stadt Bad Freienwalde. Die Einmündung der Berliner in die Gesundbrunnenstraße weist einen Radius auf, der Gegenverkehr kaum zulässt. Vor allem Busse brauchen die gesamte Fahrbahn.
Ordnungsamt kontrolliert das Umleitungskonzept
Mit seinen Mitarbeitern kontrolliert er, ob das festgelegte Umleitungskonzept – die verkehrsrechtliche Anordnung, wie es im Amtsdeutsch heißt – entsprechend ausgeschildert ist und ob es funktioniert. „Wir müssen die Ausschilderung der Parkplätze in der Gesundbrunnen- und in der Goethestraße anpassen“, erläuterte Kock-Fuchs.
Ziel sei es, die Umleitung für Autofahrer und Anwohner so erträglich, wie möglich, zu gestalten. In der Goethestraße, in der geparkt werden darf und Gegenverkehr möglich ist, kommt es immer wieder zu Verkehrsbehinderungen. Die Stadt will die Parkplätze vor der Kita „Fuchsbau“ weiter zulassen. Der Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit möchte die Parkregeln insofern anpassen, sodass in der Goethstraße stellenweise tagsüber von 8 bis 18 Uhr Parkverbot herrscht, abends und nachts aber geparkt werden darf.
Tanktouristen bringen die Umleitung an Belastungsgrenze
Der Tanktourismus von Berlin sowie aus dem Speckgürtel nach Polen und Berufspendler zwischen Polen und Berlin bringen die Umleitung in Bad Freienwalde gelegentlich an die Kapazitätsgrenze. Warum viele Autofahrer aus der Hauptstadtregion die beiden Umleitungsempfehlungen auf der B158 über die B168 nach Prötzel und die L33 über Wriezen sowie über Hohenfinow und Falkenberg ignorieren und sich in Bad Freienwalde lieber in den Stau stellen, bleibt ihr Geheimnis.
Sicher ist der Weg durch die Stadt kürzer, aber nervenaufreibender und wohl auch nicht sparsamer. Den Durchgangsverkehr auf der B158 komplett aus der Stadt zu verbannen, ist nicht möglich, da in stärkerem Maß die Einheimischen davon betroffen wären.
Königstraße unter der Brücke ab 23. Oktober gesperrt
Ab 23. Oktober ist auch die Königstraße unter der Brücke gesperrt. Autofahrer werden einerseits über Tornower Straße, Hagenstraße, Melcherstraße, Gesundbrunnenstraße und Berliner Straße umgeleitet, andererseits über die Berliner Straße, Gesundbrunnenstraße, Goethestraße und Wriezener Straße.
Fußgänger, die von der Stadt zur Schlossparkambulanz wollen, müssen den Schlosspark durchqueren oder den Weg von der Tornower Straße zum Albert-Schweitzer-Platz wählen. Am ehemaligen AOK-Gebäude ist von der Königstraße zur Gesundbrunnenstraße ein Fußgängertunnel eingerichtet, der seit 20. Oktober bei Dunkelheit auch leuchtet ist. Es ist der kürzeste Weg zu Fuß zur Schlossparkambulanz.
Jahrzehnte langer Streit über den Abriss der Brücke
Jahrzehnte war in Bad Freienwalde um Abriss und Erhaltung der Brücke gestritten worden, die die B158 über den Dächern der Stadt nach Polen und nach Berlin führt.
Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) bekräftigte auf Anfrage einer Bürgerin in der betreffenden Stadtverordnetenversammlung, dass das brandenburgische Gesundheitsministerium an seiner Einsachätzung festhalte, wonach die Brücke „ein städtebaulicher Missstand“ sei. Ihr Abriss bleibe eine der Auflagen, um das Prädikat als „Staatlich anerkanntes Moorheilbad“ zu erhalten. Der „Allianz für die Kurstadt“, ein über die Fraktionen hinaus agierendes Bündnis von Stadtverordneten, ist der Kurstadtstatus für das Image der Stadt wichtiger als die Brücke.







