Volleyball
: Gäste gewinnen packendes Derby

Im einem mitreißenden Brandenburg-Derby unterlagen die Drittliga-Volleyballer des TKC Wriezen der TSGL Schöneiche mit 1:3-Sätzen.
Von
Udo Plate
Wriezen
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Hoch die Arme: Der Schöneicher Block mit Marcus Stock und Sebastian Grösch (Nummer 18) hält dem Versuch von Wriezens Kapitän Lucas Mäurer stand. Gebannt verfolgt TKC-Akteur Jan-Lukas Schaus (rechts) die Aktion.

Udo Plate/MOZ

Was die Zahlen allerdings nicht belegen, ist die Tatsache, dass beide Teams ein ebenso packendes wie mitreißendes Duell boten. „Da war wirklich alles drin, was unseren Sport so attraktiv macht. Und alle dürften auf ihre Kosten gekommen sein“, bilanzierte Ulf-Michael Stumpe. „Okay, als Verlierer müssen wir einige Abstriche machen. Allerdings können alle mit erhobenem Haupt vom Feld gehen, beide Mannschaften haben eine klasse Partie geboten“, betonte der Vereins-Chef des TKC, der auch wieder als Hallensprecher fungierte.

Dem schloss sich der überragende Schöneicher Kapitän Maximilian Fromm an: „Ich bin froh, dass wir den fünften Satz vermeiden konnten. Denn was sich letztlich als ungefährdeter Erfolg liest, war als ein hartes Stück Arbeit. Tatsächlich ein echter Arbeitssieg, für den wir durch einige Fegefeuer gehen mussten“, fasste er den Auftritt in der Wriezener Gymnasiumshalle zusammen.

Die Randberliner hatten den besseren Auftakt erwischt und sich eine 4:1-Führung erspielt. Nervosität und eine dementsprechend hohe Fehlerquote in den Reihen der Gastgeber kennzeichneten den Beginn. Über Willen, Einsatz und Kampfgeist fand das TKC-Ensemble dann aber ins Spiel, glich aus und schmetterte sich beim 6:5 zur  Führung. Aber je länger dieser erste Durchgang dauerte, umso deutlich wurde die Steigerung der Gäste. Vor allem Kevin Meusel, Darryl Ruf und eben Fromm sorgten für die nötigen Punkte zur Satz-Führung.

Becker-Faust von Treppner

Auch im zweiten Abschnitt blieb das Niveau beider Teams überdurchschnittlich. Zwar offenbarte der an der Seitenlinie stets stoisch gelassen agierende Schöneicher Trainer Jürgen Treppner sich mit der berühmten Becker-Faust bei der 10:6-Führung seiner Mannschaft für seine Verhältnisse geradezu vulkanisch emotional. Aber ihm wurde Stimmung umgehend vom TKC wieder verhagelt. Trainer Gregor Steinke beschwor in der Auszeit die Aufholjagd. „Es ist an der Zeit, dass wir uns die Führung holen“, lautete indes die Forderung von Libero Matthias Lichtenheldt an seine Mitstreiter. Gesagt, getan. Fünf Punkte in Folge gelangen der Heimtruppe, die weiter hochmotiviert war. In der Schlussphase des Satzes jedoch waren es abermals die Schöneicher, die die Akzente setzten und auch diesen Durchgang, wenn auch weitaus knapper, für sich entschieden.

TKC lässt sich nicht entmutigen

Aber die Gastgeber ließen sich nicht entmutigen. Und während bei den Treppner-Schützlingen Spannung und Konzentration merklich flöten gingen, fand die Steinke-Truppe jetzt den erhofften Rhythmus. In erster Linie ein Verdienst von René Stadie und Lucas Mäurer sowie von Neuzugang Lukas Hebling, die für die nötigen Zähler zum deutlichen Satzgewinn sorgten.

Im vierten Durchgang ließen es beide Kontrahenten dann noch einmal richtig krachen. Und das durchweg auf Augenhöhe. In dem mit einer Spieldauer von 32 Minuten längsten Abschnitt schenkten sich die Akteure zur Freude der Fans nichts. Bei ständigem Führungswechsel  mit den dazu gehörenden Achternbahnfahrten der Emotionen war zunächst kein Gewinner auszumachen. Doch dann neigte sich ein drittes Mal Fortuna zu Gunsten der Schöneicher, die nach 66 gespielten Punkten den 3:1-Erfolg einheimsten.

Norbert Rühl, Vereinsvorsitzender des SV Phönix Bad Freienwalde, fasste die höchst spannende und unterhaltsame Partie zusammen: „Das Glück gesellte sich in den entscheidenden Augenblicken häufig auf die Seite der Gäste. Gerade die langen Ballwechsel entschieden sie in Mehrzahl zu ihren Gunsten und pushten sich damit nochmal zusätzlich. Letztlich hatten sie den längeren Atem.“