Waldbrand: Feuerwehrleute rücken aus

Viel Arbeit für Verstärkungskräfte: Der Wald in der Lieberoser Heide glimmt und qualmt.
Patrick PleulAuch wenn der Brand in der Lieberoser Heide inzwischen unter Kontrolle ist, werden die Löscharbeiten noch über Tage andauern. Deshalb hat das Ministerium des Innern zur Bewältigung der Schadenslage, wie es heißt, einen Zug aus Tanklöschfahrzeugen sowie den 2. Zug der Brandschutzeinheit aus dem Landkreis Märkisch–Oderland angefordert. Die Anforderung, teilt der Landkreis auf MOZ–Nachfrage mit, beinhaltet die Bereitstellung von verschiedenen Einsatzmitteln. Los geht es für die rund 80 Feuerwehrleute heute ab Seelow. Treffpunkt ist um 7 Uhr. Involviert sind die Feuerwehren aus Wriezen, Letschin, Müncheberg oder auch dem Berliner Rand.
Sondereinsatzgruppe
Zusätzlich erfolgt der Einsatz von Fachleuten der Sondereinsatzgruppe Führungsunterstützung in Lieberose (Landkreis Dahme–Spreewald), so der Landkreis. Das sind zwei Kameraden aus Bad Freienwalde, wie der Stadtbrandmeister am Mittwoch auf Nachfrage mitteilt. Guido Bell und Henry Boche werden den Führungsstab ab heute vor Ort unterstützen. Dort wird auch entschieden, wie sie Unterstützung leisten: Einsätze koordinieren oder die Verpflegung ordern zum Beispiel. 24 Stunden wird ihr Einsatz dauern, blickt René Erdmann voraus. Nach zwölf Stunden hingegen wird für die Feuerwehrleute um Maschinist Andreas Rosch aus Wriezen Schluss sein. Denn sie werden direkt bei der Brandbekämpfung eingesetzt, berichtet Stadtbrandmeister Thomas Keil. „Bei den Temperaturen hält keiner länger durch“, so der erfahrene Feuerwehrmann. Von den Waldwegen aus werden sie versuchen, den Brand weiter einzudämmen, denn aufgrund des munitionsbelasteten Gebietes kommen die Blauröcke vom Boden aus nicht näher heran. In der ersten Schicht werden drei Wriezener in der Lieberoser Heide dabei sein, danach noch einmal drei. Erstmalig sind auch Kameraden aus den Ortsteilen dabei. „Wir müssen natürlich auch schauen, dass wir die Einsatzbereitschaft in der Stadt und den Ortsteilen aufrecht erhalten“, sagt Thomas Keil. Dennoch ist es für ihn selbstverständlich, den Blauröcken im Süden Brandenburgs zu Hilfe zu eilen. „Die Kameradschaft ist groß. Alleine ist so ein Brand nicht zu packen, das können die Einheiten dort kräftemäßig gar nicht schaffen.“ Umgekehrt wäre die Unterstützung genauso so da, ist Keil überzeugt. Und hofft dennoch inständig, das es dazu nicht kommt.
Fit und ausgeschlafen
Die Frage, wie sich die Einsatzkräfte auf so einen Einsatz vorbereiten, beantwortet der Wriezener Stadtbrandmeister wie folgt: „Früh schlafen gehen, um fit zu sein.“ Das sei das allerwichtigste bei so einem anstrengenden Einsatz außer der Norm, so Thomas Keil. Erfahrung haben die langjährigen Brandschützer genug sammeln können und müssen in der letzten Zeit. Erst vor kurzem waren sie bei dem Großbrand in Frankenförde im Einsatz, im vergangenen Jahr in Treuenbrietzen.
In Bad Freienwalde hat sich das „Team ELW“ gebildet. Dazu gehören Gruppen–, Zug– und sogar Verbandsführer, wie der gesondert ausgebildete Chef der Truppe Christian Höfs. Die acht Leute sind, solange die „Waldbrandsaison“ läuft, so René Erdmann, ständig in Bereitschaft.