Tiefbrunnen: Unmut über Probebohrungen nach Grundwasser

symbolbild wasser
Lino MirgelerErstere ist mit dem Landtagsabgeordneten Lars Günther und auch zahlenmäßig stark vertreten, aber Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und SPD–Landtagsabgeordnete Elske Hildebrandt sind ebenfalls gekommen. Und für die meisten wohl überraschend: Jürgen Lindhorst von der gleichnamigen Firmengruppe, zu der die Agraraktiengesellschaft Albrecht Daniel Thaer in Schulzendorf gehört. Diese wiederum hatte 2017 die wasserrechtliche Erlaubnis zur Grundwasserentnahme im Rahmen von Pumpversuchen zur Grundwassererkundung für eine geplante Beregnung landwirtschaftlicher Flächen beantragt.
Bürger zeigen sich besorgt
Daran, dass weder Landrat noch Bürgermeister, Amtsdirektoren sowie Vertreter von Verbänden und Behörden der Einladung zu dem Treffen am Freitag gefolgt sind, gibt es immer wieder Kritik. Die größte allerdings an den Probebohrungen der Lindhorst–Gruppe. Weil es „um Wasser als höchstes Gut“ geht und die vergangenen beiden Sommer bereits so heiß und trocken waren. Die Bürger sind besorgt, haben Angst um ihre Region.
Immer wieder werden Zweifel an der rechtmäßigen Ausführung der bisher fünf Brunnen laut. Jürgen Lindhorst gelingt es nicht, diese auszuräumen und kündigt eine Erklärung dazu nach dem Wochenende an. Seine Erläuterungen, „einen Ökobetrieb vernünftiger Größe aufbauen“ und Gemüse für den Berliner Markt anbauen zu wollen, findet ebenfalls kein Verständnis. Das funktioniere im Oderbruch, wird ihm geantwortet, aber nicht auf der Höhe, auf der einst zwar Kartoffeln angebaut worden seien — allerdings ohne Beregnung. Gefragt wird, warum die Bürger nicht vorab informiert worden sind. Hinzu kommen Befürchtungen, dass das Wasser für andere Zwecke genutzt werden soll — etwa für den bereits bei den Harnekopern auf Ablehnung gestoßenen Wasserstoffspeicher. „Der wird nicht gebaut“, versichert Jürgen Lindhorst und wirbt darum, sich gemeinsam Gedanken darüber zu machen, wie die Region gestaltet werden kann. Von Bürgerseite dürfe jedoch nicht alles verneint werden werden.
Lindhorst zu Gesprächen bereit
Unterschiedliche Ansichten prallen ebenfalls beim Thema nachhaltige Landwirtschaft aufeinander. Dafür benötige man Viehhaltung, heißt es aus den Reihen der Bürger. Jürgen Lindhorst erklärt, keine Massentierhaltung haben zu wollen und in der Region auf extensive Rinderweidehaltung zu setzen. Es geht um Monokulturen, Heimat, Blühstreifen, Vorwürfe der Lüge, Kreisläufe, sinkende Wasserstände bei den Seen, Subventionspolitik, Gülle, Gärreste, hohe Nitratgehalte, Profitstreben, ausgelaugte Böden, vernünftige Preise. Der Unternehmer zeigt sich bereit, mit drei, vier konkret benannten Vertretern der Bürgerinitiative zu reden, lädt in den Betrieb nach Schulzendorf ein. Auch das Gutachten zu den Probebohrungen will er öffentlich machen.